Wo wir gerade sind

Klicke auf die Marker um weitere Infos zu erhalten.

Donnerstag, 31. Juli 2008

Whistler

Von Kelowna aus fahren wir in zwei Tagesetappen für einmal völlig abseits der Touristenstrecken nach Whistler. Obwohl auch diese Strecken ihre Reize haben, merkt man ziemlich gut, dass wir seltene Gäste sind. Die Rastplätze an den Highways sind sehr selten und die schönen Plätze nicht mehr an den Strassen angeschrieben. Dank den Geocaches finden wir aber trotzdem den einen oder anderen Ort, der zum Verweilen einlädt.

Erst in Lillooet, einem alten Goldgräberstädtchen mit gewissem Charme, biegen wir wieder in den Touristenstrom ein, was sich am Verkehr und der Anzahl der Rastplätze deutlich bemerkbar macht.

Bald kommen wir auch in Whistler an und belegen, zwangs mangelnder Alternativen und eines aufgrund eines Steinschlags gesperrten Highways, einen völlig überteuerten Campground. Dafür haben wir auch mal wieder die Möglichkeit, die aufgestauten Blogeinträge ins Internet zu entlassen.

Zu Fuss machen wir uns ins Whistler Village auf, geniessen dort die Sonne, schauen den Scharen von Downhill-Bikern zu und geniessen ein Glas Wein bzw. ein Bier in einem der zahlreichen Strassencafes. Das Downhill-Biken ist der Sommerausgleich zum Skifahren im Winter. Mit speziellen Sesselliften werden die Biker wie auch die Bikes auf den Berg befördert, worauf sich anschliessend eine eigene Route in einem Park ähnlich einem Snowboardpark zum ins Tal brettern finden lässt (das Bild ist für einmal geklaut, zeigt jedoch den Park sehr gut. Original: www.vertriders.com). Im Village wird bald auch mal klar, weshalb gerade dieser Sport als Sommeralternative ausgewählt worden ist. An jeder Ecke sieht man einen Biker mit Krücken oder einem Arm im Gips. Nur so kann wohl die Auslastung im dorfeigenen Gesundheitszentrum annähernd konstant gehalten werden.


Bald (2010) finden ja in Vancouver die olympischen Winterspiele statt. Whistler ist der Austragungsort der alpinen Skiwettbewerbe und sämtlicher Sportarten im Eiskanal (Bob, Skeleton, etc.). Dies sieht man auch ganz gut daran, dass überall im Dorf gebaut wird. Zudem können wir uns in einem Pavillon über die detaillierten Austragungspläne informieren lassen. Da steigt bereits ein wenig die Vorfreude. Aber zuerst sind ja jetzt die Sommerspiele an der Reihe. An uns werden diese wohl ziemlich schmerzlos vorüberziehen. Euch wünschen wir aber viel Spass beim zensierten Zuschauen.

Ach übrigens, wir wünschen euch zudem eine schöne 1. August-Feier. Wir werden diesen Tag primär mit der Reinigung unseres Fahrzeuges verbringen, da wir dieses am 2. abgeben müssen. Gedanklich sind wir aber bei euch ;-)

Canadas Campingplätze

Das Spezielle an Canadas Campingplätzen ist, dass es neben den üblichen und recht engen privaten Plätzen, auch staatliche, so genannte Provincial Campgrounds gibt. Diese liegen dann meistens in einem Waldstück, in dem von einer Ringstrasse aus links und rechts einzelne Plätze aus dem Wald gehauen wurden, gerade mal gross genug um ein Wohnmobil aufzunehmen. Zudem hat jeder dieser Plätze eine Feuerstelle und einen Parktisch. Meist beschränkt sich die Ausstattung auf in Minimum. Duschen sind äusserst selten, zwischendurch sind auch nur Plumpsklos vorhanden. Uns gefällt es aber gerade wegen der Einfachheit und der Abgeschiedenheit enorm gut auf diesen Plätzen.


Sobald jedoch ein Bedürfnis nach frischer Wäsche, einer Dusche oder Internet auftaucht, so finden auch wir uns gelegentlich auf einem privaten Platz wieder.

Heute haben wir's so gemütlich wie noch nie. Da der einzige Provincial Campground weit und breit von Kelowna bereits voll belegt ist, müssen wir mit dessen Notplatz vorlieb nehmen. Ein einfacher Parkplatz, der uns die Gelegenheit zum Schlafen bietet. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist ja nur für eine Nacht...

