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Freitag, 31. Oktober 2008

Wilde Westküste

Nach der Überquerung des Haast Passes (563m, „Was? Das isch ne scho gsy?“) erreichen wir die Westküste der Südinsel. Diese wird von lustigen Zeitgenossen statt Westcoast auch Wetcoast genannt. In der Tat empfängt uns das Wetter eher wechselhaft, aber entgegen den Prognosen (mal wieder), scheint auch häufig die Sonne.

Die Westküste ist viel wilder und harscher und folglich auch weniger bewohnt als die Ostküste. Immerhin gibt’s seit 1965 eine durchgehende Strasse und diese ist, wie in ganz Neuseeland, von vorzüglicher Qualität. Für uns ist die Navigation momentan denkbar einfach: Es gibt genau eine Strasse, und wir folgen dieser von Süden nach Norden.


Aber auch hier im abgelegenen Teil Neuseelands sind Geocacher aktiv und haben uns die schönen Orte markiert. Beim ersten des Tages wecken wir wohl nicht gerade die Begeisterung von zwei weiteren anwesenden Frühaufstehern. Diese sind in Tarnkleidung eingehüllt und mit monströsen Objektiven an den Fotoapparaten ausgestattet. Beim einen ist sogar das Objektiv mit Tarnfarben bemalt. Diese beiden halten wohl Ausschau nach Tieren und nicht nach Cachern, aber wir können doch auch nichts dafür, dass uns jemand diesen schönen Süsswassersee mit schwarzen Schwänen zeigen wollte.


Die Hauptattraktionen der Westküste sind zwei Gletscher, welche bis auf ein paar Kilometer ans Meer heran reichen. Wir besuchen heute den ersten der beiden, den Fox Glacier. Nach einem kurzen Marsch erreichen wir den Aussichtspunkt etwa 100m unterhalb des Gletschers. Obwohl wir ja den Anblick von Gletschern eigentlich gewohnt sind, ist dies hier trotzdem wieder speziell. Unten ist die Gletscherzunge vom herangewindeten Staub und den mitgeführten Steinen ziemlich grau. Hingegen strahlt das frische Eis oben im Gletscher im besten Dr.-Best-Weiss.

Dienstag, 28. Oktober 2008

Auflösung Wettbewerb

Hier noch die Auflösung des Wettbewerbs aus Dunedin:


Es handelt sich um das Kamin der Speights Bierbrauerei.
Gewonnen hat aufgrund des schnellen, überaus korrekten und mit Bild unterstützen Vorschlags: Katrin
Herzliche Gratulation und wir freuen uns bereits jetzt schon auf das Nachtessen.

Eine Auswahl der weiteren Vorschläge:
  • Zahnstocherfabrik für Zahnprothesenträger mit geschwollenen Zehen
  • Schmelze für tausende von Tonnen an Gold
  • Brauerei oder eine Schnapsbrennerei
  • Whisky Distillery

Merci all jenen, die mitgemacht haben!

Wanaka

Auf der Fahrt von Queenstown nach Wanaka machen wir mehrere kleine Abstecher und Pausen. Zuerst besuchen wir mal wieder eine alte, aber schön restaurierte Goldgräberstadt namens Arrowtown und sehen uns dort die kleinen Behausungen der geduldeten Chinesen an.


Natürlich hat's auch hier einen Cache und erst noch einen, bei dem das Terrain bei einer Skala von 1 – 5 mit 4.5 angegeben ist. Während Döri im Auto wartet, kraxle ich auf einen Hügel gleich neben der Town. Leider verfehle ich den Weg und kraxle auf direktem Weg auf die Koordinaten zu. Eine eher suboptimale Idee, da ich durch Büsche kriechen und über Felsen klettern muss. Oben angekommen blute ich aufgrund der dornigen Büsche an mehreren Orten, aber was macht man nicht alles. Jedenfalls hat sich der Einsatz gelohnt und ich finde neben dem Cache eine herrliche Aussicht vor. Entlang des Weges ist der Rückweg zum Auto dann fast schon trivial.

Einen weiteren Stopp machen wir bei der Anlage, wo die ersten Bungy Jumps durchgeführt worden sind. Der Erfinder des Sports, A.J. Hackett, hat sich hier an ein Gummiseil gebunden und ist von einer historischen Brücke gesprungen. Heute werden hier die Touristen im Minutentakt von der Brücke gestossen und damit bei einem Preis von rund CHF 135.- pro Sprung wohl die Seile vergoldet. Wir schauen eine Weile den Adrenalinjunkies zu und ich kann Döri danach nur knapp von einem Sprung abhalten. ;-)


Die weitere Fahrt nach Wanaka wird von den hohen Temperaturen (rund 20°C nach Schnee vor drei Tagen) und primär vom starken Wind geprägt. Ein fremder Betrachter könnte wohl meinen, ich hätte einen zu viel über den Durst getrunken, würde er nicht selbst von den Windböen zeitweise fast umgeluftet.

Queenstown

Queenstown wird unter anderem auch das St.Moritz Neuseelands genannt. Ähnlich wie unser Edelskiort liegt auch Queenstown an einem schönen See und ist touristisch ziemlich aktiv. An jeder Ecke werden einem Angebote zur Steigerung des Adrenalinspiegels unterbreitet. Eine Auswahl der Möglichkeiten: Bungy Jumps, River Rafting, Jetboating, River Surfing, 4WD Safaris, Quad-Safaris, Fischen, Schifffahrten auf dem See, Skydiving (Fallschirmspringen), Reiten, Zip-Touren, Sky-Swings, etc. etc.


Wir werden vom Angebot und den Preisen fast ein wenig überrollt und entscheiden uns deshalb, komplett darauf zu verzichten. Dafür gehen wir unserem Lieblingshobby nach und suchen zwei Boxen im Umfeld der Stadt. Die zweite führt uns auf den Queenstown Hill, ein paar hundert Meter über der Stadt. Von dort aus haben wir eine sensationelle Aussicht über die Stadt, den See und die umliegenden Bergen. Einzig der Cache ist für uns zuerst nicht zugänglich, da noch andere Leute die Aussicht geniessen. Nach einer halben Stunde Wartezeit machen Sie sich an den Abstieg und wir können uns erfolgreich ans Suchen machen.

Sonntag, 26. Oktober 2008

Doubtful Sound

Wir sind uns nicht sicher, ob es eine gute Idee war, einen Tag mit einem Ausflug in den Doubtful Sound zu warten. Entgegen den Wetterprognosen war es gestern den Tag über ziemlich schön und erst am Abend ist die Schlechtwetterfront mit Regen, Hagel und sogar quer fliegendem Pflotsch bei uns eingetroffen.

Entsprechend sind wir sehr, sehr positiv überrascht, als wir am Morgen den Kopf aus dem Fenster strecken. Zwar ist es bitter kalt und auf dem Rasen und dem Auto hat Frost angesetzt, aber der Himmel ist blau und nur ein paar Nebelschwaden hängen verträumt über dem See und den Bergen. Der nächtliche Schneefall hat bei uns unten zum Glück nicht angesetzt, die Berggipfel sehen jedoch aus wie frisch gepudert.


