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Sonntag, 30. November 2008

Whangarei Falls

Falls aufgrund unserer Einträge in der letzten Zeit der Eindruck entstanden sein sollte, dass wir in Neuseeland fast nur schlechtes Wetter hatten, so ist da was falsch gelaufen. In Tat und Wahrheit war das Wetter, bis auf ein paar Ausnahmen, wirklich gut und wir haben wohl aus Gewohnheit an das schöne Wetter, dieses nur erwähnt, wenn's mal anders war.

Also: Heute begrüsst uns ein weiteres Mal ein blauer Himmel und eine strahlende Sonne. Bereits um halb Neun ist es schon sehr warm draussen und wir stürzen uns sogleich in die kurzen Kleider.

Eigentlich haben wir nur einen Fixpunkt für den Tag. Dies ist der Besuch der Whangarei Falls: 28m hohe Wasserfälle, unweit der Stadt. Im Lonely Planet werden diese als Paris Hilton unter Neuseelands Wasserfälle bezeichnet: Nicht unbedingt die schönsten, aber die meist fotografierten. Uns gefallen sie aber trotzdem und dank eines Rundweges können wir die Fälle aus vollen 360° betrachten.


Den weiteren Tag verbringen wir beim Cachen in der Stadt und beim Faulenzen resp. Studium des Australien Reiseführers beim Hafen von Whangarei. Schliesslich sind unsere Tage in Neuseeland bald gezählt und man will ja einigermassen wissen, was einem auf der anderen Seite der Tasman Sea erwartet.

Samstag, 29. November 2008

Mit Delfinen im Wasser

Nach dem Delfin-Erlebnis im Doubtfulsound hat Döri bereits vor einigen Tagen den Wunsch nach einer weiteren Delfinsuche geäussert. Da auch mich diese Tiere faszinieren, war mein Widerstand diesbezüglich ziemlich gering. Mit Paihia in der Bay of Island haben wir nun auch den Ort erreicht, welcher als Mekka für Delfinsucher bezeichnet wird. Nun müssen wir nur noch das geeignete Angebot und den Auslaufzeitpunkt aussuchen. Eigentlich eine kleine Hürde, aber die grosse Auswahl an Angeboten macht die Entscheidung auch nicht leichter. Zudem sehen auch die Wetterprognosen nicht gerade rosig aus, so dass wir die Entscheidung vor uns her schieben.

Zurecht, denn die Prognosen stimmen für einmal und es regnet den ganzen Tag nicht zu knapp. So machen wir uns einen extrem faulen Tag in unserem Hostel und gehen nur für die Verpflegungsaufnahme vor die Tür. Auch dies schadet zwischendurch nicht und wir können uns zudem um unsere Weiterreise nach Australien kümmern und sonst aufgeschobene Dinge erledigen. Zudem können wir uns tatsächlich zu einem Entscheid bezüglich dem Delfinausflug durchringen und buchen die günstigste der verfügbaren Touren. Kurz darauf bereuen wir diese Buchung bereits wieder, als wir merken, dass dies die frühste Tour des Tages ist. Sooo schlimm wird’s aber nicht werden mit dem Aufstehen.

Um halb Sieben gehen wir aus den Federn, um dann kurz vor Acht vor dem falschen Boot zu warten. Irgendwie habe ich einen der grossen Katamaranen im Kopf und steure automatisch auf diesen zu. Glücklicherweise zeigt uns jemand kurz vor der Abfahrt den Weg ins richtige Schiff und wir komplettieren die zehnköpfige Passagiergruppe. Das Wetter zeigt sich übrigens von der besten Seite und bei blauem Himmel heizt uns die Sonne schon ziemlich ein.


In einem kleineren Katamaran geht’s nun ab zwischen die Inseln der Bay of Island und schon nach wenigen Minuten erhält unser Skipper Infos zu Delfin-Sichtungen. Kurz darauf sind wir schon vor Ort und können uns die längste Zeit eine Schule von etwa 50 Tieren aus der Nähe betrachten. Liegend mit dem Kopf über dem Rand des Bootes beobachten wir, wie die Delfine mit dem Boot spielen und diesem folgen. Ein herrlicher Anblick.

Die Restriktionen für den Umgang mit Meeressäugern sind in Neuseeland ziemlich strikt und so ist vorgegeben, wie lange man sich den Tieren nähern und wann man mit ihnen schwimmen darf. Ein Kriterium sind die Jungtiere. Sobald solche zugegen sind, darf nicht ans Schwimmen gedacht werden und dies ist auch bei der aktuellen Schule der Fall. So geniessen wir die Sprünge und Spritzer vom Boot aus, erhalten von der Spezialistin Floppy viele interessante Infos vermittelt und machen uns schlussendlich auf zu einer weiteren gesichteten Gruppe.


Diese befindet sich weit in der Bay und wir können, trotz eingeschränkter Sicht im Wasser, Taucherbrille, Schnorchel, Flossen und wer will, einen Neoprenanzug fassen. Die Wassertemperatur wird mit 18.8°C angegeben, also nicht zu kalt. Auf Kommando unseres Skippers springen wir zu sechst ins Wasser und paddeln den Tieren nach. Einzeln kommen sie auf uns zu und tauchen unter uns durch. Unglaublich. Wir erhalten etwas später noch eine zweite Chance und können nochmals ein paar Delfine aus der Nähe betrachten. Erschöpft klettern wir wieder auf's Boot und werden zur Erholung in eine schöne Bucht auf einer der Inseln gebracht.


Wir haben heute ungemein viel Glück gehabt. Angefangen mit dem perfekten Wetter, dem kleineren Boot, der kleinen Gruppe, dem witzigen Skipper, der allwissenden Floppy und, was am wichtigsten ist, mit der Sichtung der vielen Delfinen. So bleibt dieser Ausflug wohl ewig in Erinnerung.

Die Interessierten können nun endlich auch das Fotoalbum von Taranaki und Taupo anschauen. Viel Spass!

Donnerstag, 27. November 2008

Endloser Strand

Für den letzten Zipfel von Neuseeland haben wir eine Bustour gebucht. Die aufgrund der doch noch beträchtlichen Distanzen, aber vor allem auch wegen der Ninety-Mile-Beach, welche wir mit unserem gemieteten Auto nicht befahren dürfen. Aber dazu später.