Dinner mit Kanadiern

Von Clearwater aus führt uns die Reise nach Süden. Die 120 km bis Kamloops sind ziemlich schnell vorüber, zumal wir noch mittendrin eine Frühstückspause einlegen. Unser erstes Ziel in Kamloops ist der BC Wildlifepark, eine Art Zoo, in welchem die Tiere British Columbias aus der Nähe betrachtet werden können. Ok, die Schwarzbären natürlich nicht aus jener Nähe, wie wir's am Vortag im Wells Gray Park erfahren durften. Aber die Grizzlys, Adler, Wölfe, Pumas usw. sind schon recht eindrücklich. Einzig die Haltung der Tiere finden wir teilweise etwas bedenklich, aber die Leute werden schon wissen, was sie tun. Immerhin lernen wir noch, dass es auch in British Columbia, z.B. auch gerade in der Region Kamloops, Klapperschlagen gibt *schluck*.

Für den Abend ist ein Treffen mit meinem mimacom-Arbeitskollegen Joe Fisher geplant, welcher momentan gerade hier in Kamloops bei seinen Eltern auf Besuch ist. Nach einem kurzen Telefonat verabreden wir uns auf fünf Uhr und sind, schön schweizerisch, auch pünktlich vor Ort. Von der ganzen Familie (Joe, seiner Frau, Eltern, Schwester und Kindern) werden wir herzlichst begrüsst und machen uns nach einer kurzen Besichtigung unseres Gefährts, auf den Weg zu einem Restaurant. Dort treffen bald darauf auch Matthew, ein Schulkollege Joes, welchen ich auch bereits mal kurz in Burgdorf habe kennen lernen dürfen, und dessen Mutter ein. Zu zwölft verbringen wir einen sehr kommunikativen und interessanten Abend bei herrlichem Essen. So zur Feier des Tages (unser erstes richtige auswärtige Essen) gönne ich mir ein Premium AAA Rip. Ein riesen Bitz Fleisch, welcher nicht nur gross, sondern auch unglaublich gut im Geschmack ist. Da habe ich bisher noch selten so gutes Fleisch gegessen. Sorry guys, aber da muss auch das Chuletón aus de Masena (Spanien) hinten anstehen.


Endlich können wir so auch mal eine längere Zeit mit richtigen Kanadiern sprechen, was uns echt viel Spass macht. Vielen Dank dir Joe und deiner Familie, dass ihr uns mitgenommen habt. Dieser Abend wird uns in Erinnerung bleiben.


Sonntag, 27. Juli 2008

Brauner Blackbear aus nächster Nähe

Heute brauchte ich eine halbe Ewigkeit, bis ich aus den Federn kam. Da wir aber kein gedrängtes Programm vor uns hatten, spielte dies auch keine Rolle. Wir haben ja schliesslich Ferien!

Wie üblich spielt das Wetter perfekt mit und wir konnten unser Frühstück in jenem Walde geniessen, in dem wir gestern Abend drei Rehe und extrem viele Moskitos angetroffen haben. Nennenswert, für uns gehört es aber schon fast zur Gewohnheit. Dank ihrer Anwesenheit ist leider fast mein ganzer Körper mit roten Tupfen versehen, welche teilweise sehr gross und mühsam sind. Naja, es gibt schlimmere Leiden!

Anschliessend machten wir uns wieder auf den Weg in Richtung Clearwater, auf dem wir weitere Stopps machten. Unter anderem genossen wir die ruhige Stimmung am Clearwaterlake und Stromschnellen, über die im August Lachse hinaufspringen. Dieses Schauspiel muss sehenswert sein, findet für uns aber leider zum falschen Zeitpunkt statt.


Als wir in die Gegend kamen, in der wir gestern den vier Kilometer langen Trail gemacht hatten, entdeckte ich plötzlich am Strassenrand ein Blackbear. Er überquerte die Strasse und setzte am anderen Strassenrand seine Nahrungsaufnahme fort. Auch liess er sich kaum von uns stören. Trotz der Nähe von ungefähr 5 Metern konnten wir dieses Tier geniessen, da wir ja in unserem Camper gut geschützt waren. Dieser Bär hatte ein eher ungepflegtes Fell und war eher braun als schwarz. Dank Wikipedia haben wir erfahren, dass Schwarzbären auch braun oder rötlich sein können, je nach Lebensraum. Diese Tiere sind richtig süss. Ich bin aber sehr froh, dass wir ihn heute auf der Strasse und nicht auf unserem gestrigen Trail angetroffen haben...