Nach einer Enteisungsaktion mit heissem Wasser machen wir uns mit dem Auto ins 20km entfernt gelegene Manapouri auf. Von dort aus startet der gebuchte Trip in den Doubtfull Sound. Dies ist ein Fjord, der von der Westküste her 40km ins Land hinein reicht. Da dieser Fjord per Strasse nicht erreichbar ist, gestaltet sich die Reise heute etwas abwechslungsreicher: Schiff – Car – Schiff – Car – Schiff. Per Boot werden wir ans andere Ende des Lake Manapouri gebracht, wo schon ein Bus auf uns wartet. Mit diesem fahren wir über den Wilmot Pass zum Fjord, wo wir wieder ein Schiff für die Rundfahrt auf dem Doubtful Sound besteigen. Das ganze Prozedere mit Bus und Schiff wiederholt sich natürlich bei der Rückfahrt nochmals.


Natürlich ist dieser Ausflug zusammen mit 70 weiteren Leuten ziemlich touristisch. Aber wir sind vom Ablauf her sehr positiv überrascht, denn die Fahrer und Guides versorgen uns mit allerlei interessanten Informationen zur Gegend und deren Geschichte. Am meisten erstaunt sind wir, als in einem Seitenarm des Sounds die Motoren des Schiffes abgestellt und die Leute zum Stillsein aufgerufen werden. Mehrere Minuten hört man fast nur die Geräusche der Natur (Wasserfälle, Vogelgezwitscher, etc.). So richtig zum Geniessen.

Die Fahrt in den Doubtful Sound hat aber noch mehr Highlights zu bieten. Obwohl die Region in den letzten Tagen eher wenig Regen hatte (ansonsten ist Fjordland mit rund 200 Regentagen und rund 7m Regen pro Jahr eine der regenreichsten Regionen der Welt), sind überall kleinere und grössere Wasserfälle zu sehen, welche die steilen Flanken hinunter stürzen. Zudem hält auch die Tierwelt einige Überraschungen für uns bereit. Kurz nach dem Ablegen sehen wir zwei Pinguine im Wasser und ein paar hundert Meter später kommt uns eine Schule Bottlenose Delfine (ungefähr 60 Tiere) entgegen. Diese Tiere springen vor uns durch die Luft und tauchen unter dem Schiff hindurch. Ein herrlicher Anblick! Später sehen wir weitere Pinguine auf einer Insel und ein Felsen voller Seals.


Auf dem Rückweg machen wir mit dem Bus einen Abstecher in den Maschinenraum des Manapouri-Kraftwerk. Dazu fahren wir in einem Spiraltunnel rund 2.5km und knapp 200m hinunter in einen Berg hinein und können uns mit Informationen zu diesem technischen Megaprojekt eindecken.

Bei der Rückkehr nach Manapouri sind wir ziemlich genau acht Stunden unterwegs, haben viel gesehen, sind fast nur gesessen und dennoch müde. Nichtsdestotrotz müssen wir uns auch heute noch etwas bewegen und unternehmen daher nach dem Abendessen einen kurzen Waggel durchs Dorf.

Freitag, 24. Oktober 2008

Invercargill

Für die restliche Strecke in den Catlins verlassen wir den Highway und fahren auf Schotterstrassen der Küste entlang. Diese Strassen fühlen sich bei Tempo 50 so an, als hätte man Räder aus Pudding, aber irgendwie macht's noch Spass.

Den ersten Stopp machen wir beim südlichsten Punkt des neuseeländischen „Festlandes“, dem Slope Point. D.h. wir kommen bis zum Wegweiser des Pfades zum Slope Point. Um den Lämmern Ruhe zu gewähren, sind die paar hundert Meter von der Strasse zur Küste momentan gesperrt. Wir fragen uns, ob es wirklich nicht möglich gewesen wäre, von den paar Tausend Quadratkilometern Weideland ein paar Quadratmeter für den Fusspfad abzugrenzen. Nun ja, soooo viel verpassen werden wir damit wohl auch nicht. Zwischen diesem Punkt und der Antarktis gibt es übrigens noch ein paar kleine Inseln, Eisberge, viel Wasser und sonst nichts. Da erstaunt es auch nicht, dass uns der Südwind doch ziemlich frösteln lässt.


Den letzten Halt in den Catlins verdanken wir einem Leuchtturm, resp. dem vor dem Bau 1884 beim Riff gesunkenen Schiff Tararua. Der Blick entlang der Küste und die ständig wechselnden Lichtverhältnisse bei leichter Bewölkung verschlagen uns beinahe den Atem.


Etwas später treffen wir in Invercargill ein, der Hauptstadt des neuseeländischen Südens. Die Stadt ist aber eher gesichtslos und dient dem Besucher eher als Zwischenstation oder Ausgangspunkt für die Catlins, Stewart Island und Fjordland. Dank einem Cache lernen wir immerhin noch die Tuataras kennen, eine einheimische, vom aussterben bedrohte Echsenart. Diese Dinger werden bis 60cm lang und können sich aufgrund ihres Aussehens leider nicht rühmen, Döris Sympathie auf sich zu ziehen.

Da wir nun am Südzipfel der Südinsel angekommen sind, ist nach langer Zeit auch mal wieder ein Fotoalbum verfügbar, nämlich jenes der Westküste der Südinsel.

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Catlins

Die südöstliche Ecke von Neuseeland wird Catlins genannt. Diese Gegend besteht aus viel Farmland und folglich vielen Schafen, Wäldern und einer wilden Küste mit vielen schönen Buchten.


Alle paar Kilometer ist ein weiteres Scenic Reserve angeschrieben und wir fahren jeweils nur wenige Minuten zwischen den kürzen und längeren Stopps. Mal wartet eine kurze Wanderung mit einem Wasserfall auf uns, mal ein atemberaubender Aussichtspunkt mit Blick über die nächste Bucht. Natürlich kommt auch hier das Cachen nicht zu kurz und wir grasen beinahe alle Caches der Region ab.


Quartier beziehen wir in Curio Bay. Am Abend besuchen wir die Küste, welche nur ein paar Hundert Meter von unserem Backpackers entfernt ist, gleich zwei Mal. Beim ersten Mal am frühen Abend betrachten wir den versteinerten Wald. Auf einem knapp hundert Meter breiten Felsvorsprung auf Meereshöhe sind mehrere meterlange versteinerte Baumstämme zu sehen, welche zum Teil quer durcheinander liegen.


Der zweite Besuch der Küste verdanken wir mal wieder den Pinguinen. Gleich hinter dem versteinerten Wald sollen sich jeden Abend Gelbaugenpinguine zur Ruh legen und wir möchten sie natürlich quasi bei der Durchquerung des Waldes beobachten. Neben uns warten noch rund 15 weitere der Kälte trotzenden Gestalten auf das Erscheinen der Pinguine und als dann tatsächlich einer aus dem Wasser springt, bricht beinahe Hektik aus. Bald darauf erscheint auch noch ein zweiter und dieser watschelt gemütlich auf uns zu. Kurz bevor er in den Büschen verschwindet, befindet er sich noch rund 40m von uns entfernt und wir können ihn ganz gut beobachten. Zum ersten Mal auf unserer Reise bereuen wir, dass wir nicht mehr in unsere Fotoausrüstung investiert haben und so keine Chance haben, den Pinguin auch nur einigermassen gross auf einem Foto festzuhalten.

Montag, 20. Oktober 2008

Albatrosse

Der heutige Tag steht ganz im Zeichen der Albatrosse, den Segelflugzeugen unter den Vögeln.

Mit dem Auto fahren wir von Dunedin aus auf die Otago Halbinsel, wo ganz am Ende eine Kolonie dieser Vögel leben soll. Unterwegs stoppen wir noch bei einigen Geocaches. Einer davon ist in einem dunklen Tunnel in einer verlassenen Verteidigungsanlage aus dem ersten Weltkrieg versteckt. Was es nicht alles gibt.

