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Sonntag, 19. Oktober 2008

Weiter zu den Pinguinen

In der Hoffnung, die Bed-Bugs (Wanzen) zurückzulassen, verlassen wir Christchurch und fahren weiter in den Süden. Zuerst müssen wir jedoch noch den Final eines Multicaches aus der Stadt suchen gehen, welcher ausserhalb des bewohnten Gebiets liegt. Blindlings folgen wir dem GPS auf den Hausberg von Christchurch und werden bei der Suche beinahe vom Berg gewindet. Das Wetter hat mittlerweile umgeschlagen und der Südwind bringt kalte Luft aus der Antarktis. Entsprechend frieren mir fast meine nackten Füsse ab, während ich auf Döris Rückkehr von der Suche warte. Nein, normalerweise bin ich nicht in Flip-Flops auf Bergen anzutreffen, aber da sich mehrere der Blasen an meinen Füssen geöffnet haben, möchte ich diese an der Frischluft ausheilen lassen und für die paar Schritte rund ums Auto reicht's schon.

Übernachten wollen wir heute in Omarau. Dieses Dorf ist völlig verrückt nach seinen Pinguinen und auch wir wollen nun natürlich endlich welche zu Gesicht bekommen. Zuerst suchen wir aber eine Unterkunft und landen in einem kleinen Backpackers mit einer sehr speziellen Eigentümerin. Agra, so ihr Name, ist letzte Woche sechzig geworden, was sie aber nicht daran hindert, ihr Psychologiestudium demnächst abzuschliessen und ansonsten völlig abgedreht zu sein. Kurzerhand packt sie uns und einen Brasilianer, welcher ebenfalls in diesem Hostel abgestiegen ist, in ihr Auto und zeigt uns die wichtigsten Plätze, um später die Pinguine zu beobachten.

Am frühen Abend ziehen wir dann zuerst zur Kolonie der Gelbaugenpinguine. Wir sind wie bei einer Antarktisexpedition mit sehr guter Mammut-Bekleidung eingepackt und frieren aufgrund der beissenden Winde dennoch schon bald wie Schlosshunde. Diese Pinguinart kann man nur aus der Ferne beobachten und heute zeigen sich auch nicht viele. So geniessen wir bald schon wieder die Wärme und das Essen im Pub des Ortes.


Die zweite lokale Pinguinart, die Zwergpinguine, kommen erst bei Dunkelheit an Land. So ziehen auch wir beim Eindämmern wieder mit Taschenlampen bewaffnet los. Schon bald sehen wir die ersten und können viele weitere aus wenigen Metern beobachten. Im Gegensatz zu den Gelbaugenpinguinen sind die Zwergpinguine überhaupt nicht scheu und ziehen jede Nacht in die Strassen des Dorfes. Niedliche kleine Watschler.

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