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Sonntag, 31. August 2008

Die Sache mit den Parks

Im Gegensatz zu Kanada tun wir uns hier in den USA etwas schwer mit der Orientierung und der Suche nach Campgrounds. Einerseits ist die Strassenbeschilderung etwas anders (um nicht zu sagen schlechter) und andererseits sind die verfügbaren Karten weniger detailliert. Die grössten Schwierigkeiten bringen aber die verschiedenen Parksorten mit sich. Da gibt es State Parks, National Forests und Nationalparks. In vielen davon kann man campieren, jedoch lange nicht in allen. Zudem braucht man für diese Parks auch eine Erlaubnis (Permit), jedoch für die diversen Parksorten jeweils eine andere und wir haben noch nirgends die Info gefunden, wo denn nun genau welche Permit benötigt wird. Es bestehen also noch so einige Unklarheiten, die gelöst werden wollen, bevor wir uns in Richtung Nationalparks aufmachen.

Da wir unsere Abfahrt aus San Francisco aufgrund des verlängerten Wochenendes (Labor Day, frühere Info war leider falsch) nochmals hinausgeschoben haben, setzen wir uns zum Ziel, diese Unklarheiten heute zu beseitigen.

Mit dem Cablecar geht’s hinunter zum Pier 39, wo es die entsprechenden Infos geben soll. Nach mehrmaligem Nachfragen landen wir schliesslich in einem Nationalpark Store und versuchen uns dort schlau zu machen. Naja, unser Ansprechpartner (Asiate) scheint erst vor kurzem in den Staaten angekommen zu sein und versteht unsere Anliegen nur knapp. Immerhin, so meinen wir jedenfalls zu verstehen, erlaube der verfügbare Nationalparkpass den Zutritt für sämtliche Nationalparks und National Forests. Wir erstehen jedenfalls einen solchen Pass und hoffen nun, dass damit die Zutrittsgebühren zu den Parks erledigt sind. Diese Angelegenheiten sind in Kanada einiges durchsichtiger und einfacher geregelt. Oder haben wir etwa schon derart an gedanklicher Flexibilität eingebüsst?


Um unseren Hunger zu stillen, geht’s nach der Besichtigung der Fishermens Wharf für uns beide zum ersten Mal in ein Hard Rock Cafe. Gerade für mich als alter Rocker ist das Ambiente halt schon recht eindrücklich. Überall präsentieren sich alte Instrumente und Gegenstände bekannter Musiker. Zudem folgt während der ganzen Zeit ein guter Song dem andern. Ein Erlebnis war es allemal, wenn auch nicht gerade von kulinarischen Seite her.


Tipp für künftige San Francisco Besucher: Auf dem Union Square gibt es free wireless und sogar Steckdosen ;-) Wir nutzen dies um die Fotogalerie von San Francisco hochzuladen.

Samstag, 30. August 2008

warten, warten, warten...

Nach einer kurzen Dusche im Motel telefoniert Tom mit Chris, einem Angestellten unseres Vermieters. Nach mehreren Rückfragen kann er uns natürlich auch nicht sofort weiterhelfen. Wir geben ihm unsere Nummer, damit er uns nach den Abklärungen zurückrufen kann. Wir warten das erste Mal am heutigen Tag. Nach 30 Minuten klingelt das Telefon. Naja, wie erwartet, kann er unser Auto auch nicht einfach wieder „fit“ zaubern. Deshalb machen wir uns auf den Weg zum Camper und versuchen mit sehr geringer Hoffnung, den Motor zu starten. Leider ohne Erfolg. Zu Fuss, da wir ja kein Fahrzeug haben, machen wir uns auf zu einer Garage, wo wir bereits gestern Unterstützung bekamen. Die Empfangsdame will uns zuerst nicht wirklich behilflich sein, dank unserer Hartnäckigkeit schaffen wir es aber doch, dass ein Angestellter mit einem transportablen Überbrückungsgerät mit uns zu unserem Camper kommt. Und welch Überraschung, unser Camper springt bereits beim ersten Versuch an, und der Motor stirbt auch ohne Gas zu geben nicht wieder ab.

Mit einem komischen Gefühl im Magen, nehmen wir den Weg zur nächsten Dodge-Garage in Angriff und schaffen den auch problemlos. Leider sind wir nicht in einer Werkstatt, sondern nur bei einer Verkaufsfiliale gelandet. Aber dank den Wegbeschreibungen und dem wieder anspringendem Motor treffen wir kurze Zeit später in der richtigen Garage ein.