Wir werden um etwa Viertel vor Neun direkt vor dem traumhaft am Strand gelegenen Backpackers abgeholt und fahren zusammen mit einer gemischten Truppe von 16 Leuten in Richtung Norden. Unser Chauffeur, ein älterer Maori, entpuppt sich bald als unterhaltsamer Faktenlieferant, Geschichtenerzähler und Sänger, welcher uns die Fahrt abwechslungsreich gestaltet.

Bei einem Gum-Digger-Field, einem Ort, wo vor rund hundert Jahren nach Kauri-Harz gegraben wurde, erfahren wir in einer Führung viel Wissenswertes über diesen Berufsstamm. Etwa weshalb die Gummistiefel Gummistiefel heissen. Jup, genau wegen diesen Gum-Diggern, welche zu ihrer Arbeit die Gum-Boots getragen haben. Was man nicht alles lernt...


Kurz vor dem Cape Reinga, dem nördlichsten Punkt Neuseelands, machen wir in einer schönen, aber nebligen Bucht Mittagspause. Nach wenigen Minuten reisst die Nebeldecke jedoch auf und wir können den weissen Strand doch noch bei Sonnenschein geniessen. Glück muss man haben.

Leider verlässt uns das Glück jedoch etwas beim Besuch des Cape Reinga. Nur knapp können wir in der Ferne etwas Wasser erkennen, ansonsten ist der Nebel allzu dicht. Tja, so müssen wir uns das Zusammentreffen der beiden Meere (Pazifischer Ozean und tasmanisches Meer) in unserer Fantasie betrachten.

Weiter geht die Fahrt zur Ninety-Mile-Beach, einem bei Ebbe rund 100m breiten und rund 90km langen Strand. Um dahin zu kommen, müssen wir, resp. unser Fahrer, jedoch die Strasse verlassen und ein breites Flussbett als Fahrbahn verwenden. Zudem können wir am Fusse von hohen Sanddünen einen Plastikschlitten fassen, die Sanddünen erklimmen und diese wieder hinunter düsen. Dabei zeigt Döri ihr verborgenes Gleittalent und muss beinahe noch absichtlich bremsen, um nicht im Fluss zu landen.


Die Fahrt auf der Ninety-Mile-Beach gleicht jener auf einer Autobahn. Die Fahrbahn ist hart und topfeben. Einen Unterschied gibt es jedoch: Hier hat es absolut keinen Gegenverkehr. Einzig ein paar stehende Autos sehen wir, welche die Ausfahrt vom Strand nicht rechtzeitig vor der Flut gefunden haben. So legen wir die rund 70km bis zum Verlassen des Strandes in hohem Tempo und kurzer Zeit zurück und kommen bald müde aber zufrieden wieder in unserem Hostel an.

Dienstag, 25. November 2008

Im Zeichen des Baumes

Der heutige Morgen startet zwiespältig: Zum einen empfängt uns in der Küche ein Korb gefüllt mit unserem Morgenessen (ist beim heutigen Hostel inbegriffen), was eine willkommene Abwechslung zu den übrigen Tagen bietet. Zum andern hat sich das Wetter noch nicht gebessert. Der Blick aus dem Fenster verliert sich im Grau des Regens und der Wolken.

Wir machen uns dennoch auf den Weg weiter in den Norden und erreichen bald wieder den Highway Nr. 1. Auf diesem fährt ein Lieferbus vor uns und nichts ahnend müssen wir zusehen, wie plötzlich ein länglicher Gegenstand aus dem Gefährt fliegt. Als sich dies ein zweites Mal quer über die Gegenfahrbahn wiederholt, vermuten wir ein System dahinter und sehen bald auch, dass es sich beim Lieferbus um einen Zeitungsverträger handelt. Der gute Mann schmeisst die in Plastik eingepackten Zeitungsrollen bei Tempo 90 aus dem Fenster auf die Vorplätze von Häusern. Das nenne ich mal Effizienz.

Da das Wetter grössere Aktivitäten unter freiem Himmel nicht gerade schmackhaft macht, schauen wir uns das Kauri Museum an. Dieses dreht sich voll und ganz um den hier heimischen Kauri-Baum. Es wird in interessanter Weise dargestellt, wie gross und dick ein solcher Baum werden kann (unglaublich), wie er verarbeitet werden kann und zudem, wie Wälder voller Kauribäume Ende des achtzehnten Jahrhunderts abgeholzt worden sind. Wir verbringen beinahe zwei Stunden in diesem aufwändig gemachten Museum. Im Bild, der älteste noch lebende Kauri Baum: Tane Te Mata.


Schon bald beziehen wir unser Hostel für die nächste Nacht in einem Ort namens Dargaville. Dabei handelt es sich um eine alte Primarschule, in welcher die Klassenzimmer in Schlafsääle umgewandelt worden sind. Döri fühlt sich natürlich sofort heimisch und soll unter diesem Dach dann auch entsprechend gut schlafen.

Zuvor möchten wir jedoch noch meinen Geburtstag feiern und suchen dazu ein geeignetes Lokal. Nach einer kurzen Suche stellen wir fest, dass Dargaville etwa 1.5 Restaurants (das eine ist ein Zwischending zwischen einem Cafe und einem Restaurant) beheimatet und eines davon ein tatsächlich geöffnetes indisches Lokal ist. Damit ist die Wahl schnell getroffen und wir essen mal wieder köstlich indisch. Mittlerweile hat dies ja am 24. November schon beinahe Tradition ;-)


Und schon ist es wieder vorbei mit den Sprüchen bezüglich dem Alter von Döri. So schnell geht’s halt.

Montag, 24. November 2008

Zurück an alter Wirkungsstätte

Während den letzten rund zehn Tagen in Neuseeland wollen wir uns den nördlichsten Zipfel des Landes, sinnigerweise Northland genannt, ansehen. Der Weg dorthin führt uns nochmals am Ausgangspunkt unserer Kiwi-Rundtour, Auckland, vorbei und nun nutzen wir die Zeit und die Flexibilität, um uns kurz die Orte anzuschauen, an welchen ich vor acht Jahren vor allem die Zeit verbracht haben.