In der Nähe der Royal Albatros Kolonie angekommen, halten wir nach den Albatrossen Ausschau. Für uns ist's recht schwierig, unter den vielen Möwen Albatrosse zu erkennen, aber soweit wir dies beurteilen können, hat sich bis jetzt noch keiner blicken lassen. Nach einer Weile wenden wir uns schon fast ein wenig enttäuscht den Shags zu, welche in den Felswänden ihre Nester gebaut haben und nun am Brüten sind. Beim Rückweg zum Auto sehen wir sie dann doch noch. Wie sich herausstellt, haben wir zuvor immer in die falsche Richtung geschaut – schon wieder was gelernt.


Bild geliehen von http://www.teara.govt.nz/

Verglichen mit den Möwen sind die Albatrosse riesig (rund 3m Spannweite) und segeln ganz ruhig im Wind dahin. Diese riesigen Dinger schauen in der Luft echt majestätisch aus. Leider können wir sie nicht beim Starten und Landen beobachten, da man momentan in der Brütezeit von den Nestern Abstand halten muss.

Wir schauen den Seglern noch eine Weile zu, wie sie plötzlich hinter einer Kuppe auftauchen, eine Runde drehen und dann wieder dahinter verschwinden. Dies können wir sogar bei einem Tee im Visitorcenter weiterführen, wo wir uns auch noch zusätzlich über diese Vögel und weitere Wildtiere der Region informieren kann.

Sonntag, 19. Oktober 2008

Wettbewerb

Während unserem ersten Rundgang durch Dunedin haben wir folgendes Foto eines Kamins geschossen:


Frage: Zu was für einem Gebäude gehört dieser Schornstein?

Bitte veröffentlicht euren Vorschlag als Kommentar oder schreibt uns ein Mail (cache.reisli@gmail.com).

Der beste Vorschlag gewinnt ein Nachtessen bei uns im '09.

Nun sind wir gespannt...

Dunedin

Döri hüpft heute um sieben Uhr wie ein junges Reh aus den Federn. Der Grund: Wir konnten für die Strecke von Omarau nach Dunedin ein paar Caches herunterladen und sie kann kaum warten, bis die Suche beginnt. Auch der nun wieder strahlend blaue Himmel trägt seinen Teil dazu bei, dass wir das Hostel verlassen haben, bevor sich einer der anderen Bewohner gerührt hat.

Die Erfolgsquote ist heute eher gering, aber wir kommen so, ob gefunden oder nicht, wieder an manche schöne Orte abseits des Highways. Den einen hätten wir wohl aber auch ohne Geocaches besucht: Die Moreaki Boulders. An einem schönen Strand liegen mehrere, fast exakt runde Steinkugeln mit rund 2m Durchmesser. Ein sehr spezieller Anblick.


Dunedin ist ein sehr schottisch angehauchter Ort und aufgrund der Universität auch eine Studentenstadt. Dies erkennt man nicht zuletzt auch an den vielen Cafes, welche sich um das Stadtzentrum scharen. Da die Temperatur mittlerweile auf beinahe 20 Grad angestiegen ist, setzen wir uns ebenfalls hin und geniessen eine Weile ein Glas Wein bzw. ein Bier.


Übrigens übernachten wir hier im ehemaligen Bischofssitz, welcher nun in ein Backpackers umgebaut worden ist. Dieses wird unter anderem von einer Baslerin geführt und wir nutzen die Gelegenheit, um ein paar Geheimtipps zu erfragen.

Weiter zu den Pinguinen

In der Hoffnung, die Bed-Bugs (Wanzen) zurückzulassen, verlassen wir Christchurch und fahren weiter in den Süden. Zuerst müssen wir jedoch noch den Final eines Multicaches aus der Stadt suchen gehen, welcher ausserhalb des bewohnten Gebiets liegt. Blindlings folgen wir dem GPS auf den Hausberg von Christchurch und werden bei der Suche beinahe vom Berg gewindet. Das Wetter hat mittlerweile umgeschlagen und der Südwind bringt kalte Luft aus der Antarktis. Entsprechend frieren mir fast meine nackten Füsse ab, während ich auf Döris Rückkehr von der Suche warte. Nein, normalerweise bin ich nicht in Flip-Flops auf Bergen anzutreffen, aber da sich mehrere der Blasen an meinen Füssen geöffnet haben, möchte ich diese an der Frischluft ausheilen lassen und für die paar Schritte rund ums Auto reicht's schon.

Übernachten wollen wir heute in Omarau. Dieses Dorf ist völlig verrückt nach seinen Pinguinen und auch wir wollen nun natürlich endlich welche zu Gesicht bekommen. Zuerst suchen wir aber eine Unterkunft und landen in einem kleinen Backpackers mit einer sehr speziellen Eigentümerin. Agra, so ihr Name, ist letzte Woche sechzig geworden, was sie aber nicht daran hindert, ihr Psychologiestudium demnächst abzuschliessen und ansonsten völlig abgedreht zu sein. Kurzerhand packt sie uns und einen Brasilianer, welcher ebenfalls in diesem Hostel abgestiegen ist, in ihr Auto und zeigt uns die wichtigsten Plätze, um später die Pinguine zu beobachten.

Am frühen Abend ziehen wir dann zuerst zur Kolonie der Gelbaugenpinguine. Wir sind wie bei einer Antarktisexpedition mit sehr guter Mammut-Bekleidung eingepackt und frieren aufgrund der beissenden Winde dennoch schon bald wie Schlosshunde. Diese Pinguinart kann man nur aus der Ferne beobachten und heute zeigen sich auch nicht viele. So geniessen wir bald schon wieder die Wärme und das Essen im Pub des Ortes.


Die zweite lokale Pinguinart, die Zwergpinguine, kommen erst bei Dunkelheit an Land. So ziehen auch wir beim Eindämmern wieder mit Taschenlampen bewaffnet los. Schon bald sehen wir die ersten und können viele weitere aus wenigen Metern beobachten. Im Gegensatz zu den Gelbaugenpinguinen sind die Zwergpinguine überhaupt nicht scheu und ziehen jede Nacht in die Strassen des Dorfes. Niedliche kleine Watschler.

Freitag, 17. Oktober 2008

Warten auf Genesung

Das Gute zuerst: Bei uns beiden sind glücklicherweise während der letzten Nacht keine weiteren Stiche hinzu gekommen und es herrscht, entgegen den Prognosen, herrliches Frühlingswetter.

Aber da sich gestern bei unserem Marsch durch die Stadt so ziemlich jeder meiner Stiche an den Füssen, und derer gibt es etwa 20, in eine kleine Blase verwandelt hat, bin ich heute nur bedingt mobil. Daher beschränkt sich unser Programm heute auf einen kurzen Einkauf in einer Apotheke und einem Supermarkt und anschliessend aufs Faulenzen im Hostel.

Döri kann sich immerhin noch zu einer Joggingtour entlang des Stadtflüsschens durchringen, aber ich habe hierzu glücklicherweise eine Entschuldigung ;-)

Guided City Walks

Die Stadt, die uns so gut gefällt, möchten wir heute nochmals etwas genauer anschauen. Wie überall gibt es diverse kommerzielle Angebote von Stadtrundfahrten in Bussen oder Trams, über Velotouren bis hin zu geführten Stadtrundwanderungen. Wir entscheiden uns für letzteres, jedoch für die kostenlose und Cache-geführte Variante. In Christchurch gibt es mehrere Multi-Caches, Geocaches mit mehreren Stationen. Diese Caches führen den Suchenden oft an verschiedene Plätze (Stage), an welchen Aufgaben gelöst werden müssen. Sind alle Aufgaben korrekt gelöst, so ergibt sich eine neue Koordinate, die des eigentlichen, des Final-Caches. Nützlicherweise sind die einzelnen Stages interessante Orte mit geschichtlichem, kulturellem, architektonischem oder sonst speziellem Hintergrund.