Naja, stressen lässt sich da keiner. Wir hoffen einfach, dass sie uns noch vor dem verlängertem Wochenende behilflich sein werden. Mit nicht sehr grosser Begeisterung nimmt ein Angestellter unsere Bitte in Auftrag und schickt uns in die „Lounge“. Wir warten heute zum zweiten Mal, was ziemlich lange dauern wird. Wir stellen fest, dass dies hier scheinbar üblich ist. Mit uns warten nämlich noch drei andere Personen jeweils rund drei Stunden auf die Reparatur ihres Wagens.
Naja, wir nehmen die Warterei in Kauf, da wir nach San Francisco in Richtung Nationalparks fahren und dort lieber nicht noch einmal so eine Panne haben möchten. Da sie ausser einer eher tiefen Batterie nichts gefunden haben, bleibt ein flaues Gefühl im Magen. Deshalb kaufen wir uns aus Vorsichtsmassnahme ein Überbrückungskabel, damit wir im Fall der Fälle nur noch ein anderes Fahrzeug zur Überbrückung benötigen. Wir hoffen aber natürlich, dass es gar nicht so weit kommen wird. Schlussendlich sind wir also doch noch mit einem violetten Auge davon gekommen. Schliesslich haben andere Reisende bereits eine Woche auf die Reparatur ihres Fahrzeuges warten müssen.

Nach einem längeren Skype-Telefonat nach Halten schaffen wir es endlich, um etwa drei Uhr, in einem McDonald gleichzeitig das Frühstück, das Mittag- und Abendessen einzunehmen. Naja, wirklich gesund war dieser Tag nicht. Aber wir sind fast täglich stolz auf uns, wie gut wir unser Gewicht im Griff haben. Es ist für mich schockierend zu sehen, dass hier fast jedes Kind bereits übergewichtig ist...

Zum dritten Mal am heutigen Tag warten wir auf die Bettwäsche, die länger als erwartet im Tumbler verweilen will, bis wir nach diesem langen Tag unter die Decke schlüpfen können. Aber auch dieses Warten hat sich gelohnt, da unsere „Luxussuite“ jetzt kein Peelingarrangement (Sand) ist, sondern ein kuscheliges Bett.

Freitag, 29. August 2008

Und erstens kommt es anders...

Nach einem knappen Frühstück im Camper geht’s ab zum nächsten Park&Ride, wo wir das Fahrzeug für 1$ pro 24 Stunden stehen lassen können. Diese 24 Stunden sollten uns später noch gelegen kommen. Anschliessend versuchen wir unser Glück am Ticketautomaten für den BART, einer Art S-Bahn. Nach einigen Minuten schaffen wir's dann tatsächlich, ein Ticket auszudrucken.

Die Innenstadt (Marketstreet, Chinatown, Pioneer Park, Cablecar Museum, Union Square) erkunden wir zu Fuss und sind von der Grösse, aber auch von der Gemütlichkeit dieser Stadt überrascht. Nach einem ausgedehnten z'Vieri auf der Dachterasse von Macy's hoch über dem Union Square und einem weiteren kleinen Rundgang haben wir genügend müde Beine und machen uns wieder auf zurück zum Park&Ride.


Die Rückreise wird jedoch durch eine Panne der S-Bahn unterbrochen und wir müssen eine Weile im Untergrund ausharren. Als wir schlussendlich doch noch auf dem Parkplatz ankommen, müssen wir leider feststellen, dass sich unser Van nicht mehr starten lässt. Hmmm, was nun? Eine der ersten angesprochenen Passantinnen hat tatsächlich ein Überbrückungskabel in ihrem Kofferraum und wir versuchen den Van mit Überbrückung zu starten. Leider erfolglos. Ob wohl unsere Batterie stärker ist als eine normale PW-Batterie? Leider sind auf der Batterie keine entsprechenden Daten abzulesen. Wieder suchen wir nach Hilfe und ich werde bei einer nahe gelegenen Toyota-Garage fündig. Der durch zwei Mitarbeiter mitgebrachte Car-Charger führt zwar kurzfristig zu Erfolg, allerdings läuft der Motor nur so lange, wie das Gaspedal gedrückt ist. Aufgrund des Batteriestandes tippen die beiden auf den Alternator und lassen uns alsdann auch wieder zurück. Hmmm, was nun? Vom Vermieter ist niemand mehr erreichbar. Campieren auf dem Parkplatz ist nicht erlaubt und zudem ist die Gegend auch nicht gerade ohne. So machen wir uns auf und suchen zu Fuss ein Hotel, um die Nacht da zu verbringen. Glücklicherweise finden wir ziemlich rasch ein Motel, und der Besitzer macht uns erst noch einen Spezialpreis. Nun hoffen wir, dass wir das Fahrzeug vor dem Wochenende wieder in Gang bringen können. Ansonsten werden wir uns halt San Francisco nochmals etwas genauer ansehen. Mal sehen, was noch geht...