Wells Gray Provincial Park

Glücklicherweise spürten wir die Folgen des Alkoholkonsums des Vorabends am nächsten Morgen anscheinend nicht im gleichen Masse wie Susi und Urs Studer und so konnten wir bald mal wieder unseren Camper fahrbereit machen und Studers mit ihren beiden Girls Nina und Patricia zur ihrem wohlverdienten Erholungstag auf dem Campground zurücklassen. Vielen Dank allen Vieren für den unterhaltsamen Abend!


Für uns ging's dann weiter in den nahe gelegenen Wells Gray Provincial Park, ein auf früheren Vulkanen entstandenes Naturgebiet. Viele schöne Wasserfälle, Seen und glasklare Bäche und Flüsse konnten wir mittels mehrerer kurzen Wanderungen aus zum Teil nächster Nähe und zum Teil sicherer Entfernung betrachten. Einzig die drohenden Konfrontationen mit Bären konnten unsere Wanderfreuden etwas trüben. Aber schlussendlich wäre es ein grosser Zufall, wenn wir direkt auf einen Bären treffen würden und dieser dann erst noch angriffig wäre. Aber auszuschliessen ist es nicht, gell Chantal.


Heute haben wir übrigens unsere Rekordtankfüllung nachgetankt. Bei einem Preis von $1.43/L haben wir $215.- für eine Tankfüllung bezahlt. *arghhh* Jeder Vorteil (Luxus) hat also auch sein Nachteil. Während unserem Reisewochenende habe ich übrigens mal ausgerechnet, wie viel unser Mobil nun wirklich schluckt: ganze 23L/100km und somit mehr als drei Mal soviel wie unser Gefährt zu Hause. Betreffend Umweltschutz dürfen wir uns also momentan leider nicht allzu fest rühmen :-(

Die grosse Fahrt

Der Tag ist gekommen, an dem wir die Nationalparks dann endgültig verlassen und eine Stecke von rund 320 km, eine der wohl längsten unserer Reise, unter die Räder genommen haben. Die lange Distanz ergab sich schlicht und einfach daraus, dass sich zwischen Jasper und dem nächsten bedeutenden Ort (Clearwater) ausser Seen, Flüssen, Bergen und Wäldern so ziemlich nichts befunden hat. Zur Auflockerung haben wir die Fahrt des Öfteren zum Aufsuchen eines Geocaches unterbrochen. Auch dazu eignen sich diese Dinger bestens.

In Clearwater haben wir dann so quasi unser Reisewochenende eingezogen und einen Tag Pause gemacht. Nicht zuletzt deshalb, weil wir auf einem privaten aber doch sehr gemütlichen Campround an einem Badesee mit herrlichen Duschen und gratis Wireless Internet unser Quartier bezogen hatten. Mal einen ganzen Tag lang das Auto stehen und die Seele baumeln lassen tut auch mal so richtig gut.

Ein weiterer Grund für die Pause war, dass wir wussten, dass die Familie Studer aus Halten im gleichen Gebiet am umher reisen war. Das einzige Problem: In Clearwater hat man keinen Handy-Empfang. So konnten wir den Studers nur via Internet unsere Koordinaten durchgeben, wussten jedoch nicht, ob sie die Nachricht erhalten haben noch wann sie bei uns eintreffen werden. Gerade als wir die Hoffnung bereits aufgegeben und uns ans Kochen des Nachtessens gemacht hatten, traf das Studersche Wohnmobil auf unserem Campingplatz ein. Folglich wurde bei Bier, Wein, viel Fleisch und später auch Whisky und gebratenen Marshmellows Tipps zu den für die einen vergangen und die andern kommenden Routen ausgetauscht. Zwischendurch konnten wir noch die internationale Raumstation ISS beim Vorüberflitzen beobachten. Wer die ISS übrigens auch mal sehen möchte, der kann hier die nächsten möglichen Sichtungen nachschlagen.

Jasper

Den zweiten Tag in Jasper haben wir primär mit einem Ausflug ins Maligne Valley verbracht, welches sich aufgrund der vielen Tiere empfiehlt. Unsere Sichtungserfolge: 1 Schwarzbar, 1 Wapitihirsch, 2 Bighorn Sheep, 2 Coyoten, 1 Reh und geschätzte 37 Squirrel.


Sekundär haben wir dann nochmals das Internet-Cafe besucht, um den Rest unserer Pendenzen zu erledigen.