So besuchen wir Takapuna, den Ort der besuchten Englischschule, und die gleich vor dem Schulgebäude liegende Beach. Wo wir jeweils unser Mittagessen eingenommen haben, sind heute primär Wind- und Skitesurfer am durchs Wasser düsen. Sie nutzen die beinahe perfekten Bedingungen, welche dazu führen, dass es uns fast den Hut vom Kopf windet.

Auf dem Weg zum nächsten Fixpunkt, dem Foodcourt, als Quelle des täglichen Mittagessens, durchqueren wir einen kunterbunten Markt. Hier kann anscheinend jeder, der so etwas wie ein Stand besitzt, etwas anbieten, was sich mehr oder weniger zum Verkaufen eignet. Neben Gemüse und Schmuck sieht man auch alte Bücher, verrostete Werkzeuge und Porzellantöpfe.

Beim Foodcourt angekommen, staune ich, dass mein Stammanbieter noch genau das selbe Angebot hat wie damals. Aus verschiedenen Salaten kann man drei zu einem Combo zusammen stellen. Zudem sind es auch noch die gleichen Salate geblieben und so kann ich der Versuchung nicht widerstehen und muss uns ein solches Combo mit Cucumber-, Waldorf- und Thuna-Pasta-Salat als Mittagessen besorgen. Unglaublich, wie sich der Geschmack mit meinen Erinnerungen deckt.

Die letzte Station unserer kurzen Takapuna-Führung ist unsere damalige Stammbeiz, das RTOTO. Danach steigen wir wieder ins Auto ein und fahren meine tägliche 40-minütige Spazierstrecke zu „meinem zu Hause“ ab. Das Haus ist tatsächlich noch da, nur wohnt leider die Familie von damals nicht mehr drin. Ich weiss, dass sie umgezogen sind, konnte aber die aktuelle Adresse nicht ausfindig machen. Irgendwie schade, aber so kann's halt gehen mit der Zeit.

Die Zeit führt uns auch noch ein paar Kilometer weiter in den Norden nach Helensville, wo wir ein schnuckeliges Backpackers beziehen und uns aufgrund des einsetzenden Regens in den überdachten Spa stürzen.

Samstag, 22. November 2008

Black Water Rafting

Waitomo ist in Neusseeland der Inbegriff für Kalksteinhöhlen und Glühwürmer. Weit über 300 Höhlen gibt es in der Gegend. Um diese herum hat sich eines der touristischen Zentren des Landes gebildet. So kommen auch wir nicht darum herum, einen Blick in die eine oder andere Höhle zu werfen.

Dank etwas Überzeugungskraft kann ich Döri von der geplanten AHV-Tour durch eine der grossen Caves abbringen und ihr eine Zusage zu einem Black Water Rafting abgewinnen.

Da nur noch bei der ersten Tour des Tages zwei Plätze frei sind, springen wir wieder mehr oder weniger früh aus den Federn und stehen um 8 Uhr beim Veranstalter auf der Matte. Eigentlich sollte die Tour um Viertel nach Acht starten, aber auch zehn Minuten nach diesem Zeitpunkt tut sich noch nichts. Als dann eine Truppe Saudis mit grossem Trari-Trara bei der Basis eintrifft, ist uns der Grund für die Verzögerung urplötzlich klar. Bereits beim Zuschauen ihrer Registrierung können wir uns ein Lächeln nicht verkneifen, denn diese Jungs gehen alles ziemlich kompliziert und wirr an, so dass auch die Dame hinter der Theke bald mal die Augen verdreht.


Zu neunt, neben den fünf Saudis nehmen noch zwei Amis teil, werden wir mit Wetsuits (brrr, ist dieses Teil kalt), Stiefel und Helmen eingekleidet und können ein weiteres Mal grölen, als es die Saudis tatsächlich schaffen, so ziemlich alles verkehrt herum anzuziehen. Für Unterhaltung ist jedenfalls gesorgt.

Nach einer kurzen Fahrt fassen wir jeweils einen aufgeblasenen Autopneu und schon geht’s zur ersten Nichtganzsotrocken-Übung. Damit wir später in der Höhle die zwei kleinen Wasserfälle auch problemlos mit einem Rückwärtssprung in den Pneu überwinden können, müssen wir dies bei einem kleinen Fluss üben. Mit oder ohne Mithilfe durch unsere beiden Guides landen alle sitzend auf den Schläuchen im Wasser. Damit haben wir auch die Kontaktaufnahme mit dem kalten Feucht hinter uns.


Nun kann's also in den Untergrund gehen. Durch einen engen Eingang steigen wir in die Höhle hinab und waten, springen und treiben fortan durch den dunklen Schlund und dessen Bach. Zwischendurch schalten wir unsere Stirnlampen aus und können so die Glühwürmchen an der Decke in aller Ruhe, mal abgesehen vom Geschnatter der Saudis, geniessen. Man hat echt das Gefühl, als sehe man die Milchstrasse in aller Klarheit direkt über sich.


Nach rund einer Stunde sehen wir dann bereits wieder Tageslicht und steigen aus der Höhle aus. Döris lachendes Gesicht zeigt mir, dass sie mir den Mitmachzwang überhaupt nicht übel nimmt. Nein, sie äussert sich echt begeistert von der Tour und auch ich hatte natürlich riesigen Spass dabei.

Zurück in der Basis entledigen wir uns schnellst möglichst der Ausrüstung und springen unter die warme Dusche. Bei einer heissen Tomatensuppe und einem Bagel können wir dann auch von innen noch etwas Wärme tanken und schon bald sind die kalten Füsse und Hände vergessen. Uns bleiben nur noch die super positiven Erinnerungen an dieses Abenteuer.

Freitag, 21. November 2008

Tongariro Alpine Crossing

Nicht zum ersten Mal finden die zweifelhaften neuseeländischen Wetterprognosen den Weg in unseren Blog. Von gutem, bzw. stabilem Wetter hängt nämlich die Machbarkeit des Tongariro Alpine Crossings ab. Da die Prognosen für heute ziemlich gut ausgesehen haben, sind wir gestern nochmals zurück nach Turangi gefahren und haben das Shuttle gebucht, welches zum Startpunkt der Wanderung fährt. D. h. das Shuttle habe nur ich gebucht, da sich Döri von Ausführungen zur Wanderung im Reiseführer hat beunruhigen lassen und sich dies momentan nicht zutraut. Gerade in den Bergen ist es ja bekanntlich besser, wenn man auf seine innere Stimme hört und einen gesunden Respekt wart.