Dafür ist mal wieder eine neue Fotogalierie online, nämliche jene der kalifornischen Küste.

Donnerstag, 28. August 2008

Golden Gate Bridge

Nach einer Nacht mit mehreren Albträumen nimmt uns der Wecker wieder früh aus den Federn. Die Kommunikation beim Frühstück ist knapp, da uns beiden bereits die nächste Übernachtung auf dem Magen liegt.

Auf der Fahrt in Richtung Norden geniessen wir die schöne Küste mit vielen Felsen und treffen bereits um halb zehn auf dem ersten Campground ein. Unglaublich, leider aber wahr, erhalten wir bereits die schlechte Nachricht, dass sie für uns keinen freien Platz mehr haben. Nach kurzen Diskussionen versuchen wir in San Francisco verschiedene Campingplätze telefonisch zu erreichen, was aber aus für uns unerklärlichen Gründen nicht klappt. Zweifelnd, ob wir auch wirklich einen Platz finden, fahren wir doch in Richtung San Francisco und haben bei einem grossen, pothässlichen und teuren Campingplatz die Möglichkeit zu übernachten. Da uns unser Glück bezüglich Campingplätze in den letzten Tagen leider etwas verlassen hat, greifen wir hier zu.

Nun geht es los, um die ersten Erkundungen zu machen. Da wir Morgen mit dem Bus in die Innenstadt gehen wollen, steuern wir heute die Golden Gate Bridge an. Es erstaunt mich sehr, wie gut wir bei teilweise zwölfspurigen Strassen durch diesen Verkehr kommen. Ich bin nicht ganz sicher, ob es an der guten Signalisierung, am Chauffeur oder an der Co-Pilotin liegt... :-) Die Golden Gate Bridge ist natürlich wieder Anziehungspunkt für alle Touristen. Wir beobachten einmal mehr, wie stressig Ferien sein können, wenn man den Asiaten beim Fotografieren zusieht. Wir gehen zu Fuss über die Brücke und sind von der Grösse und der Bauweise fasziniert. Natürlich auch wir machen Fotos, aber nur einen Bruchteil derer der Asiaten.


Eigentlich entscheiden wir uns, den Golden Gate Park anzuschauen. Aber der Wegweiser, welcher zum populären Baker Beach führt, lässt unsere Absichten schnell ändern. Wir geniessen einmal mehr bei strahlend blauem Himmel und heissen Temperaturen das Leben am Strand. Als Krönung des Tages können wir von unserem Badetuch aus mehrere frei lebende Delfine beobachten.

Seelöwen

Da dieser Streckenabschnitt sehr schön sein muss, legen wir mehrere Zwischenstopps ein. Laut Reiseführer soll man im State Park Point Lobos garantiert Seehunde und Seelöwen sehen. Da wir uns dies nicht entgehen lassen wollen, parken wir unseren Camper und machen einen kleinen Fussmarsch in Richtung Strand. Naja, hören tun wir sie bereits aus grosser Distanz, aber sehen können wir nur die Umrisse, da sie auf den Felsen im Meer sind.

In Monterey soll unser Knurren im Magen gestillt werden. Zufällig entdecken wir einen Wegweiser, auf dem ein Seelöwe abgebildet ist. Ich kann mir natürlich wieder nicht vorstellen, dass man hier diese Tiere aus der Nähe sehen soll. Ich werde aber von einem lauten Gebrüll überrascht und springe auf die andere Strassenseite (wer micht etwas besser kennt, weiss, wie ich reagiert habe :-)). Auf den anliegenden Felsen, die neben dem Pier sind, auf dem wir gehen, lagern mehrere Seelöwen. Unglaublich, aber wahr. Es erstaunt uns sehr, wie die Tiere auf die Felsen kraxeln und sehr lautes Gebrüll von sich geben können.


Täglich kommt es anders als geplant. Wir finden einmal mehr keinen Platz auf einem schönen State Park, einem im Wald gelegenen Campround. Deshalb begnügen wir uns auf einem privaten Campingplatz, wo wir dafür wieder einmal unsere Wäsche waschen können und uns eine Dusche gönnen (nach zwei Wanderungen bei grosser Hitze und mehreren Tagen ohne Dusche ist das eine Wohltat).