Tertiär haben wir den lauen Abend mit unseren Campingnachbarn Corinne und Philipp aus Frauenfeld am Grill genossen, zu welchen Döri am Vorabend bei der Beobachtung des Rückwärtshineinparkiermanövers mit einem „Achtung! Die offni Tür!“ schnell in Kontakt getreten ist. Merci für den gemütlichen Abend!

Dienstag, 22. Juli 2008

Blackbear

Nach dem Frühstück im Freien ging es weiter Richtung Jasper. Auf dieser Strecke machten wir zwei Stopps. Als erste Station besichtigten wir die Sunwaptafalls und anschliessend liessen wir uns von den Athabascafalls beeindrucken. Die zweiten Wasserfälle waren sehr imposant, da sehr viel Wasser in einer hohen Geschwindigkeit zwischen den Felsen hindurch floss. Nachdem Tom und ich thematisiert hatten, dass man hier im Wasser wohl keine Überlebenschancen hätte, lasen wir auf einer Tafel, dass jährlich immer wieder einzelne Menschen in den Tod fallen, da sie beim Fotografieren leichtsinnige Orte aussuchen. Unglaublich, scheinbar aber doch wahr.


Auf der Weiterfahrt sahen wir plötzlich mehrere Autos am Strassenrand stehen. Auch wir reduzierten unsere Geschwindigkeit und entdeckten dadurch unseren ersten Blackbear. Erstaunlich, wie sein Fell glänzte und er knuddelig aussah. Ich war aber sehr froh, dass ich im Auto sass und nicht auf einem Wanderweg stand... Er liess sich aber nicht stören und suchte weiter nach essbaren Beeren und Grünem.


In Jasper angekommen, sicherten wir uns einen Platz auf dem Campground und machten uns auf den Weg, um unsere Wäsche zu waschen. Die aufgesuchte Laundry war wirklich so, wie man es in der Fernsehwerbung sehen kann... Für uns war das eine neue Erfahrung.

Anschliessend verbrachten wir, oder vor allem Tom, eine gewisse Zeit in einem Restaurant mit W-Lan. Da ich mich schnell einmal langweilte, relaxte ich im nahe liegenden Park. Da die Zeitbegriffe unterschiedlich wahrgenommen werden können, konnte ich das schöne Wetter und das Treiben der Leute so richtig auskosten...

Weiter haben wir auch nochmals eine neue Bildergalerie aufgeschaltet, nämlich jene der Nationalparks. Viel Spass!

Montag, 21. Juli 2008

Icefield Parkway

Vor sieben Uhr (unglaublich früh, dafür dass wir ja eigentlich Ferien haben) hüpften wir, teils mehr, teils weniger, aus den Federn, um noch vor den Massen den Moraine Lake zu erreichen. Dies hat auch prima geklappt und so konnten wir den Ausblick auf den in Berge eingebetteten See in Ruhe geniessen. Erst als wir bereits wieder auf dem Rückweg waren, kamen uns die üblichen mit Touris gefüllten Busse entgegen. Schwein gehabt oder aber auf guten Rat gehört (vielen Dank denjenigen).


In der Folge auf der „schönsten Bergstrasse von Kanada“ gen Norden Jasper entgegen. Alle paar Kilometer haben wir wieder einen Stopp eingelegt, um einmal einen speziell geformten Gletscher (Crowfoot Glacier), einmal den Ausblick auf einen türkisgrünen See (Peyto Lake) oder auch einen ausgewaschenen Canyon (inkl. Thonsalat als Mittagessen) zu begutachten.


Die Szenerie erschlägt einem wirklich fast, so dass sich gegen Ende des Tages erste Sättigungserscheinungen breit machten. Für einmal sind dies aber durchaus positive Sättigungserscheinungen, lassen uns aber die grösste Touristenattraktion, der Gletscher namens Columbia Icefield, meiden, da wir ja bereits das eine oder andere Mal einen Gletscher zu Gesicht bekommen haben.


Auf halbem Weg zwischen Lake Louise und Jasper schlagen wir dann unser Nachtlager in einem wiederum sehr schönen Campground auf und widmen uns den Büchern und der Zubereitung des Abendmahls.