Jedenfalls hat der von uns ausgewählte Cache 10 Stages, die wir besuchen, bevor wir die Koordinaten des Finals erhalten. So geführt wandern wir mehrere Stunden durch die Stadt, von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Ok, zwischendurch machen wir auch mal kurz Pause und setzen uns in ein Strassenkaffee.

Während unseres Rundganges stellen wir leider fest, wie unsere Haut wieder, wie vor ein paar Wochen, zu jucken beginnt. Heilige Sch..., nicht schon wieder. Wie versuchen noch entsprechende Gegenmittel in einer Apotheke zu ergattern, kommen aber um ein paar Minuten zu spät und stehen vor verschlossenen Türen. Immerhin ist das Mädel im Backpackers hilfreich und tauscht vorerst mal unser Bettzeugs aus. Danach versuchen wir uns in der Dusche und unsere Kleider in der Waschmaschine gründlich zu reinigen. Nun hoffen wir, dass die Zahl der Stiche in der nächsten Nacht nicht zunimmt.

Übrigens haben wir in Christchurch ein „Vom Fass“ Lädeli entdeckt. Dies heisst tatsächlich so, ist genau gleich eingerichtet, die Verkäuferinnen sind gleich angezogen und sehen erst noch gleich aus wie jene in Solothurn.

Die Haare habe ich mir heute zwischendurch auch mal noch schneiden lassen. Kommentar der Coiffeurin: „Nice and quick“. In der Tat wurde mein persönlicher Haareschneidrekord auf etwa sieben Minuten hinunter gesetzt, aber zu viele Ansprüche darf man in diesem Falle auch nicht haben. Passt scho...

Richtung Christchurch

Bevor wir weiter Richtung Süden fahren, machen wir einen Stopp bei einer Tankstelle. Nebst dem Tanken wollen wir auch den Luftdruck in den Reifen überprüfen, da wir das Gefühl haben, dass sie eher etwas flach auf dem Boden aufliegen. Toms handwerklicher Einsatz hat sich gelohnt, denn die Pneus lassen sich tatsächlich etwas vergrössern. Chrigu, wir machen dir langsam aber sicher Konkurrenz. :-)

Da wir im die letzten Tage im Hostel keinen Internetanschluss hatten, können wir heute nur einen einzigen Cache kurz nach Kaikoura suchen, den wir bereits zuvor heruntergeladen haben. Dieser ist trotz Muggels schnell gefunden und wir fahren die restliche Strecke nur mit kurzen WC-Pausen durch.

Kurz nach Mittagszeit kommen wir in Christchurch an und finden auf Anhieb ein sehr sauberes und gemütliches Hostel. Kurz nach der Ankunft gehen wir in die Stadt. Bereits nach kurzer Zeit stellen wir fest, dass es uns hier sehr gut gefällt und schliessen uns den Kiwis an, die das herrliche Wetter und die gemütlichen Restaurants und Cafes geniessen. Wir setzen uns in ein Restaurant und lassen es uns bei Wein und sehr gutem Essen wieder einmal so richtig gut gehen. Wir sind erstaunt, wie viele Geschäftsleute an einem gewöhnlichem Wochentag so lange Mittagspause machen und Wein in grossen Mengen geniessen können.


Anschliessend schlendern wir durch die Gassen hin und her. Da es gegen Abend kühler wird und sich der blaue Himmel versteckt, gehen wir zurück ins Hostel. Heute habe ich in Bezug auf Bücher doppeltes Glück, denn ich finde den Loneyplanet in deutscher Ausgabe und ein Roman von Nicholas Sparks, ebenfalls in Deutsch geschrieben. Nun bin ich wieder für eine Zeit lang während den Relaxzeiten des Tages beschäftigt.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Achtung, ein Seal

Nach einer ruhigen Nacht, was in den Hostels nicht selbstverständlich ist, öffnen wir nach dem Erwachen die Vorhänge und freuen uns über das traumhafte Wetter. Trotz den anders lautenden Wetterprognosen, sehen wir keine einzige Wolke am Himmel. Wir entscheiden uns, eine Nacht länger in dem sauberen und gemütlichen Hostel zu bleiben und die Wanderung, welche wir gestern wegen dem Nebel nicht machen konnten, nachzuholen.

Bevor wir uns aber auf den Weg machen, führen wir natürlich unser tägliches Morgenritual durch, so richtig gut zu frühstücken. Auf Empfehlung gibt es heute riesig grosse Croissants aus der Bäckerei gegenüber des Hostels. Nach der Stärkung satteln wir die Bikes, welche uns im Hostel zur Verfügung stehen. Es sind nicht schlechte Fahrräder, aber wie meistens ist der Sattel hart wie Stein. Schon nach kurzer Strecke schmerzt mein Po ziemlich unangenehm (die spätere Heimfahrt verbringe ich im Stehen).


Nach ungefähr fünfzehn Minuten Fahrt kommen wir am Ausgangspunkt an. Dieser Ort sieht wegen der Ebbe ganz anders aus als gestern. Wir entscheiden uns, zuerst der Küste entlang zu gehen und anschliessend über den Hügel hierher zurück zu wandern.

Die erste Hälfte der Wanderung ist manchmal ein kleiner Klettergarten, da wir über die Gesteine gehen, die während der Flut nicht sichtbar sind. Es hätte natürlich auch eine einfachere Variante gegeben. Der von uns gewählte Weg hat es in sich: zwei Mal macht Tom mehr oder weniger elegante Versuche in Richtung Spagat und sehr oft schrecken wir etwas zurück, da wir sehr nahe an Seals vorbeigehen, ohne es vorher zu wissen. Diese Tiere geniessen das warme Wetter wie auch wir sehr, und faulenzen auf den Felsen. Leider begegnen wir auch an zwei toten Seals, die sehr übel riechen. Die erhofften Pinguine und Delfine sichten wir leider nicht, aber die Aussicht ist traumhaft!


Nach dreistündiger Wanderung knurrt unser Magen bereits ziemlich heftig. Da uns unsere zerquetschten Sandwichs nun wirklich nicht mehr anlächeln, geniessen wir kurzentschlossen Nachos und einen Burger in einem Restaurant.

Den restlichen Nachmittag verbringen wir faulenzend im Hostel und geniessen das geniale Wetter in der Hängematte.


Die Bilder unseres letzten Abschnittes von Rotorua über Napier nach Wellington sind nun auch online.

Kaikoura

Wir haben uns entschieden, zuerst die Ostküste der Südinsel anzuschauen und fahren deshalb von Blenheim aus direkt in den Süden. Entlang der Küste führt uns die Strasse nach Kaikoura. Die Farben des Meeres erinnern uns zeitweise an Fiji, hier kommen aber noch Schneeberge im Hintergrund hinzu. Zusammen mit dem stahlblauen Himmel auch keine üble Ansicht.

Wir unterbrechen die Fahrt des öfteren wieder für die Suche nach Caches. Insgesamt finden wir heute fünf dieser Boxen an speziellen, aber teils auch weniger speziellen Fleckchen. Wie der Ort im Detail ausschaut, weiss man natürlich erst, nachdem man sich auf die Suche gemacht hat.