Mittwoch, 27. August 2008

Tiere, Tiere, Tiere

Die erste Tiersichtung des Tages ist von eher unfreundlicher Natur. Ich öffne frühmorgens die Türe unseres Campers und werde noch, bevor mein kleiner Zeh Tageslicht erblickt, von einem Knurren begrüsst. Ein Hund eines Camp-Nachbars hat sich selbständig gemacht und mich anscheinend nicht wirklich gerne. Ich wage mich trotzdem hinaus, rette mich aber kurz darauf mit einem Sprung in den Camper vor dem heranspringenden Hund. Ausser dem angeschlagenen Ellbogen bin ich nochmals ohne Schaden davon gekommen. Eigentlich sollten alle Hunde, und derer hat es nicht wenige, auf dem Campground an der Leine gehalten werden. Aber so ist dies halt mit der Theorie und solang die Ranger nicht zugegen sind...

Da uns der Campground, mal abgesehen von den aggressiven Hunden, sehr gut gefällt, entscheiden wir uns spontan, eine weitere Nacht hier zu bleiben und kraxeln nochmals zurück unter die Decke.

Später machen wir uns auf, zu Fuss den Park zu erkunden und davon hält uns auch das Schild mit der Warnung vor Berglöwen (Pumas) nicht auf. Durch erst kürzlich abgebrannten Wald geht es hinauf zu einem weiteren Aussichtspunkt. Dieser ist doch ein wenig spektakulärer als jener des Vortages, nicht zuletzt, da man auf der einen Talseite die intakte und auf der anderen die abgebrannte Fauna betrachten kann. Auf dem Rückweg ziehen diverse etwas grösser geratene Eidechsen und schlussendlich eine kleine (ca. 50 cm), schwarz-gelb-längs-gestreifte Schlange (wahrscheinlich eine Garter Snake) unsere Aufmerksamkeit auf sich.


Da wir am Vortag die Strecke zwischen San Simeon und Big Sur, welche als eine der tollsten der Westküste angepriesen wird, gänzlich im Nebel fahren mussten, fahren wir heute nochmals ein paar Kilometer zurück. Dieser Entscheid sollte sich wirklich auszahlen. Ohne Nebel sieht die Küste doch ein wenig anders aus und zudem sieht man auch das eine oder andere. Diverse grosse Vögel, wahrscheinlich Kondore, kreisen über uns und in der Ferne des Pazifiks sehen wir mehrere Wale, welche Fontänen in die Luft blasen. Der Endpunkt unserer kleinen Rückwärtstour stellt eine malerische Bucht namens Mc Way Cove dar, in welcher sich das Wasser eines kleinen Wasserfalls direkt auf den Strand ergiesst. Ein besseres Motiv für eine Postkarte gibt es kaum.

Seal Elephants

Nach mehreren WC-Stopps während der Nacht ist auch heute wieder früh Tagwacht. Trotz dickem Nebel frühstücken wir draussen und machen uns schon bald auf die Weiterreise. Die Campingplatzsuche liegt uns momentan schon ein wenig auf dem Magen.

Bereits nach wenigen Meilen Fahrt lässt uns den Wegweiser „seal elephants“ den ersten Stopp machen. Ich bezweifle anfänglich, dass man von diesem Aussichtspunkt, der nahe an der Strasse ist, Seeelefanten sehen sollte. Aber unglaublich, bereits beim Aussteigen hören wir lautes Brummen und sehen schon bald eine ganze Herde Seeelefanten. Sie lassen sich durch uns nicht stören und unterbrechen ihres Faulenzen zwischendurch mit einem kleinen Machtkampf.


Bereits kurz vor dem Mittag treffen wir in Big Sur im Julia Pfeiffers State Park ein und können uns sogar noch einen Platz aussuchen. Nach dem Mittagessen stürzen wir uns in die Wanderausrüstung und nehmen eine angeblich zweistündige Wanderung in den Angriff. Der Weg und die Schweisströpfchen sind gut, der Aussichtspunkt aber nicht umwerfend.

Zur Belohnung fahren wir die zwei Meilen auf einer engen Strasse hinunter zur Pfeiffers Beach. Laut Reiseführer soll dies die schönste Sandbucht der ganzen Westküste sein. Tatsächlich, auch uns gefällt dieser Ort sehr gut und verweilen deshalb an diesem Strand eine ganze Weile. Es ist herrlich, den Wellen zuzuhören und die Einsamkeit zu geniessen.