Nach einer kurzen Vorbereitung der Verpflegung und der Ausrüstung am Vorabend fängt der Tag für mich früh morgens an. Kurz vor fünf holt mich der Wecker aus dem Schlaf und nach einem kurzen Frühstück besteigen vier weitere aus dem Hostel und ich den Bus in Richtung Nationalpark. Wir haben den Early-Bird-Service gebucht, um vor den grossen Massen den Track in Angriff zu nehmen. Dies zahlt sich auch aus und kurz nach halb Sieben können wir als erste des Tages die Wanderung in Angriff nehmen. Soweit sieht übrigens auch das Wetter hervorragend aus: blauer Himmel, erste Sonnenstrahlen an den weissen Hängen des Mt. Ruapehu und nur entfernt ein paar Wolken.


Der erste Teil des Tracks führt durch ein breites, durch Gletscher geformtes Tal und nach kurzer Zeit besteht bereits eine Lücke zwischen mir und meinen Mitstreitern, so dass ich die Ruhe der Natur komplett geniessen kann. Nach knapp zwei Stunden Wanderzeit und einem deftigen Aufstieg erreicht der Track den Central Crater, eine grosse Ebene, und damit auch die Abzweigung zum Mt.Ngauruhoe. Dies ist ein noch aktiver Vulkan und dessen Besteigung benötigt zusätzliche 2 Stunden. An der Zeit mangelt es eigentlich nicht, da wir erst um 16:30 Uhr beim Trackende abgeholt werden, aber just zu meiner Ankunft bei der Verzweigung ziehen erste Wolken auf. Im Wissen, wie schnell das Wetter in den Bergen wechseln kann, entscheide ich mich gegen diese Zusatzschlaufe.

Nach einem weiteren Aufstieg kommt man zum Höhepunkt des Tongariro Crossings, dem Red Crater. Auch dieser Vulkan gilt als noch nicht erloschen und dementsprechend dampft es auch aus verschiedenen Stellen der Kraterwand. Eindrücklich ist vor allem aber auch die rote Farbe des Gesteins in diesem Krater. Allerdings sehe ich dies zu diesem Zeitpunkt beinahe nicht, da nun dicker Nebel aufgezogen ist. Um etwas Zeit zu Vertreiben nehme ich den zusätzlichen Pfad zum Mt. Tongariro in Angriff, welcher über eine Kante und mehrere Schneefelder auf diesen Vulkan führt. Im Gegensatz zu anderen Vulkanen ist dieser nicht auf den ersten Blick als solcher zu erkennen, da er nicht nur von einem Krater geformt wurde und daher keine Symmetrie aufweist.


Vom Mt. Tongariro aus habe ich eine gute Übersicht über einen grossen Teil des bisher zurückgelegten Weges und sehe nun auch, dass die bisher gehörten Geschichten von den vielen Wanderern tatsächlich war sind. Beinahe in Kolonne durchwandern die Leute den Central Crater und bei meiner Rückkehr zum Red Crater, knapp zwei Stunden später, muss ich mich auch einreihen. Zudem sehe ich, mit welcher Ausrüstung (oder eben Nicht-Ausrüstung) sich ein Teil der „Wanderer“ auf den Weg gemacht haben. Dass nicht auch noch Flip-Flops zu sehen sind ist schon fast erstaunlich.

Die restliche Wanderung besteht aus den grünen Emerald Lakes, dem Bluelake, mehreren dampfenden Hotsprings und dem Abstieg über Grassland und schlussendlich durch Wald zum Parkplatz. Mittlerweile gibt mir der Geschmack von faulen Eiern (Schwefel) beinahe schon ein vertrautes Gefühl und ich kann von den dampfenden Hängen und Bächen fast nicht genug kriegen.

Bereits kurz nach zwei Uhr nachmittags erreiche ich den Endpunkt der Wanderung und muss nun auf den Bus warten. Die Zeit vergeht aber ziemlich schnell, denn es aufgrund der eintreffenden Leuten und Busse ist ziemlich viel los. Wer zuerst startet, der darf auch zuletzt wieder nach Hause. Nach diesem Motto ist unser Shuttle das letzte, welches den Carpark verlässt und ich freue mich auf die erfrischende Dusche zu Hause.


Zurück im Hostel tausche ich mit Döri die Erfahrungen des Tages aus und sie erzählt mir von ihrem Tagesprogramm. Es soll ja Leute geben, welche sich zum Joggen zwingen müssen. Nun gibt es da gewisse Tricks, um die Joggingeinheit etwas auszudehnen. Nach dem Abrennen einer bereits bekannten Strecke hat sie anscheinend den Rückweg zum Hostel verpasst und sich umherirrend das ganze Dorf Turangi joggend angesehen. So konnte sie die Einheit auf ganze 90 Minuten ausdehnen. Entsprechend hat sie am Abend auch mehr Gliederschmerzen als ich und es zieht sie genau gleich früh ins Bett wie mich.

So ist nun also auch das Tongariro Alpine Crossing geschafft und ich muss ein gemischtes Fazit ziehen. Landschaftlich ist diese Wanderung extrem schön, aber die vielen Leute trüben das Vergnügen halt doch ein wenig. Nun weiss ich auch, wie das Crossing zum Titel „beliebteste Tageswanderung Neuseelands“ gekommen ist.

Hier noch ein paar statistische Daten aus dem GPS:

Zurückgelegte Strecke: 23.6km
Zeit unterwegs: 5h 28min
Zeit im Stand: 2h 03min
Höhe min: 757m
Höhe max: 1973m
Aufstieg total: 1214m
Abstieg total: 1640m

Dienstag, 18. November 2008

Entlang des Waikato Rivers

Wenn man den Wetterprognosen Glauben schenkt, so soll der heutige Morgen trocken bleiben, aber der Nachmittag wieder verregnet sein. Entsprechend planen wir unsere Taupo-Erkundung und machen uns einigermassen früh mit der Regenausrüstung im Rucksack zu Fuss auf zu den Huka Falls.