Ein paar Kilometer vor Kaikoura fahren wir plötzlich in eine Nebelbank hinein, welche auch Kaikoura vollends bedeckt. Dank zwei Caches etwas abseits sehen wir je nochmals die Sonne, aber sonst war's dies für heute. Schade, das Wetter wäre ja so schön gewesen.


Am Nachmittag besuchen wir eine Schafschär-Show. D.h. ein Kiwi zeigt uns Zuschauern, vier an der Zahl, wie ein Schaf geschoren wird. Zudem erhalten wir interessante Infos rund ums Thema Wolle und dürfen beim Füttern von Schafen selbst Hand anlegen.

Überfahrt zur Südinsel

Der Morgen startet heute fast wie im Militär: Wir gehen früh aus den Federn, um dann wieder zu warten. Um sieben Uhr verlassen wir das Hostel in Wellington und fahren zum Fährhafen, denn wir haben für heute eine Überfahrt nach Picton auf der Südinsel gebucht. Nach einem kurzen Check-In müssen wir rund 45 Minuten darauf warten, dass wir die Fähre befahren dürfen. Unsere Aussicht auf die glatte See mit der spiegelnden Morgensonne lässt diese Zeit aber auch schnell vorüber gehen.


Anscheinend ist die Fähre für gutes Frühstück bekannt, denn die anwesenden Kiwis stürmen sogleich das Restaurant. Wir haben bereits am Vorabend ein kleines Frühstück eingekauft und können dieses trotz einigem Wellengang zu Beginn der Überfahrt geniessen. Vor allem die zweite Hälfte der Überfahrt ist sehr kurzweilig, da dort das riesige Schiff durch enge Kanäle zwischen Inseln hindurch kurvt.

Unsere Fahrt, nun wieder auf vier Rädern, führt uns weiter nach Blenheim. Dieses Örtchen liegt mitten im Marlborough Weinanbaugebiet und ist von Reben umzingelt. Dies lädt natürlich zu Weindegustationstouren ein, und eine solche möchten auch wir morgen machen. Wir treffen aber unglücklicherweise eine viertel Stunde nach Ladenschluss im Info-Center ein und so können wir uns keinen Überblick über die Angebote verschaffen und auch keine Tour buchen. Tja, Pech gehabt, aber da uns unsere Unterkunft auch nicht vollends überzeugt, bleiben wir halt nur eine Nacht hier. Wir kommen ja in ein paar Wochen nochmals hier vorbei.

Sonntag, 12. Oktober 2008

Rugby

Mittlerweile sind wir bereits ganze drei Monate unterwegs. Da aber jeder Tag anders ist und wir viel erleben, kommt es uns eher wie drei Jahre vor. Zur Feier des Tages gönnen wir uns ein ausgiebiges Frühstück in einem Café. Döri wünscht Toasts und eine Riesenportion Müesli und ich bestelle mir das Big Breakfast mit Hashbrowns, Brot, Spiegeleiern, Würstchen, Speck, Pilzen und Böhnchen in Sauce. So richtig english halt, aber fein ist's.

Unsere Mägen sind anschliessend derart voll, dass wir fast nicht mehr die Steigung auf den Hügel gleich oberhalb von Wellington hinauf kommen. Eigentlich hätte es ja eine Standseilbahn (Cable Car), aber da wir schon zu faul waren, um am Morgen joggen zu gehen, wollen wir wenigstens hier das Training nicht auslassen.


Das Ziel das Ausflugs sind mal wieder ein paar Caches. Beim Suchen von Geocaches gibt es übrigens verschiedene Herausforderungen: Ein paar sind sehr gut versteckt, bei anderen ist das Gelände schwierig zu passieren, wieder andere bedingen zuerst die Auflösung eines Rätsels, usw. Unsere heutige Herausforderung sind jedoch die so genannten Muggles. Als Muggles werden jene Leute bezeichnet, welche das Spiel nicht kennen und vor welchen man verbergen will, wo sich Caches befinden. D.h. beim Suchen und beim Heben der Plastikboxen sollte man eigentlich nicht gesehen werden. Dies ist nicht ganz einfach, wenn sich der Cache direkt in einer Touristenattraktion befindet. Bei uns ist dies heute eine Aussichtsplattform gleich neben der Bergstation des Cable Cars. Wir müssen mehrere Minuten an Ort sitzen und so tun, als würden wir die Zeit geniessen oder lesen, bevor wir mal kurz hinter den Rücken greifen können. Auch bei weiteren Caches sind primär die Leute das Problem, welche sich bei den Caches rumtreiben oder eben gerade auf jener Bank sitzen, unter welcher sich der Cache versteckt. Aber mit etwas Geduld lösen sich auch diese Probleme und wir finden noch drei weitere dieser Boxen mitten in der Stadt.

Wie wir am Vortag mitbekommen haben, findet heute noch ein Rugbyspiel statt (Rugby Union, Air New Zealand Cup). Die lokalen Wellington Lions spielen den Viertelfinal gegen das Team aus Taranaki. Das wollen wir uns nicht entgegen lassen. D.h. die treibende Kraft hinter diesem Vorhaben bin eher ich, aber Döri ist so nett und begleitet mich. Das Spiel im Westpac Stadium ist ein ziemliches Erlebnis. Obwohl lange nicht alle Plätze besetzt sind, ist die Stimmung sehr gut und auch auf dem Platz läuft was. Wir sehen mehrere Tries und auf beiden Seiten ein hervorragendes Kickspiel bei dein Conversions. Schlussendlich ist das Verdickt mit 50:30 für Wellington ziemlich klar, aber Taranaki konnte das Spiel eine lange Zeit offen halten. Obwohl sich Döri zu meinem Leidwesen wohl nie mit Rugby anfreunden wird, findet sie am Event als solches und dem drum herum doch noch Gefallen und für mich war's sowieso ein Erlebnis.

Freitag, 10. Oktober 2008

Wellington

Bei der Weiterfahrt durch die Weidelandschaft werden wir zweimal komplett auf der Strasse blockiert. Die Strassen werden nicht nur von Fahrzeugen, sondern auch von Schafherden, als Transportweg verwendet. Getrieben von den Farmern und ihren Hunden umzingeln uns die Schafe förmlich und wir können nur warten, bis der Spuk vorbei ist.


Hier in Neusseland funktioniert unsere Geocache-basierte Reistetaktik nun das erste Mal wirklich. Auch heute bringen uns die Caches wieder in zwei schöne Parks, in welche wir ansonsten wohl kaum gelangt wären. Wir nutzen diese Gelegenheiten jeweils, um uns etwas die Beine zu vertreten und die Umgebung anzuschauen.

In Wellington finden wir das von Lance empfohlene Hostel auf Anhieb und erwischen noch eines der letzten Zimmer. Glück gehabt! Auch das Wetter spielt übrigens mittlerweile wieder hervorragend mit. Der Himmel ist blau und die Sonne zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Einzig die Temperaturen dürften etwas höher sein. Wellington, die Hauptstadt Neuseelands, wird zudem auch Windy Welly genannt und für uns wird bald mal klar weshalb. In einen dicken Pulli gehüllt ziehen wir los und erkunden zu Fuss die Stadt ein erstes Mal. Dabei schauen wir uns die Promenade, die Hauptstrasse der Downtown und das Regierungsgebäude, der sog. Beehive (Bienenstock) an.


Vielen Dank übrigens für die Teilnahme an unserer Älplermacaronen-Umfrage. Knapp sind wir um ein Gericht mit Schoggieili herumgekommen:

38% Speck
31% Schoggieili
15% Schinken
15% Cervelat

Für was hat wohl das restliche Prozent gestimmt???

