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Donnerstag, 11. Dezember 2008

Sydney, oder wenn's plötzlich kalt wird

Nein, mit Ausnahme der Klimaanlagen lässt uns in Sydney nichts frieren. Aber wenn das Heimweh grösser wird als die Sucht nach dem Fernen und dies zudem die Gesundheit beeinflusst, dann ist es Zeit, etwas zu ändern.

In den letzten Tagen und Nächten in Sydney hat Döri unter starker Übelkeit, Schlaflosigkeit und sonstigen Beschwerden gelitten und nach der Konsultation einer Ärztin haben wir beschlossen, unser Reiseabenteuer früher als geplant zu beenden. Bewaffnet mit Medikamenten machen wir uns daran, unsere Zelte in Australien abzubrechen und unsere Rückreise zu organisieren. Die Auflösung des Kontos ist eine Sache von wenigen Minuten. Etwas länger Dauert die Umbuchung der Flüge, da ich dazu noch zum Flughafen fahren muss. Dort treffe ich jedoch auf eine sehr hilfsbereite Mitarbeiterin der Singapore Airlines und so habe ich bald zwei Tickets für am nächsten Tag von Brisbane nach Singapur und anschliessend von Singapur nach Zürich im Sack. Eigentlich hätten wir noch ein zwei Tage in Brisbane und/oder Singapur verbringen wollen, aber dann wäre ein Rückflug erst am 21. Dezember möglich gewesen. So ziehen wir diesen Schritt halt relativ rasch durch.

Bei Virgin Blue buchen wir online noch kurz einen Flug von Sydney nach Brisbane und sind somit für den Rückflug gerüstet. Noch einmal schlafen und schon geht’s zurück.

Der Rückflug an einem Stück zieht sich natürlich ziemlich in die Länge. Aber Dank guten Inflight Entertainment Systems in den Flugzeugen und einem interessanten Flughafen in Singapur lässt sich auch diese Reise überstehen.

Etwas krass ist natürlich der Temperaturschock bei unserer Ankunft frühmorgens in Zürich, aber darauf haben wir uns ja einstellen können.


Nun sind wir auf den Tag genau exakt fünf Monate unterwegs gewesen und wir haben sehr viele schöne Eindrücke und Erlebnisse sammeln können, welche uns nicht mehr genommen werden können. Aber bekanntlich hat alles ein Ende, so auch unsere Reise und es ist besser einen Schlussstrich zu ziehen, wenn dies problemlos und vor allem bei guter Gesundheit gemacht werden kann. Da wir niemanden über unsere Rückkehr informiert und wir unsere Wohnung untervermietet haben, sind wir gespannt, wo wir Unterschlupf finden werden. Schlimmstenfalls gibt es in Solothurn ja auch ein YHA und in diesen fühlen wir uns ja mittlerweile fast wie zu Hause.

Damit endet unsere Berichterstattung in diesem Blog und mit ein paar wenigen Bildern aus Sydney ist auch unser Fotoalbum komplett. Wir möchten allen danken, die regelmässig oder auch nur zwischendurch reingeschaut und uns mit Kommentaren, Tipps oder einfach ein paar Nachrichten aus der Heimat unterhalten haben.

Cu soon!

Samstag, 6. Dezember 2008

Sydney, oder man will ja wissen mit wem man es zu tun hat

Übrigens konnten wir gestern tatsächlich auch ein Bankkonto hier in Australien eröffnen. Ob wir dann wirklich davon profitieren können, wird sich erst noch zeigen. Im Gegensatz zu Neuseeland konnte der nette Herr hier in Australien uns die EFT-POS Karte (Pendent zu EC-Karte) nicht gleich in die Hand drücken und sie soll uns nächste Woche in Adelaide per Post zugestellt werden. Toi toi toi und Fortsetzung folgt...