Der Weg führt uns zuerst am einmalig schönen (ein Ausleger bringt die Springer in einem Flussbogen horizontal 20m und vertikal 50m über das Wasser) Taupo Bungy Jump Gelände vorbei. Wir schauen kurz den Waghalsigen zu. Hier habe ich mich vor ein paar Jahren ebenfalls in die Tiefe gestürzt. Heute fällt mir aber das Kosten/Nutzen Verhältnis etwas zu einseitig aus und so werde ich wohl auf dieser Reise auf einen solchen Sprung verzichten. Aber man soll ja bekanntlich nie nie sagen.

Weiter geht’s entlang des idyllischen Waikato Rivers vorbei an einem Bächlein mit natürlich heissem Wasser zu den Huka Falls. Der Waikato River ist der Ausfluss des Lake Taupo, des grössten Süsswassersees der südlichen Hemisphäre (habe ich irgendwo gelesen) und führt auch dementsprechend Wasser. Bei den Huka Falls wird das Wasser durch einen Felskanal gedrückt, beschleunigt und schiesst anschliessend über einen Felsvorsprung ein paar Meter in die Tiefe. Mit entsprechender Sonneneinstrahlung schimmert das Wasser in diversen Blau- und Grüntönen. Herrlich, dieses Schauspiel.


Wir wandern die gleiche Strecke zurück und erreichen nach rund drei Stunden wieder unser Backpackers, wo wir aber nur kurz ins Auto hüpfen und zum nächsten Programmpunkt düsen. Ein paar Kilometer unterhalb der Huka Falls wurde der Waikator River gestaut und das Wasser unterirdisch zu einem Elektrizitätswerk geleitet. Damit wurde auch der natürliche Lauf des Wassers durch die Aratiatia Stromschnellen trocken gelegt. Heute werden aber, hauptsächlich als Touristenattraktion, die Stromschnellen viermal täglich geflutet und wir möchten uns dies nicht entgehen lassen. Genügend früh treffen wir bei den Stromschnellen ein und können den ganzen Prozess der Flutung mitverfolgen. Unglaublich, welche Wassermassen da die Felsen hinunter stürzen.

Auf dem Rückweg nach Taupo machen wir einen Abstecher auf ein Gelände welches „Craters of the Moon“ genannt wird. Durch unterirdische geothermale Aktivitäten sind Krater und dampfende Löcher entstanden, welche die Gegend in eine unwirkliche Landschaft verwandeln. Wir wandern auf einem Rundweg rund eine Stunde durch die dampfende Gegend, bis uns der Magen knurrt. Schliesslich haben wir seit dem Frühstück nichts mehr gegessen und es ist bereits 3 Uhr. Höchste Zeit für einen Imbiss. Als Ausnahme und Belohnung für die körperlichen Leistungen des Tages gönnen wir uns ein leckeres Zmittag-Zvieri-Znacht in einem Restaurant mit Ausblick auf den Lake Taupo.

Montag, 17. November 2008

Geduldiges Chillen

Was macht man beim Reisen, wenn das Wetter die geplante Wanderung nicht ermöglicht und auch andere Aktivitäten aufgrund des Regens temporär ihre Attraktivität verlieren?
Wir nehmen uns die Zeit um auszuspannen, Mails zu schreiben, mal wieder TV zu schauen, ein Buch zu lesen oder auch mal Nichts zu machen. Natürlich sind wir dabei nicht alleine, denn es geht sämtlichen Reisenden so, nur können nicht alle diese Zeit gleich geniessen und so sieht man bei feuchtem Wetter bald auch das eine oder andere mufflige Gesicht im Backpackers. Wir geniessen auch diese Zeit jedoch und bald werden sich wohl die Wolken am Himmel und in den Gesichtern wieder verziehen und wir können eventuell das Tongariro Alpine Crossing doch noch in Angriff nehmen.

Jedenfalls sind wir froh, dass wir uns nicht mehr in Los Angeles befinden. In der Gegend, wo wir vor ein paar Wochen noch unseren USA Camper abgegeben haben, scheint es jetzt etwas wärmer zu sein.

Da momentan nicht soooo viel passiert hier, haben auch die Frequenz der Blog-Einträge etwas abgenommen, aber auch dies wird sich dann wieder ändern.

Samstag, 15. November 2008

Vom Mt. Taranaki in den Spa

Da heute Döri bereits am 32. Lebensjahr kratzt, darf sie das Tagesprogramm komplett in Eigenregie bestimmen. Zu meiner Verwunderung fahren wir nochmals dem Mt. Taranaki entgegen und starten eine 4-stündige Wanderung. Nach zwei Verzweigungen und einigem Rätselraten geben wir Gas und stürzen uns den Hang hinunter. Rund eine halbe Stunde später müssen wir uns aber endgültig eingestehen, dass wir den falschen Pfad erwischt haben. Wie beim Leiterlispiel geht es zurück an den Start, aber bei uns leider nicht mit einem kurzen Sprung, sondern schweisstreibend wieder den Hang hinauf. Wenigstens haben wir mal wieder was gegen unsere überflüssigen Fettpölsterchen gemacht. Wir hängen nochmals eine kleine Rundwanderung an und können dadurch die Aussicht über das Taranaki-Flachland und hinüber bis zum Mt. Ruhapehu geniessen. Zu Ehren von Döri hat Petrus tief in die Kiste gegriffen und das schönste Wetter inkl. warmen Temperaturen ausgepackt.


Als nächstes entspannen wir eine Stunde im Spa in New Plymouth. Wo vor Jahren nach Öl gegraben wurde, ist nur heisses Wasser zum Vorschein gekommen, was uns nun aber heute zu Gute kommt. Ahhhh, tut dies gut.

New Plymouth kann sich nicht gerade rühmen, ein Zentrum der noblen Gastronomie zu sein. Zur Feier des Tages möchten wir aber mal wieder gut essen gehen und suchen daher schon am Nachmittag ein geeignetes Lokal. Klar, wenn's nur etwa drei einigermassen gute Lokale hat, dann muss man sich wohl auch einen Tisch reservieren lassen. Glück gehabt. Ansonsten hätten wir wohl im Stehen gegessen. So kommen wir aber am Abend in den Genuss von hervorragenden Gerichten und lassen uns auch die Flasche Wein schmecken.