Unsere Verpflegung gestaltet sich übrigens, trotz bisher ausnahmslos selbst zubereiteter Kost, sehr abwechslungsreich und, so meine ich doch behaupten zu dürfen, gesund (dies als speziell an unsere Mütter). Von Poridge, Rühreiern und Konfi-Brot zum Frühstück, über Salat, Melone oder belegte Brötchen zum Mittag, bis hin zu Naturabeef, Baked Potatoes, Poulet-Curry und viel Gemüse und Salaten in allen Formen und Farben zum Nachtessen. Ok, mein tägliches Dessert mit Vanille-Glace und Cookies lassen wir für den Moment beiseite. ;-) Dafür war ich auch bereits mal joggend unterwegs, um diese Kalorien wieder abzubauen (Rhyli, du siehst, ich arbeite bereits an meinem Come-Back).

Übrigens: Mittlerweile ist auch die erste Bildergalerie mit Fotos vom südlichen Alberta online (sämtliche Galerien werden wir auch rechts oben auflisten)!

Lake Louise – oder der Massentourismus

Nach einer generellen Entleerung (Abwasser) und Nachfüllung des Campers (Frischwasser und Esswaren) sind wir abseits des grossen Highways auf dem Bow Valley Parkway (Danke für den Tipp, Regula und Stefan) nach Lake Louise gefahren und damit endgültig im Lande des Massentourismus' angekommen. Nun denn, dann schliessen wir uns diesem halt auch an. Dabei geht’s zuerst auf eine kurze Wanderung im Johnsons Canyon ein paar sehr eindrücklichen Wasserfällen entgegen und am Nachmittag zum berühmten Chateau am Lake Louise.


Die Touristenmassen sind gewaltig aber wir sind ja in diesem Falle auch nicht besser und lassen uns am Rande des Sees mit dem gewaltigen Panorama nieder, geniessen das schöne Wetter und holen uns einen klassischen, aber zum Glück nicht zu deftigen Bergsonnenbrand.


Ansonsten haben wir uns ziemlich gut an das Nomadenleben gewöhnt. Unser Monster (Camper) haben wir mittlerweile im Griff und sind darin auch gut eingerichtet. Entgegen meiner ersten Längenangabe misst das Teil gemäss Angaben des Vermieters ganze 27 Fuss. Sorry für die Fehlinformationen ;-)

Schwieriger als erwartet gestaltet sich jedoch der Online-Zugang. Erstens gibt’s nicht ganz so viele offene Drahtlosnetzwerke, wie wir gehofft haben und zudem sind wir mit unserer mobilen Surfstation (für technikinteressierte schreibe ich dazu später mal was) oftmals auf Stromanschluss angewiesen, was im öffentlichen Bereich auch nicht immer verfügbar ist. So geht’s halt manchmal ein paar Tage, bis wieder ein Blogeintrag aufgeschaltet werden kann (dafür sind's dann meistens gleich mehrere) oder bis eine E-Mail beantwortet wird. Aber ihr werdet uns dies sicher verzeihen.

Aufgrund des erschwerten Internetzugangs war bisher unsere neue Reiseart mit Geocache-geführten Routen eher ein Rohrkrepierer, aber wir hatten auch so genug zu tun und haben viele schöne Spots gesehen.

Banff

Zuerst hatten wir den Eindruck, in Interlaken zu sein. Banff ist das attraktive, aber überlaufene Zentrum des gleichnamigen Nationalparks.
Nach den ersten Erkundungen haben wir uns entschieden, einen kleinen Trail zu machen. Beim Studieren der Karte wurden wir von einer einheimischen Dame angesprochen, die uns anschliessend während ungefähr einer Stunde begleitete. Wir hatten zwar eine persönliche und kostenlose Führung durch Banff und die nähere Umgebung, aber den Trail, den wir eigentlich machen wollten, haben wir verfehlt. Naja, scheinbar ist auch hier in Canada Karten lesen nicht die Stärke der Frauen...

Am Nachmittag gingen wir zu Fuss von dem Campground, welcher etwas ausserhalb liegt, durch schöne Wälder und dem Fluss entlang wieder nach Banff. Dabei begegneten wir zwei Elks (nicht zu verwechseln mit Elchen), welche im Schatten Siesta machten. Dieser Anblick von so grossen Tieren ist für uns ungewohnt. Eichhörnchen und Squirells zu begegenen ist aber schon fast normal. Das Verhalten von den unruhigen Dingern fasziniert uns aber immer wieder von neuem.