Heute steht der Besuch des Wildlife Experiences auf dem Programm. Dies ist eine Art Zoo, in welchem man viel über die einheimischen Tierarten erfahren und verschiedene davon auch betrachten kann. Wir können so erste Bekanntschaften mit Koalas, Kängurus, Wallabies, Wombats, Cassowaries, usw. schliessen und auch ein paar der ziemlich unförmigen Insekten des Kontinentes betrachten. Am meisten interessieren uns jedoch die im Falle einer überraschenden Begegnung eher ungemütlichen Zeitgenossen: die Spinnen und Schlangen. Geschützt durch eine Glasscheibe können wir so die giftigen und ungiftigen Arten dieser Spezies' in Lebensgrösse betrachten. Darunter befinden sich verschiedene Pythons, Taipane, Black Adders, Brown Snakes, Red Back Spiders, Sydney Trichternetzspinnen usw. So lernen wir auch, welchen Tieren wir in den von uns besuchten Tieren über den Weg laufen könnten, denn man will ja wissen, mit wem man es zu tun haben könnte...

Der Nachmittag bringt uns eine weitere interessante Perspektive von Sydney: Wir betrachten die Stadt aus der Vogelperspektive des Sydney Towers und sind überrascht, wie viel Wasser um die Innenstadt herum zu sehen ist. Dies schreit ja fast nach einer Hafenrundfahrt...

Sydney, oder wenn Weihnachten gefeiert wird

Als erstes dürfen wir heute feststellen, dass auch die Wetterprognosen in Australien mit Vorsicht behandelt werden müssen. Entgegen der Ankündigung von Regenschauern tröpfelt es nur zweimal kurz. Wir haben trotzdem unsere Regenjacken und langen Hosen den ganzen Tag nutzlos mit uns rumgetragen.

Von den paar Kilos am Rücken haben wir uns aber nicht von einer längeren Wanderung von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit in der Innenstadt abhalten lassen. Angefangen beim Aquarium, wo durch dank einem Glastunnel Rochen und Haie aus der Nähe betrachtet werden können, über den ursprünglichen Siedlungsteil „The Rocks“ mit interessanten historischen Ausstellungen bis hin zur obligaten Ablichtung des Opernhauses und der Harbour Bridge.


Uns fallen, wie bereits am Vorabend, schon am Mittag die vielen geschlossenen Festgesellschaften in Restaurants und auf Schiffen auf. Die Leute sind Teils adrett in Business-Kluft, bis hin zu Abendkleidern, aber auch witzig verkleidet anwesend und halten sich mit dem Genuss von Bier und Wein auch zur Mittagszeit nicht gerade zurück. Ob die Sydneyer wohl nichts zum Arbeiten haben???


Etwas später vor dem Opernhaus werden wir von einem etwas beschwipsten, in Sydney arbeitenden Polen, aufgeklärt. Er erzählt uns, dass hier der 6. Dezember das wichtige Datum für geschäftliche Weihnachtsfeiern sei und so viele Firmen ein Restaurant oder ein Schiff für ihre Mitarbeiter gemietet haben. Ach so, dies ist eher eine Ausnahme. Wir haben jedenfalls unseren Spass, den heiteren Gesellschaften zuzuschauen und setzen uns dafür neben dem Opernhaus eine Weile in die Sonne.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Bye bye Kiwis – hello Aussies

Das Packen und die Abgabe unseres treuen Begleiters in Neuseeland, dem Nissan Sunny, gestaltet sich kurz und schmerzlos und wir sind eigentlich viel zu früh am Flughafen von Auckland. Aber auch die Wartezeit und der anschliessende Flug nach Sydney ist bald mal vorüber und schwups befinden wir uns schon unter australischer Sonne. Wobei... so wirklich sonnig ist es gar nicht, aber dafür ist die Temperatur richtig angenehm.