Und schon wieder ist frau ein Jährchen älter, aber mann wird ja bald nachziehen.

Kitchen Nightmare

Nach einem Tag im Auto und zu Fuss an der Flanke des eindrücklichen Vulkans namens Mt. Taranaki oder auch Mt. Egmont genannt, beziehen wir unser Lager in einem frisch renovierten, aber quasi wandlos ringhörigen Backpackers in New Plymouth.

Bereits seit mehreren Tagen geistert bei uns die Vorstellung eines feinen Nachtessens im Kopf herum, aber da dafür auch die Küche und deren Ausstattung etwas passen muss (eigentlich nur das Nötigste, aber dies ist lange nicht in allen Backpackers gegeben) haben wir diesen Plan etwas aufgeschoben, möchten ihn nun aber heute verwirklichen. Nun also das Menü:

Paniertes Schnitzel mit Bratkartoffeln, gedämpften Tomaten und Salat.

Die Kartoffeln sind trotz einem ziemlich stumpfen Messer bald einmal gewürfelt. Die erste Herausforderung stellt der Herd dar. Notabene ein Gasmodell, welches durchaus auch in einer professionellen Küche stehen könnte. Nach mehrmaligem Versuch eines der Rechauds zum Brennen zu bringen, werden wir von einer anwesenden Japanerin unterstützt. Folge: eine riesige Stichflamme, aber immerhin brennt das Ding und wir können die die Kartoffeln in die Pfanne schmeissen. Bald merken wir, dass die Würfelchen trotz Öl und nachher auch Butter an der Pfanne haften bleiben und sich mit der Zeit eine Kruste auf dem Pfannenboden bildet, die Kartoffeln aber völlig bleich bleiben. Dem nicht genug, fängt der Krustenboden auch noch nach verbrannten Kartoffeln zu riechen, was sich natürlich auch auf dieselben überträgt. Folge: bleiche, knapp linde Bratkartoffeln, welche völlig verbrannt riechen.

Etwa ähnlich ergeht es den panierten Schnitzeln. Von der voll haftenden Pfanne werden diese bis auf die Unterwäsche abgezogen und haben folglich nicht mehr wirklich viel mit was Paniertem gemeinsam. Zudem müssen wir später feststellen, dass sich unter dem panierten Mantel, ein nicht mehr ganz frisch riechendes Fleisch versteckt hat. Ja, wir haben die Schnitzel bereits vollständig paniert gekauft. Asche über unsere Häupter.

Immerhin gelingt uns der Salat und die gedämpften Tomaten. So reduziert sich unser glorioses Menü auf ziemlich gesunde Kost. Alles hat seine positive Seite. Und hier kommt gleich noch eine zweite dazu: Endlich hat auch mal wieder ein Dessert in Form von Choco-Chip-Cookies in unseren Mägen platz. So guet!

Zum Glück haben wir morgen einen guten Grund, um auswärts zu essen.

Dienstag, 11. November 2008

Nights in Wellington

Nach einer cachereichen (15 gefunden, darunter unsere Nr. 200) und kurvigen Fahrt vom Abel Tasman Nationalpark nach Picton, einer Nacht in selbiger Town und der Überfahrt mit der Fähre, sind wir nun wieder in Wellington auf der Nordinsel von Neuseeland gelandet.

Was wir beim ersten Besuch dieser Stadt aufgrund des schönen Wetters ausgelassen haben, können wir heute mit gutem Gewissen (seit wir unsere Tour im Abel Tasman Park abgeschlossen haben, zeigt sich das Wetter von der etwas schlechteren Seite) nachholen: Den Besuch des Nationalmuseums Te Papa. Im prominenten Bau direkt an der Promenade von Wellington werden auf fünf Stockwerken in sehr interessantem Stil die Geologie, die Natur und auch die Geschichte von Neuseeland visualisiert. Wir benötigen mehrere Stunden, bis wir sämtliche zugänglichen Ausstellungen mehr oder minder intensiv angeschaut haben. Eigentlich könnte man Tage in diesem Museum verbringen, aber irgendwann hat man einen vollen Kopf und schwere Beine.

Bei einem kurzen Rundgang durch die Stadt kommen wir per Zufall bei einem Kino vorbei und entscheiden uns spontan, mal wieder einen Film anzusehen. Vor ein paar Tagen habe ich mich ja etwas verständnislos bezüglich den Nicholas Sparks Romanen geäussert. Mein Pech, dass gerade jetzt eine Verfilmung eines Romans dieses Autors läuft. Tja, man soll ja nicht Vorurteile haben und so lasse ich mich zu diesem Film (Nights in Rodanthe) überreden. Hmmm, auf eine Kritik meinerseits über diesen Tränendrüsendrückerfilm wartet ihr an dieser Stelle vergebens, aber immerhin kann ich nächsten Samstag den Halbfinal der Rugby League Weltmeisterschaft (Kiwis gegen England) ohne schlechtes Gewissen geniessen. Das Leben ist ein ewiges Geben und Nehmen ;-)


Ach ja, eine Bildergalerie (jene von Nelson und Marlborough) ist auch neu verfügbar!

Samstag, 8. November 2008

Abel Tasman Nationalpark

Vor lauter Aufregung aufgrund der bevorstehenden Tour spielt Döris Magen etwas verrückt und so starten wir mit gemischten Gefühlen in den Tag, an welchem wir die erste Tranche unseres Ausfluges in den Abel Tasman Nationalpark bestreiten werden.

Zudem erhalten wir einen kleinen Dämpfer, als wir beim Veranstalter erfahren, dass wir mal wieder ein „Upgrade“ erhalten. Eigentlich hätten wir vom Parkeingang bei Marahau aus paddeln und dann weiter in Richtung Norden wandern wollen. Nun fahren wir mit dem Wassertaxi zuerst in die Mitte des Parkes, paddeln dann die halbe Strecke zurück und wandern die zweite Hälfte. Ein Upgrade ist ja schön und gut, aber soweit ich mich erinnern kann (bin den ganzen Abel Tasman Coastal sowie den Inland Track vor rund acht Jahren bereits einmal gewandert), ist unsere Wanderstrecke nun etwas weniger abwechslungsreich, als sie zuvor gewesen wäre. Tja, wir sind dennoch voller Hoffnung, dass es ein unvergesslicher Ausflug wird.