Am zweiten Tag erlebten wir, wie schnell das Wetter hier ändern kann. In der Nacht regnete und gewitterte es, frühstücken konnten wir aber wie jeden Tag draussen. Schon kurze Zeit später herrschte wieder trübes Wetter, sogar mit Hagel. Da wir aber eh Zeit für im Internet vorgesehen hatten, war es nicht weiter schlimm. Nach dem Verweilen vor dem Computer schien bereits wieder die Sonne. Anschliessend mussten wir unsere angebrochene Wanderung wegen einem erneutem Wetterumschlag abbrechen. Und so ging es bis in die Nacht weiter. Wir hoffen nun auf die Prognosen, welche vielversprechend sind. Bis jetzt können wir uns über das Wetter nicht beklagen. Wir sind, so viel wir mitbekommen haben, besser bedient als in der Schweiz.

Freitag, 18. Juli 2008

Elch zum Frühstück

Nein, gegessen haben wir ihn nicht. Aber als wir so gemütlich im Freien beim Frühstück sassen, spazierte absolut relaxed ein ausgewachsener männlicher Elch (Moose) rund 30 Meter an uns vorbei. Dank einem Hechtsprung ins Innere unseres Wohnmobiles konnten wir das Getier dann auch fotografisch festhalten. Welch ein Anblick zu so frühen Stunden.


Am Abend konnten wir dank des wiederum guten Wetters und der ziemlich warmen Wassertemperatur dem seit Tagen anhaltenden Duschen-Entzug etwas Abhilfe schaffen. Das Bad im gleich neben dem Campground gelegenen See hat wirklich gut getan.

Auf Tuchfühlung mit Squirrels

Das heutige Tagesprogramm bestand aus zwei kürzeren Walks und dem Geniessen des hervorragenden Wetters. Der erste Walk führte uns auf den so genannten Bear Hump, einem eindrücklichen Aussichtspunkt oberhalb der Waterton Lakes. Das Ziel des zweiten Walks waren die nicht minder schönen Berta Falls.


Während beiden Walks wurden wir immer wieder von Squirrels beobachtet und begleitet. Der eine Frechdachs lief uns während eines Rastes sogar mehrmals über Hände und Beine. Das Verhalten dieser quicklebendigen Dinger erstaunt uns immer wieder aufs Neue.

Montag, 14. Juli 2008

Waterton Lakes Nationalpark

Endlich wieder einmal ein richtiges Frühstück und nicht nur Muffins oder sonst so essbare Sachen, die für mich eher eine Zwischenverpflegung am Nachmittag sind. Mein Magen war mir sehr dankbar.

Anschliessend fuhren wir in Richtung Süden. Wir befuhren nun die langen, breiten und über längere Zeit geraden Highways, welche wir bereits vom Flugzeug aus gesehen haben. Diese Weiten mit Graslandschaft und Kühen und ab und zu einzelne Farmen, sind bezaubernd. Es ist unglaublich, wie man so Kilometer macht.

Bereits mehrmals haben wir erlebt, wie die Canadier extrem hilfsbereit sind. Sie stellen meistens vor uns fest, dass wir Hilfe brauchen und sind sehr zuvorkommend. Nur einzelne Beispiele: Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass wir wahrscheinlich im falschen Zug sitzen oder wie man Einkaufswagen voneinander befreit.

Nun haben wir uns auf einem wunderschönen Campingplatz niedergelassen, der sich mitten im Wald befindet. Die Ruhe hier ist trotz oder gerade wegen der vielen Tiere eindrücklich. Rehe, Suirrels und Streifenhörnchen gehen nur wenige Schritte an uns vorbei. Das war ein tolles Erlebnis, wenn man während dem Nachtessen von wilden Tieren besucht wird.

Morgen wollen wir den Nationalpark zu Fuss erkunden und werden eine zweite Nacht hier bleiben.

Unser „Camper“

Eigentlich hatten wir für die Reise von Calgary nach Vancouver den kleinsten verfügbaren Camper reserviert, jedoch hat bei der Übernahme eine Überraschung auf uns gewartet: Der uns zu Verfügung gestellte „Camper“ hat sich als nigelnagelneues (gerade mal 8000km) aber vollständig ausgewachsenes Wohnmobil herausgestellt. Da wollten wir uns natürlich nicht dagegen wehren.

Dieses Teil, basierend auf einem Ford Cutaway zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
Etwa 27 Fuss lang, 4WD
Tempomat
Küche mit geräumigem Kühlschrank und drei Gasherdplatten
geräumiges WC und Dusche
Auf Knopfdruck ausfahrbares Wohnzimmer
auf Knop ausfahrbares Schlafzimmer
Warmwasser
Klimaanlage
HD-Flatscreen (wären wohl in den falschen Ferien, wenn wir den benötigen würden)
etc.