Als erste Amtshandlung in Australien versuchen wir noch ein Konto bei einer Bank zu eröffnen, werden jedoch von einem freundlichen Plakat am Eingang darauf hingewiesen, dass Backpackers nur am Morgen bedient werden. Spezielles Geschäftsmodell, aber dann versuchen wir's halt morgen wieder. Mal schauen, ob dies ähnlich einfach geht wie in Neuseeland.

So sind also die zehn Wochen Neuseeland bereits vorbei und wir mussten beim Abflug beinahe eine Träne zurückhalten. Uns beiden hat das Land extrem gefallen und wir können es mit bestem Gewissen weiter empfehlen. Unten findet ihr noch ein paar Statistiken zu unserem Neuseelandaufenthalt. Frei nach dem Motto „Glaube keiner Statistik, welche du nicht selbst gefälscht hast“ kann ich dafür bürgen, dass sie stimmt ;-)

Anzahl Reisetage: 70
Gefahrene Strecke: 7134km
Verbrannte Benzinmenge:535.25l
Durchschnittsverbrauch: 7.5l/100km
Durchschnittsbenzinpreis: 1.30CHF/l
Anzahl Tankstopps: 22

Zudem sind hier noch die letzten neuseeländischen Fotos aus dem Nordland verfügbar.

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Besuch bei Andrea

Bereits zwei Mal haben wir's in den letzten zwei Monaten versucht und heute, beim dritten Anlauf, soll es nun endlich klappen: das Treffen mit Andrea, einer alten Bekannten aus der Zeit der Englischschule in Auckland. Andrea, ursprünglich aus dem Baselland, lebt nun bereits seit knapp neun Jahren in Neuseeland und ist schon fast zu einem Kiwi mutiert.

Wir machen eine letzte Runde in Helensville und fahren dann die paar Kilometer zu ihr nach Waikito. Andrea, ihr Partner Hugo ist momentan gerade auf Geschäftsreise, empfängt uns herzlich in ihrem Heim und wir erfahren, wie sich das Leben in den letzten Jahren hier in Neuseeland so entwickelt hat. Echt interessant, das Kiwi-Leben mal aus einer anderen Perspektive als der eines Touristen zu betrachten.

Als Mittagessen hat uns Andrea ein echter Leckerbissen vorbereitet: Echter Servelat-Emmentaler-Salat mit knusprigen Brötchen. So was haben wir beinahe schon ewig nicht mehr gegessen und so geniessen wir dies auch entsprechend.

Nachdem wir erstmal verköstigt sind, dürfen wir bei der Fütterung des neuesten Bewohners des Hauses zuschauen. Vor ein paar Tagen hat Andrea einen verlassenen jungen Vogel (keine Ahnung welcher Art) gefunden, welcher nun ständig nach Futter schreit. Durch die Fütterungen hat er nun Andrea bereits als Mami akzeptiert und sucht nach der Füllung seines Magens gleich ihre Wärme. Richtig „härzig“.


Beim Austausch der Geschichten und der Ansicht von ein paar Fotos vergeht die Zeit wie im Fluge und wir müssen uns schon bald auf den Weg in Richtung Auckland machen, wo unser letztes neuseeländische Backpackers in der Nähe des Flughafens auf uns wartet.

Nochmals ein dickes Dankeschön an Andrea auf diesem Wege. Wir haben die Gastfreundschaft, die Geschichten und das Essen wirklich geniessen können. Auf ein ander Mal in Solothurn...

Dienstag, 2. Dezember 2008

Waitakeres

Vor dem Reiseabschnitt in Neuseeland haben wir eine Liste von Orten zusammengestellt, welche wir, wenn möglich, besuchen möchten. Einige davon haben wir gesehen, zu einigen blieb uns jedoch der Zugang aus verschiedenen Gründen (Wetter, Route, Saison, etc.) verwehrt. Einer der Punkte ist jedoch bis heute offen geblieben und dies ist die Waitakere Range. Dieser Hügelzug im Westen von Auckland bietet dichten ursprünglichen Wald, hervorragende Aussichten auf die Millionenstadt, schöne Wanderungen und mehrere Strände mit schwarzem Sand.