Zuerst geht’s dann mit einem kleinen Bus nach Marahau, wo wir sowie die Seekayaks in, oder besser gesagt auf ein Wassertaxi verladen werden. Am Zielort angekommen stürzen wir uns in den Spritzschutz und die Schwimmweste, nehmen die Sicherheitshinweise unseres Guides (Kate) entgegen und hüpfen in die Kayaks. Wechselnd zwischen der Küste und kleinen Inseln paddeln wir gegen Süden und machen nur zu Mittag in einer der vielen kleinen Buchten mit den traumhaft schönen Stränden eine Pause. Während der Fahrt sehen wir Seals, Pinguine, Shags und auch eine Stachelroche, welche unter dem Kayak hindurch schwimmt. Neben uns gehören übrigens zwei Jungs aus Manchester und ein deutsch-japanisches Päärchen zu unserer Gruppe und Kate versorgt uns immer wieder mit interessanten Infos und Geschichten zur Umgebung. Gegen Ende unserer sechsstündigen Paddeltour wird’s dann noch ziemlich happig. Mit dem Ziel im Auge müssen wir nur noch die Torrent Bay durchqueren. Mittlerweile ist aber eine ziemlich steife Brise aufgezogen und bläst uns natürlich mitten ins Gesicht. Da hilft nur eines: Paddeln wie blöde. Irgendwann erreichen wir dann wirklich den Strand, welcher unser Tagesziel darstellt und spüren beinahe jeden Muskel in der oberen Hälfte des Körpers. Wir sind müde, aber nach einem solchen Tag ist es eine sehr wohltuende Müdigkeit. Wir müssen noch ein paar Minuten auf das Boot warten, welches uns zu unserem Nachtlager bringt. Ich kann dem türkis-blauen Wasser trotz den eher tiefen Temperaturen von geschätzten 17°C nicht widerstehen und ernte dafür von Kate den Stempel „Crazy Swiss Guy“. Naja, soooo schlimm war's auch wieder nicht und gut getan hat es definitiv.


Die Nacht verbringen wir in einem etwas speziellen Backpacker, dem Aquapackers. In diesem umgebauten Boot können maximal 22 Leute übernachten. Heute sind neben unserer Gruppe jedoch nur noch ein deutsches Päärchen, ein Irländer und eine Amerikanerin anwesend. Bei einem lange ersehnten Bier und einem BBQ werden die Erfahrungen des Tages ausgetauscht. Den Abend verbringen wir mit (Reise-)Geschichten am Lagerfeuer, welches bei uns aus einem Heizpilz besteht. Echt gemütlich. Jedenfalls für jene, welchen das Schaukeln nichts ausmacht.


Für den zweiten Tag ist, wie bereits erwähnt, eine Wanderung geplant. Diese nehmen wir dann, nach dem wir das Frühstück eingenommen haben und vom Backpackerbesitzer wieder am Strand abgesetzt worden sind, unter die Füsse. Um die Strecke etwas interessanter zu gestalten, wandern wir zuerst absichtlich ein paar Kilometer in die falsche Richtung und durchqueren dabei ein Gebiet, welches nur bei Ebbe passierbar ist. Dabei müssen wir auch zwei kleine Flüsse durchwaten und versuchen es zuerst, ohne die Schuhe auszuziehen. Tja, das war nicht eben die Mutter aller Ideen und setzt unsere Schuhe in kurzer Zeit unter Wasser. Beim letzten Mal war dies kein Problem, aber damals hatte ich auch die Militärstiefel dabei, welche bis oben dicht sind. Nach einer kurzen Füssewasch und Sockenauswindungsaktion geht die Wanderung dann auch in Richtung Süden weiter. Wir machen ein paar Abstecher zu interessanten Orten, nehmen unseren Lunch an einem der Strände ein und geniessen einfach die Natur. Müde und mit schmerzenden Füssen erreichen wir ein paar Stunden später wieder Marahau, den Ausgangspunkt unserer Tour, und treffen auch wieder auf die Engländer, den Deutschen und seine Japanerin. Auch sie haben einen schönen Tag verbracht und erzählen von ihren Erlebnissen unterwegs. Bald trifft dann auch das Shuttle des Kayak Unternehmens ein, welches uns wieder zurück zu unseren Autos bringt.


So schliesst sich der Kreis wieder und wir nutzen die Gelegeheit, um noch kurz mit der Japanerin die Ursache des seit kurzem in unserem Auto aufleuchtenden Warnlichts herauszufinden. Die Gebrauchsanweisung ist leider nur auf japanisch vorhanden und für uns damit ziemlich unbrauchbar. Mit ihrer Hilfe finden wir aber heraus, dass wir anscheinend einen Knopf betätigt haben, von dessen Existenz wir erst jetzt erfahren. So ist auch dieses Problem erledigt und wir können uns für eine wohltuende Dusche ins Hostel zurückziehen.

Donnerstag, 6. November 2008

Grosses Loch und klares Wasser

Da wir morgen bereits um 8 Uhr bei der Basis des gebuchten Kajakunternehmens auf der Matte stehen müssen (sorry, dürfen), fahren wir bereits heute in Richtung Abel Tasman Nationalpark. In Motueka ergattern wir uns ein Bett für die Nacht und fahren dann noch etwas weiter in Richtung Norden.

Das erste Ziel ist das Harwoods Hole, ein Loch von 70m Breite und 180m Tiefe. Unentwegte seilen sich in dieses ab und klettern durch die Höhle zu einem anderen Ausgang. Nach 11km über Holperstrassse und weiteren 45 Minuten Fussmarsch kommen wir beim Loch an. Da dieses nicht gesichert und von Felsen umgeben ist, sieht man als Normalsterblicher leider nicht bis in den Abgrund hinein. Leise Enttäuschung macht sich breit, aber sowas weiss man halt erst, wenn man's vor Augen hat.