Zwischen Kiwi, Schaf und Frosch

Mit etwas Wehmut verlassen wir das tolle Backpackers in Napier und machen uns wieder in Richtung Süden auf. Die Strecke von Napier nach Wellington wollen wir in zwei Tagesetappen zurücklegen und da vor allem weite Weidelandschaften zu erwarten sind, haben wir ein paar Cache-Koordinaten heruntergeladen, um die Fahrt aufzulockern.

Der erste Cache führt uns in einen kleinen hügligen Park, der zweite auf den Te Mata Peak, von wo aus man einen herrlichen Überblick über die ganze Hawkes Bay hat und der dritte über 10km Schotterstrasse zu den Waihi Falls. Dieser Wasserfall ist 25m hoch und rund 35m breit. Mal wieder recht eindrücklich, trotz des momentan recht braunen Wassers.


Nach einer Weile verzweigt sich die Strasse: Die Strasse Nr. 2 ist die Hauptverkehrsachse in den Süden. Die Strasse Nr. 52 ist die Alternative. Etwas kleiner, kurvenreicher und viel verkehrsärmer. Wir entscheiden uns für Variante zwei, da wir ja alles andere als im Stress sind. Zudem machen die Ortsnamen diese Strecke attraktiver, zum einen kommen wir beim Ort mit dem längsten Namen und zum andern bei Herbertsville durch. Dies wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen.



Auf dieser Strasse, die doch rund 150km lang ist, gibt es genau ein Backpackers und dieses befindet sich in mitten von Nirgendwo. Einzig die Farm der Backpackerbetreiber befindet sich ein paar hundert Meter weiter südlich. Wir haben Glück und ausser uns ist bisher nur ein Kiwi anwesend. D.h. abgesehen von den Schafen, aber die beanspruchen glücklicherweise kein Bett. Später am Abend hören wir, dass auch Frösche anwesend sind, welche uns trotz ihres Quackens nicht vom Schlafen abhalten können. Zuvor verbringen wir mit dem gesprächigen Kiwi namens Lance, ein Wellingtoner, einen sehr gemütlichen und gesprächigen Abend am Schwedenofen und tauschen internationale Reiseerfahrungen aus. Da er mit dem Velo angekommen ist, wird er von der Backpackersbetreiberin Pauline kulinarisch aufs Äusserste verwöhnt. Da werden wir fast ein wenig neidisch. Aber auch unser Abendessen gelingt uns ganz gut und wir erhalten später von Pauline zudem noch ein Stück Gebäck als Dessert. Hmmm, so guet...

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Art Deco

Unser Tagesprogramm sieht heute folgendermassen aus: ausgeschlafen frühstücken, in einem Zweistundenmarsch die Stadt und ihre Hügel erkunden, in einem Cafe internetlen, Minigolf spielen, an der Promenade die Frühlingssonne geniessen, einkaufen, entspannt kochen.

Die Innenstadt von Napier ist vom architektonischen Gesichtspunkt aus ziemlich speziell. Da, wie erwähnt, 1931 die Stadt von einem Erdbeben nahezu völlig zerstört worden ist, wurde sie in den darauf folgenden zwei Jahren wieder neu aufgebaut. Dies natürlich im Baustil der damaligen Zeit, welcher sich Art Deco nennt. Eine Grosszahl der Häuser von damals ist auch heute noch erhalten und prägt in verschiedenen Pastellfarben das Zentrum von Napier. Speziell!

Der 100-ste

Nach einer, entgegen den Erwartungen, recht ruhigen Nacht, nutze ich den kostenlosen Internetzugang frühmorgens, um mich mal wieder telefonisch mit der Schweiz in Verbindung zu setzen. Eigentlich ist's schon unglaublich, wie man kostenlos quer durch die ganze Kugel telefonieren kann.

Nach dem Frühstück und der Abgabe des Geschirrkörbchens sind wir auch bereits wieder auf der Strasse in Richtung Süden. Da heute Döri mit Fahren an der Reihe ist, kann ich die hügelige Landschaft anschauen, immer wieder aufs Meer hinaus blicken und Unmengen von Schafen zählen. Wahrscheinlich ist es letzteres, was mich auch bald schläfrig macht. Der Besuch von Hot Pools lässt mich aber bald wieder wach werden. Wir lassen den ersten Pool der Anlage links liegen und wandern zuerst ein paar Minuten durch den Wald, bis wir zur zweiten Anlage kommen. Diese besteht aus drei kleineren Pools, wobei der eine heiss, der zweite sauheiss und der dritte saukalt ist. Eine halbe Stunde lang haben wir die Anlage für uns, bevor weitere Leute eintreffen. Viel länger halten wir's sowieso nicht aus. Aber gut tut's allemal.


Während der weiteren Fahrt nach Napier geht unsere Jagd nach Caches weiter. Bei einem Flüsschen können wir ein kleines Jubiläum feiern: Wir finden unseren hundertsten Geocache. Eine kleine Flasche Weisswein veredelt uns diesen Fund und wir blicken kurz auf die vergangenen hundert Fundstellen zurück.


Dieses Jubiläum hat unseren Hunger nach Caches erst recht angeregt und wir nehmen gleich den nächsten ins Visier. Und dieser hat's in sich. Er befindet sich auf einem Hügel, welcher bis zu einem Erdbeben in den 30-er Jahren noch eine Insel war. Dazumal wurde ziemlich die ganze Stadt Napier zerstört und die Lagune vor der Stadt wurde über Nacht angehoben und in Trockenland umgewandelt. Wir müssen uns heute richtiggehend den Berg hinauf kämpfen, da uns der Wind fast wieder hinunter bläst. Unglaublich wie das tut! Wir kommen aber dann doch mal oben an und finden auch den Cache relativ schnell.


Als Kompensation zu gestern landen wir heute in einem wirklich tollen Backpackers (Wally's). Wir kriegen sogar eine richtige Bettdecke und die Nacht verspricht ruhig zu werden. Da es uns hier so gefällt, buchen wir gleich noch eine zweite Nacht.

Montag, 6. Oktober 2008

Feuchtes Nass von oben und von unten

Noch kurz ein Nachtrag zu gestern: Den Nachmittag und Abend haben wir fast ununterbrochen mit dem Studium neuseeländischer Kultur verbracht. Dies hat sich aber in einem Pub abgespielt und sich daher primär um die Ess-, Drink- und Sportkultur (Rugby) gehandelt. Am Abend haben wir uns das Grand Finale der NRL (National Rugby League aus Australien) angeschaut, indem die Manly Sea Eagles die Melbourne Storm gleich mit 40:0 gebodigt haben. Lustig zum Zuschauen war's trotzdem, jedenfalls für mich.

Heute verlassen wir die faulen Eier, sprich Rotorua, wieder und widmen uns trotz leichtem bis hartnäckigem Regen ein paar Caches entlang unserer Route. Beim einen Cache werde ich nicht nur von oben nass, sondern auch von unten, da ich beim Versuch, dem Ufer entlang zu klettern, abrutsche und eine Schuh voll rausziehe. Naja, ist ja nur Wasser. Schlimmer ist, dass sich die Suche nach diesem Cache erfolglos gestaltet. Bei einem weiteren Cache kraxeln wir auf allen Vieren auf einen Hügel und suchen eine ganze Weile, bis sich uns die Kiste offenbart. Dafür könnten wir von hier eigentlich perfekt die Aussicht auf einen Vulkankegel, den Mt. Edgecomb, geniessen, aber hier machen uns die Wolken einen Strich durch die Rechnung.