Da die Waitakeres in Reichweite von Helensville liegen, können wir unser Gepäck gleich hier im Malolo House lassen und müssen nur das Tagesgepäck für den Ausflug mitnehmen. Nach kurzer Fahrt (alles unter einer Stunde bezeichnen wir mittlerweile als kurz) erreichen wir den Ausgangspunkt der ausgewählten Wanderung. Der Track bringt uns zu einer Kaskade von wirklich schönen Wasserfällen, den Fairy Falls. Wir geniessen ein letztes Mal den Wald mit Moosen, hohen Farnbäumen und sogar auch Kauris.


Trotz zweifelhafter Karte finden wir unseren Pfad ziemlich problemlos, bis auf den weiteren Verlauf nach den Falls. Ein entgegenkommender Wanderer zeigt uns jedoch nach einer Weile den versteckten Eingang zum Pfad auf der anderen Seite des Baches. Uns beiden fällt auf, dass wie wir auch, er mit einem GPS unterwegs ist. Ob er wohl auch den von uns zuvor gefundenen Cache oberhalb der Fälle im Visier hat? Etwas weiter entlang des Pfades kommen wir zu einem nächsten Geocache und wir sehen im Logbuch, dass er wirklich auch auf der Suche ist. Wir können es uns natürlich nicht verkneifen, ihm beim Parkplatz eine kleine Notiz zu hinterlassen. Dies ist erst das zweite Mal in unserer Caching-Karriere, wo wir einen anderen Cacher in der freien Wildbahn antreffen.

Wir fahren noch etwas weiter und geniessen unser mitgebrachtes Sandwich an der Bethells Beach, einem der vom Lavastein schwarz gefärbten Strand. Die Wellen würden eigentlich zu einem Sprung ins Wasser einladen, da die Strömungen hier jedoch ziemlich unberechenbar und die Rettungsschwimmer nicht anwesend sind, lassen wir dies für heute besser bleiben.


Zurück im Hostel widmen wir uns den ersten Vorbereitungen für die Weiterreise und reinigen die Schuhe gründlich vom angesetzten Dreck. Die Neusseländer waren bei der Einreise diesbezüglich sehr pingelig und wir nehmen an, dass ihnen die Aussies diesbezüglich nicht viel nachstehen. Da wollen wir mal kein Risiko eingehen.

Sonntag, 30. November 2008

Whangarei Falls

Falls aufgrund unserer Einträge in der letzten Zeit der Eindruck entstanden sein sollte, dass wir in Neuseeland fast nur schlechtes Wetter hatten, so ist da was falsch gelaufen. In Tat und Wahrheit war das Wetter, bis auf ein paar Ausnahmen, wirklich gut und wir haben wohl aus Gewohnheit an das schöne Wetter, dieses nur erwähnt, wenn's mal anders war.

Also: Heute begrüsst uns ein weiteres Mal ein blauer Himmel und eine strahlende Sonne. Bereits um halb Neun ist es schon sehr warm draussen und wir stürzen uns sogleich in die kurzen Kleider.

Eigentlich haben wir nur einen Fixpunkt für den Tag. Dies ist der Besuch der Whangarei Falls: 28m hohe Wasserfälle, unweit der Stadt. Im Lonely Planet werden diese als Paris Hilton unter Neuseelands Wasserfälle bezeichnet: Nicht unbedingt die schönsten, aber die meist fotografierten. Uns gefallen sie aber trotzdem und dank eines Rundweges können wir die Fälle aus vollen 360° betrachten.


Den weiteren Tag verbringen wir beim Cachen in der Stadt und beim Faulenzen resp. Studium des Australien Reiseführers beim Hafen von Whangarei. Schliesslich sind unsere Tage in Neuseeland bald gezählt und man will ja einigermassen wissen, was einem auf der anderen Seite der Tasman Sea erwartet.