Die zweite Destination sind Wasserquellen. Tönt ziemlich unspektakulär und ist's auf eine Art auch, auf die andere hats der Ort aber auch in sich. Diese Quellen lassen nämlich in einem idyllischen Tal Wasser in grossen Mengen aus dem Boden sprudeln und dieses Wasser ist erst noch (gemäss offiziellen Messungen) das klarste Quellwasser der Welt. Einzig unter dem Eis der Antarktis soll es noch klareres Wasser geben. Es ist jedenfalls erstaunlich, wie gut man den Boden in über 6m Tiefe sieht. Als wäre er nur 20cm unter der Oberfläche.


Am Abend bereiten wir uns für die nächsten zwei Tage vor. Alles muss in unseren beiden kleinen Rucksäcken Platz haben und da überlegt man zwei- oder dreimal, was denn nun wirklich nötig ist und eingepackt werden soll.

Dienstag, 4. November 2008

Nelson Lakes Nationalpark

Die Wetterprognosen für die nächsten Tage sehen nicht gerade rosig aus. Von Schnee bis aus 700m ist die Rede und wir befinden uns momentan in St. Arnaud, dem Tor zum Nelson Lakes Nationalpark. Höhe des Dorfes: 650m. (Das Bild haben wir übrigens am Vorabend aufgenommen)



Nichtsdestotrotz möchten wir hier zu Fuss die Gegend erkunden und am Morgen scheint das Wetter auch noch OK zu sein. Zwischen den Wolken sieht man sogar blauen Himmel. Gemäss Wetterprognosen soll es jedoch ab Mittag zu regnen beginnen, welche in Gewitter und in höheren Lagen in Schnee übergehen können. Aber gemäss unseren Erfahrungen ist dies so eine Sache mit den neuseeländischen Wetterprognosen.

Um sicher vor dem Regen wieder im Hostel zu sein, gehen wir etwas früher raus als sonst und wandern entlang dem Lake Rotoiti (gesprochen: Roto-iti) zu den Whisky Falls. Diese sind rund 40m hoch und bestehen, entgegen allen Erwartungen, aus Wasser. Schade, aber schön aussehen tun sie trotzdem.


Nach der Rückkehr zum Auto wartet der Regen gerade noch so lange, dass wir auf der Rückfahrt zum Hostel ein paar Caches besuchen können. Für einmal stimmen also die Prognosen fast Minutengenau. Den Rest des Tages verbringen wir auf einer Fensterbank beim Lesen, Mails schreiben, usw. und stecken die Füsse dabei unter eine warme Decke.

Nun sind wir gespannt, ob und wie fest weiss sich St. Arnaud morgen früh präsentieren wird.

Montag, 3. November 2008

02.11.08 Die Kraft des Wassers

Noch kurz eine Anmerkung zu gestern: Der Fund eines deutschen Buches in einer Bibliothek eines Backpackers ruft bei Döri jeweils freudige Laute hervor. Noch extremer wird's, wenn es sich beim Fund um ein Nicholas Sparks Buch handelt. Für mich nicht ganz nachvollziehbar, aber anscheinend von Millionen von Frauen bestätigt. Dieses Ereignis traf gestern zum dritten Mal ein und nach ein paar Stunden war der Spuck vorbei und das Buch gelesen. Das ging ratz fatz. Da tue ich mich momentan mit meinem Clive Cussler deutlich schwerer.

Im Gegensatz zu gestern scheint Petrus heute wieder besser aufgelegt zu sein: Ein stahlblauer Himmel begrüsst uns am Morgen und soll uns inklusive angenehmer Temperaturen auch den ganzen Tag über begleiten.

Die Highlights des heutigen Tages sind zweifelsohne die Pancake Rocks und Blowholes von Punakaiki. Die Rocks heissen so, da sie mit etwas Fantasie etwa so aussehen, als hätte man unzählige Omeletten aufeinander geschichtet.


Die Blowholes sind Löcher in diesen Felsen, aus welchen Luft und Wasser herausgeblasen wird, sobald eine Welle genug Wasser unten in die Felsen spült. Da die Aktivität der Blowholes direkt mit der Flut zusammenhängt, ist dieses Schauspiel zeitabhängig. Wir treffen etwa zwei Stunden vor der Flut in Punakaiki ein, sehen uns bereits mal die Pancakes an und vertreiben die Zeit mit lesen, cachen und dem Mittagessen. Danach geht die Post in den Blowholes erst richtig ab. Unglaublich, mit welcher Gewalt das Wasser in die Höhe schiesst und kleinere und grössere Fontänen erzeugt. Der visuelle Effekt wird zudem noch durch ein Donnergrollen in den Höhlen unter unseren Füssen unterstützt. Einmalig, diese Naturgewalt derart nah miterleben zu können.




Das neuste Fotoalbum: Westküste der Südinsel

Samstag, 1. November 2008

01.11.08 Und wenn's mal regnet...

Bisher hatten wir auf unserer Reise wirklich absolutes Glück mit dem Wetter. In den vergangenen fast vier Monaten kann man maximal 4 Tage als Regentage bezeichnen. Heute macht aber die Wetcoast ihrem Namen alle Ehre. Bereits in der Nacht schüttet es was das Zeugs hält und so geht’s auch den Tag durch weiter. Wir verlassen dennoch Franz Josef in Richtung Norden. Die regulären Bäche sind angeschwollen, Weiden unter Wasser und diverse Wasserwege neu entstanden. Für einmal lassen wir sogar das Geocachen sein, denn man könnte ja nicht mal einen Eintrag im Logbuch fertigstellen, ohne dass dieses völlig durchnässt wäre.

Im nächsten grösseren Ort, Hokitika, besuchen wir eine Glasbläserei. In der Werkstatt finden wir leider nur das Schild „Back on Monday“ vor und so müssen wir uns halt mit dem Anschauen der fertiggestellten Produkten im Shop begnügen. Es soll Leute geben, die behaupten, dass die hier hergestellten Pinguine absoluter Kitsch seien (kleiner Insider). Ich lasse euch dies nun mal selbst beurteilen.



Wir fahren noch ein paar Kilometer weiter nach Greymouth und erfahren hier beim Check-in im Hostel, dass für die Westküste eine Regenwarnung herausgegeben worden ist. Naja, sooo schlimm war's jetzt auch nicht. Jedenfalls fanden wir die Strasse in tadellosem Zustand vor. Etwas weicheiig verbringen wir den Rest des Nachmittages im Wohnzimmer des Hostels vor dem Ofen beim Lesen oder Interneteln.