Hier ein paar Impressionen:




Einzig der Sportwagen im Bauch fehlt noch: Guckst du hier! ;-)

An Luxus wird es uns also wohl kaum fehlen in den nächsten Wochen und ein Fahrtraining erhalten wir auch noch gleich kostenlos dazu. Zum Glück haben wir's mit erstaunlich kleinem Schweissverlust bereits durch die Stadt und hinaus in ruhigere Verkehrsgegenden geschafft.

@Jog: In diesem Gefährt hätten wir locker auch für zwei weitere Fahrgäste Platz und auch genügend Sicherheitsgurte :-(

Besuch bei den Cowboys

Ein entspannteres und freudigeres Fest als die sog. Stampede in Calgary haben wir noch selten erlebt. Viele, viele Leute und trotzdem alle gut gelaunt und keine Pöbeleien weit und breit.

Angefangen hat´s bereits um Neun in der Innenstadt mit live Country Musik, Line Dance und anderen Darbietungen und vor allem einem gratis Frühstück in Form eines Pancakes mit Speck. Einziger Aufwand: ein paar Minuten geduldig in eine Reihe stehen um schlussendlich den Pancake überreicht zu erhalten.

Weiter waren in der Stadt verschiedene Umzüge mit Kutschen oder berittenen Indianern unterwegs, welche lustiger- aber auch sinnvollerweise von einer Strassenreinigungsmaschine als Besenwagen begleitet worden sind. Zudem konnte wer wollte, bei den sog. Square Dances das Tanzbein schwingen. Dessen haben wir uns jedoch aufgrund unseren eingeschränkten Tanzfähigkeiten unauffällig enthalten können.

Bei der eigentlichen Stampede auf dem Stampede-Gelände handelt es sich um eine Mischung aus Sportveranstaltung, Country Festival, Lunapark, Open Air, etc. Jedenfalls gibt es auf dem riesigen Gelände an jeder Ecke eine Attraktion und dazwischen noch was gutes zu essen. Für uns war der Höhepunkt jedoch das Rodeo im 20´000 Zuschauer fassenden und voll gefüllte Stadion namens Grand Stand. In einer rund dreistündigen abwechslungsreichen Show wurden in verschiedenen Disziplinen Wettkämpfe durchgeführt und so die Fertigkeiten auf wilden und zahmen Pferden und Stieren gezeigt. Wir hatten einzig Mitleid mit den Kälbern, welche sich zwischendurch haben fesseln lassen müssen oder im Schwingstil auf den Rücken gelegt wurden.

Auch wenn man nicht der grösste Fan vom Reiten oder von Country Musik ist, ein Besuch der Stampede können wir besten Gewissens weiter empfehlen.

Samstag, 12. Juli 2008

Aufatmen nach dem Check-In

Wie im letzten Entry erwähnt, waren wir alles andere als sicher, ob die letzten Änderungen auch wirklich in alle Systeme der verschiedenen involvierten Fluggesellschaften übernommen worden sind und unser Check-In reibungslos funktionieren wird. Dies war natürlich fast logischerweise nicht der Fall. Die nette Dame am Check-In-Schalter konnte uns leider nicht weiterhelfen und hat uns an einen anderen Ticket-Desk verwiesen, wo zu zweit in den Tiefen der Systeme nach unseren Buchungen gesucht und nach längerem auch gefunden worden ist. So konnten wir, zurück bei der netten Dame, dann doch erfolgreich einchecken. Das Ganze hatte zur Folge, dass wir nach einer glücklicherweise raschen Abfertigung bei der Sicherheitskontrolle und einem Gehetz durch den Flughafen Kloten just in unseren Air Canada Flieger einsteigen konnten.

Im Flugzeug haben wir als erstes Roman getroffen, welchen wir bis anhin nicht kannten, aber welchem wir auch bereits in Solothurn über den Weg gelaufen sind und von welchem wir von Marcel/Stony wussten, dass er ebenfalls mit dem selben Flugzeug nach Toronto, dann aber weiter nach Vancouver fliegt.

In Toronto haben, ebenfalls mit Roman, die Zoll- und Transferprozedur hinter uns gebracht und mussten mitansehen, wie er die im Duty-Free erworbenen Whisky-Flaschen an der erneuten Sicherheitskontrolle wieder hat abgeben müssen. So schade...