Wir lassen uns die Laune durch das Wetter sicher nicht vermiesen und fahren weiter an die Küste der Bay of Plenty. In Opotiki, dem eigentlichen Ziel des heutigen Tages, finden wir bei den Backpackers nur geschlossene Türen vor und nach kurzen Diskussionen nehmen wir die Strecke zum nächsten grösseren Ort, Gisborne, nur rund 140km entfernt, unter die Räder. Die Fahrt führt uns zuerst entlang eines Flusses hinauf in die Berge und von dort entlang von endlosen Weiden und schliesslich vorbei an Rebbergen wieder hinunter zum Meer.

Unsere Bleibe hier in Gisborne ist auch ein wenig speziell. Beim einchecken erhält jeder Gast ein Körbchen mit Geschirr und Besteck, damit er dies auch wirklich sauber hält. Tja, überall gibt’s wieder was Neues. Uns hält dies aber nicht vom Kochen ab und wir brutzeln uns supergute Älplermacaronen mit Salat und Knoblibrot. Hmmmm....

By the way: Beteiligt euch bitte auch an der Umfrage rechts und helft uns herauszufinden, was wir nächstes Mal unter die Macaronen mischen sollen. Merci!

Bei einem kurzen Ausflug ins Zentrum des Ortes werden wir tatsächlich vom Wetter noch mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt. Wer hätte das gedacht?

Sonntag, 5. Oktober 2008

Technische Ausrüstung

Da wir heute einen klassischen Regensonntag einziehen, nutze ich die Gelegenheit, um die früher mal versprochenen Details zu unserer technischen Ausrüstung nachzuliefern.


  1. ASUS eeePC 4G
    Unsere Surfstation, kann aber viel mehr.
    Ultrakleines, aber voll ausgerüstetes Notebook. 7" Bildschirm, 512MByte RAM, 4GByte SSD Harddisk, Zusätzlich 4GByte SD Memorycard, 3 USB 2.0 Ports, Video Port, RJ45, WLAN. Webcam, Lautsprecher, Mikrofon- und Kopfhöreranschluss.
    Wird mit einem Xandros Linux im Full Desktop Modus betrieben.
    Wichtigste Software:
    - Open Office Suite
    - Firefox 3.0 als Webbrowser
    - Thunderbird 2.0 als E-Mail Client
    - Skype zum Telefonieren
    - Picasa zur Verwaltung von Bildern
    - Cachewolf zur Offline-Verwaltung von Geocaches
    - gpsbabel zur Übertragung von Wegpunkten (Geocaches) aufs GPS

  2. Netzadapter für ASUS eeePC

  3. Cowon D2 MP3 Player
    Unsere Jukebox für unterwegs.
    Tatsächlich eine Alternative zum IPod ;-)
    4GByte eingebauter Flashspeicher, zusätzlich 4GByte SD Memorycard
    Touchscreen, Akku mit rund 30 Stunden Laufzeit.

  4. Netzadapter zu Cowon D2

  5. Creative ZEN Nano Plus
    512MByte

  6. FM Transmitter (noname)
    Der Sender unseres fahrzeugeigenen Radios.

  7. 12V-Adapter (Zigarettenanzünder) für FM Transmitter

  8. Garmin GPSmap 60CSx
    Wir verwenden dieses GPS Gerät für die Suche nach den Geocaches wie auch zur Strassennavigation.
    Auf der internen 2GByte MicroSD Memorycard ist folgendes Kartenmaterial gespeichert:
    - Europa (Garmin City Navigator, autoroute-fähig, kommerziell)
    - Kanada (Ibycus Topo)
    - USA (Ibycus USA)
    - Neuseeland (NZ Open GPS Project, autoroute-fähig)
    - Australien (Tracks4Australia)
    Weiteres freies Kartenaterial für GPS-Geräte gibt’s übrigens hier!

  9. USB Kabel für Garmin GPS und beide MP3 Player

  10. Nikon Coolpix 5200
    Die secondhand Quelle unserer Fotos.
    5.1 Megapixel
    Aus Huhn-Ei-Problematik-Gründen ist nur das Etui abgebildet ;-)
    Ein Zusatzakku ist auch vorhanden.

  11. Ladegerät für Akkus der Fotokamera

  12. USB Kabel für Fotokamera

  13. Döri's Handy
    Nokia 6230i

  14. Netzadapter zu Döri's Handy

  15. Tom's Handy
    Nokia E65

  16. Netzadapter zu Tom's Handy

  17. Universal Reiseadapter

  18. Dreifachstecker
    Damit mehr als ein Gerät gleichzeitig eingesteckt werden kann.
    Zu einem Zweipolstecker umfunktioniert (Erdung abgesägt *g*)

  19. Petzl Tikka Plus Stirnlampe
    Mit 4 LED's.
    Echt gäbig, vor allem auch zum Lesen.

  20. Mini Maglite Taschenlampe

Diese Ausrüstung macht etwa die Hälfte des Gewichts meines Rucksacks aus, aber ein wenig Luxus muss ja schliesslich auch sein.

Samstag, 4. Oktober 2008

Heisses Wasser

Da dieses Hostel sehr lärmig war und wir daher eine Nacht mit eher wenig Schlaf hinter uns haben, kommen wir heute Morgen wirklich kaum aus dem Bett. Beim Zubereiten des Frühstücks stellen wir plötzlich fest, dass die Küche zwecks Reinigung zwischen elf und zwölf Uhr geschlossen ist. Da fünf vor elf ist, frühstücken wir in den Jacken draussen und hoffen, dass der Regen noch auf sich warten lässt.

Heute wollen wir natürliche Badepools aufsuchen. Da uns aber die dunklen Wolken nicht besonders grosse Begeisterung dazu aufbringen lassen, schauen wir zuerst die Wetterprognosen an. Da es morgen noch regnerischer sein soll, entscheiden wir uns, dennoch unsere Badesachen zu packen und uns auf den Weg zu machen.

Unser erster Cache führt uns zu diesem Ort. Da es aber so viele Leute hat, können wir diesen nicht unbeobachtet suchen und lassen es daher bleiben. Dafür geniessen wir noch ein wenig den Fluss, der in einem Pool endet, in dem das Wasser dampfend heiß ist. Darin sind schon einige am Baden, aber da es uns zuwider ist, nach dem Bad zu frieren, setzen wir uns auf den Boden und halten nur die Beine ins warme Wasser. Auch dies ist schon sehr erwärmend und wir geniessen es sehr.


Anschliessend gehen wir weiteren Caches nach, wobei wir immer wieder sprudelnde Gegenden entdecken. An einem Ort ist es eine Sumpflandschaft, in der es überall „blubbert“ und alle Planzen am Rande vom angespritzten Schlamm ganz silbrig sind.



Mittlerweile ist auch das Fotoalbum von Auckland und der Coromandel Halbinsel verfügbar. Viel Spass beim Anschauen.

Nasser Aussichtspunkt

Da wir heute Morgen sozusagen alleine in einem Haus sind, wie bereits erwähnt ist das Hostel sehr klein und kaum besetzt, nehmen wir uns so richtig Zeit. Etwas später als sonst kommen wir aus den Federn und duschen ausgiebig. Obwohl wir das Gefühl haben, dass wir die Flöhe doch noch losgeworden sind, schmieren wir uns ein weiteres Mal mit dem eklig riechenden Mittel ein. Diese Plage wollen wir nämlich nicht so schnell wieder am Hals haben.