Nach ein paar Stunden Flug sind wir dann in Calgary (regnerisch, 7°C, brrrrr) gelandet und konnten unser Gepäck wieder in Empfang nehmen. Als nächstes galt es die Innenstadt und somit unser Hostel zu erreichen. Dabei hat uns der Information Officier der Auskunftsstelle ziemlich an der Nase herum geführt. Und dies ging so: Mit absoluter Überzeugung hat er uns erklärt, mit welchem Bus wir in die Innenstadt gelangen würden, wo dieser durch führe und dass wir in 20 Minuten da wären. So haben wir uns natürlich in diesen Bus gesetzt und sind für $2.50 durch halb Calgary gefahren, nur die Innenstadt haben wir nie erreicht. Nach einer kurzen Unterhaltung mit dem Bus-Chauffeur sind wir dann wieder ausgestiegen und sind auf den nächsten Zug in die Innenstadt gesprungen. In der Hektik natürlich auch noch zuerst in den Falschen, aber dies hat sich dann sogleich geklärt.


Nach knapp 24 Stunden Reise sind wir dann in unser Bett in einem gemischten 6-er-Schlag im Calgary City Hostel (siehe Bild, sieht aber vorteilhafter aus, als es in der Tat ist) gefallen und sogleich ins Schwarze abgetaucht.

Übrigens: Leider sind ein paar Probleme mit unserem tragbaren Internetgerät aufgetaucht, weshalb sich die weiteren Einträge etwas verzögern könnten. :-( Wir arbeiten daran...

Mittwoch, 9. Juli 2008

Letzte (erste?) Turbulenzen

Uff, das waren noch vier happige Tage von Sonntag bis heute, dem Tag vor der Abreise. Noch etwas verkatert von der Hochzeit von Mélanie und Mario am Vorabend (nochmals vielen Dank und alles Gute auf diesem Wege) haben wir am Sonntag die Auf- und Ausräumarbeiten in der Wohnung in Angriff genommen. Anfangs herrschte zumindest bei einem Teil von uns eine grössere Ungewissheit, ob wir unsere ToDo-Liste bis zur Abreise denn auch wirklich abzuarbeiten im Stande sind.

Mit der Zeit ist diese Ungewissheit verflogen (siehe Beispiel unten des noch nie so leeren und sauberen Büros), jedoch eine neue am Horizont aufgetaucht. Eigentlich hatten wir unsere Tickets bereits vor Wochen erhalten. Aufgrund einer kurzfristigen Absage eines gebuchten Fluges (Los Angeles – Fiji) musste für diesen Flug ein Ausweichdatum gefunden und das Ticket angepasst werden. Einfacher geschrieben als getan. Da wir unser gesamtes Round-the-World-Ticket über Air Canada und somit bei der Star Alliance gebucht haben und eben genau jener Flug von L.A. nach Fiji über Air New Zealand läuft aber von Air Pacific durchgeführt wird, welche notabene nicht Mitglied der Star Alliance sind, konnte Air Canada diese Umbuchung nicht durchführen. Folge: das gesamte Round-the-World-Ticket musste auf Air New Zealand übertragen werden. Logischerweise hatte deren IT-System (the empire strikes back) eine Macke und die Umbucherei konnte nicht so durchgeführt werden, wie dies eigentlich geplant war. Und da soll noch einer die Durchsicht behalten...


Fazit: Nach einigem Hin und Her und dem im Reisebüro parat liegenden „Plan B“ (ein inoffizielles, selbst gestricktes Ticket) konnten wir heute Abend um 17:50 Uhr, zehn Minuten vor Ladenschluss und 16 Stunden vor der Abreise unser noch dampfendes Ticket in Empfang nehmen. Hierzu bedanken wir uns beim Team des Reisebüros Travellino in Solothurn, insbesondere bei Rebecca (Zitat: „Einen solchen Fall haben wir noch nie erlebt!“), ganz herzlich. Sie haben in den letzten Tagen alles daran gesetzt, dass wir unsere Reise doch noch wie geplant starten können.

Naja, ob dies wirklich so ist und sämtliche Airlines diese Umbuchung mitbekommen habe, werden wir morgen sehen. Auf jeden Fall freuen wir uns, dass es endlich losgeht.

Übrigens: Vielen Dank noch all jenen, welche am Dienstag noch kurz (oder länger) im Sol heure vorbei geschaut haben. Hat uns riesig gefreut!