Ich geniesse es sehr, so richtig gut frühstücken zu können. So starte ich richtig gut in den Tag. Da es im Hostel Eierbecher hat, geniessen wir nach fast drei Monaten wieder einmal ein fünf-Minuten-Ei. Da uns der Eieröffner fehlt, gibt es bei mir ein kleines „Gebastel“, Tom schafft es natürlich fein-säuberlich.

Heute steht erneut ein Wasserfall (Wairere Falls, 153m) auf dem Programm. Dieses Ziel steht nicht im Reiseführer, sondern es ist ein Geheimtipp von Helen, welche das Hostel betreut. Gut gestärkt durch das Frühstück springen wir fast wie zwei junge Rehe den Berg hinauf und sehen dabei unglaublich schöne Umgebung. Meine Kletterkünste werden noch etwas unter Beweis gestellt, was die Wanderung abwechslungsreich und schweisstreibend macht. Obwohl wir ein recht schnelles Tempo haben, jedenfalls aus meiner Sicht, brauchen wir für den Hinweg die 90 Minuten, die unten an der Tafel angegeben waren. Die Anstrengung hat sich aber gelohnt, denn wir haben weiten Ausblick über die grüne Gegend.


Oben angekommen, führt ein kleiner sumpfiger Pfad noch weiter zur Oberkannte des Wasserfalls. Da wir von einer älteren Frau unterwegs bereits darauf hingewiesen wurden, dass man nass wird, ziehen wir vorsorglich unsere Regenjacken an, was sich sehr bewährt. Ohne mir gross Gedanken zu machen, marschiere ich auf den Aussichtspunkt zu, wobei ich schnell wieder den Rückweg antrete. Da das Wasser durch den Wind so stark umher- und wieder rückwärts hinauf gewirbelt wird, schmerzt es im Gesicht ziemlich fest und dort ist definitiv kein Platz zum Verweilen.


Da es hier mit den Internetverbindungen bis jetzt sehr umständlich und recht teuer ist, ist heute leider ein Cache-freier-Tag. Auf dem Weg nach Rotorua, wo wir übernachten wollen, machen wir eine Mittagspause in einem kleiner Ort, in dem sie die Häuser speziell mit Wellblech verziert haben. Das Infocenter befindet sich in einem überdimensionalen Hund und in einem Schaf.


Nach einer Siesta erkunden wir zu Fuss Rotorua, welches für natürliche heisse Quellen bekannt ist, laut Tom sogenannte geothermale Aktivitäten. Es ist beeindruckend, wie im Park überall Dampf aufsteigt, weil an sehr vielen Stellen einfach heisses Wasser aus dem Boden sprudelt. Ist noch krass!

Abends verbringen wir wieder einmal Zeit am Computer und am Telefon. Unglaublich, wie so die Zeit schnell vergeht.

Freitag, 3. Oktober 2008

Goldgräber

Der heutige Tag steht im Zeichen von vergangenen und aktuellen Goldgräbern. Zwei Caches führen uns in ein Seitental, in welchem vor rund hundert Jahren intensiv nach Gold gegraben wurde. Heute sind davon nur noch ein paar wenige Hinterlassenschaften und diverse Schächte übrig. Nachdem wir die Caches gefunden haben, erkunden wir mit Taschenlampen bewaffnet, auch zwei dieser Schächte. Der eine wurde ebenfalls als Gefängnis verwendet und um der Szenerie mehr Ausdruck zu verleihen, hat jemand wohl mit Viehknochen ein menschliches Skelett nachgebildet. Das Tüpfelchen auf dem I sind die grossen heuschreckenartigen Insekten, welche in Scharen die Decke besiedeln. Da halten es nicht alle lange im Tunnel aus...


Auch beim nächsten Ort namens Waihi steht das Gold im Mittelpunkt. D.h. es liegt wohl eher im Mittelloch, denn mitten im Dorf klafft eine riiiiiesige Grube. Geschätzte 400m breit und auch fast so tief. Hier wird auch heute noch Gold abgebaut und die stattlichen Transportlastwagen, welche das Gestein aus der Grube transportieren, sehen darin wie kleine Spielzeugautos aus.



Nach einem kurzen Stopp bei einem Wasserfall (keine Ahnung wie viele wir bereits gesehen haben, aber irgendwie ist doch jeder wieder speziell) gelangen wir bereits wieder zu einem ehemaligen Goldfeld. Aufgrund der interessanten Infotafeln und den Fotos kann man erahnen, wie es hier früher ausgesehen haben mag, aber von all den Gebäuden ist höchstens noch das Fundament zu sehen und der ehemals für Goldwaschzwecke missbrauchte Fluss schlängelt wieder verträumt das Tal hinunter.

Etwas speziell ist heute auch die Unterkunft: Das Backpackers, welches wir ausgewählt haben, bietet in drei Räumen gerade mal elf Reisenden Platz, wobei wir anscheinend nur zu dritt sind, und wir von einem älteren Päärchen mit viel Liebe betreut werden. So richtig „schnuslig“.

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Cathedral Cove

Seit wir wieder unseren eigenen Verpflegungsvorrat mitschleppen, gönnen wir uns jeweils wieder ein reichhaltiges Frühstück. So essen wir heute Rührei mit Tomaten, Toasts, Leberaufstrich, Käse, Konfi, Poridge, Tee und heisse Schokolade. Danach sind wir bereit für körperliche Höchstleistungen.

D.h. „wären wir“, denn solche sind heute nicht wirklich nötig. Wir nehmen direkt von Hahei aus eine Wanderung zur Cathedral Cove in Angriff und benötigen dazu schlussendlich nur etwa die Hälfte der angegebenen Zeit. Einzig die Treppen bringen uns zwischenzeitlich zum Schnaufen. Schon während dem gesamten Weg und erst recht nach der Ankunft im Cathedral Cove meint es die Sonne gut mit uns und lässt das Meer türkis scheinen. Die Cathedral im Cathedral Cove ist übrigens ein rund 10 m hohes Loch im Sandstein, durch welches man von der einen Bucht zur nächsten gelangt.


Nach einer längeren Rast in dieser schönen Umgebung, steht noch ein Geocache auf unserer Liste. Dieser ist schnell gefunden und genügend gross, um einen Travelbug aufzunehmen. Diese wandernde Marke in Form eines Kiwis (neuseeländischer flugunfähiger Vogel) haben wir in der Schweiz in einem Cache gefunden und nun nach Neuseeland mitgebracht. Die Cathedral Cove erscheint uns als würdige Umgebung, um diesen Kiwi wieder in „Freiheit“ zu entlassen.


Auf dem Weg in den Süden von Coromandel kommen wir an einem Weingut vorbei und wollen hier unseren Weinvorrat etwas aufstocken. Kaum setzen wir unsere Füsse in den Weinkeller, kommt auch bereits der Verkäufer daher und tischt uns ohne zu fragen diverse Weinproben zur Degustation auf. Glücklicherweise ist heute Döri mit Fahren an der Reihe, so dass ich mich beim Probieren nicht zurückhalten muss. Der Verkäufer entpuppt sich übrigens als richtiger Entertainer und erzählt uns Geschichten über Wein, Früchte, frühere Riesenvögel usw. Da er sehr schnell und mit hardcore Kiwi-Dialekt spricht, bekommen wir nicht ganz alles mit, aber unterhaltsam ist es trotzdem. Schlussendlich kaufen wir zwei Flaschen 03 Chardonnay und können die nächsten Abenden wieder ein paar Mal anstossen.

Den späteren Nachmittag verbringen wir primär in einem kleinen Backpackers, da alle paar Minuten wieder ein heftiger Schauer niedergeht.