Wir freuen uns schon seit Ankunft auf diesem Campingplatz auf unser Nachtessen. Tom macht sich hinter das Feuern und ich stelle mich in die Küche, eine klare Rollenaufteilung, wie sich das auch gehört. :-) Gutes Essen, ein Gläschen Wein und in gemütlicher Zweisamkeit am Feuer... an dieses Leben könnte man sich gewöhnen!

San Simeon

Trotz einem Schild mit der Bezeichnung „FULL“ ergattern wir im State Park in San Simeon noch einen Standplatz für unseren Camper. Etwas Unverdrossenheit lohnt sich zwischendurch allemal.

Mit dem guten Gefühl, einen Standplatz auf sicher zu haben, können wir den Nachmittag ruhig angehen. Wir besuchen das Visitor Center zum Hearst Castle, einem Landsitz eines Medien-Tycoons aus dem frühen 20. Jahrhunderts (William Randolph Hearst). Die Fahrt zum Castle selbst lassen wir aus Kosten- und Interessensgründen (Baustil: Mix aus alten europäischen Stilen) aus, schauen uns aber den Film zum Leben von W.R. Hearst und dem Bau des Castles an.

Am meisten staune ich, als ich, zurück am Strand bei Campingplatz, in den ersten gelesenen Zeilen des Tages in meinem Buch (Philip Roth, The Plot against America) den Namen W.R. Hearst lese. Es gibt schon lustige Zufälle im Leben.

Nach dem Nachtessenabwasch kommt plötzlich Hektik auf, da die Sonne schon ziemlich tief steht und wir den Sonnenuntergang nicht verpassen möchten. Und ob sich die Hektik gelohnt hat...

Samstag, 23. August 2008

Tragik im Camper

Das kalifornische Westküstenwetter scheint ziemlich nah mit dem Solothurner Wetter verwandt zu sein. Jedenfalls begrüssen uns auch hier allmorgendlich dicke Nebelschwaden. Im Gegensatz zu gestern werden sie heute an der Küste auch gar nie verschwinden und so auch die Temperaturen deutlich senken. Da fragen wir uns nur, ob dies hier immer so ist oder ob wir die Sonne auch mal etwas länger zu Gesicht bekommen.

Da wir vor kurzem erfahren haben, dass dieses Wochenende der Labor Day (Tag der Arbeit) stattfindet, dieser Quasi der Abschluss der Sommerferien darstellt und somit viele Familien nochmals unterwegs sind, möchten wir bald mal einen Standplatz für die nächste Nacht suchen. Und bereits beim ersten Campground bekommen wir jene Worte zu hören, welche man eigentlich gerne vermeiden möchte: „I've just sold the last one.“ (Habe eben den letzten verkauft.). Tja, so kann's halt gehen und wir lassen uns nicht entmutigen. Schliesslich erwischen wir noch einen Platz auf einem privaten Campground, können dafür vom nahe gelegenen Strand aus Kolonien von Pelikanen und als besonderes Schmankerl einen Seeotter beim Aufschlagen und Essen von Muscheln beobachten.

Während der Suche nach einem Campground ereignet sich übrigens ein doch eher tragisches Campingereignis. Ganze zwei Flaschen Bier, welche wir zur Kühlung im Gefrierfach (heisst nur so in unserem Camper, ist aber der einzige Ort im Kühlschrank, wo's ein wenig kühl ist) gelagert haben, finden dort etwas zu viel Platz vor und bewegen sich während der Fahrt etwas zu stark. Folge: das Bier schäumt über, vertropft die übrigen Inhalte des Kühlschranks und läuft auf den Boden aus. Das gute Bier macht uns nun unseren Fussboden rutschfest. Wenigstens haben wir gelernt, dass wir künftig nur noch Büchsen kaufen und auch diesen möglichst wenig Spielraum geben sollten.

Klapperschlangen

Tom schafft es schon wieder, eine Joggingtour zu machen. Ich geniesse derzeit in aller Ruhe eine Dusche. Es ist herrlich, wieder einmal ein richtiges Frühstück zu haben! Bereits jetzt merken wir, dass die Temperaturen heute sehr heiß werden...

Wir machen uns auf den Weg in Richtung Norden, der Küste entlang. Wir müssen schnell feststellen, dass für uns das Auto fahren hier etwas harziger ist als in Canada. Nach mehrmaligem Wenden finden wir endlich ein Touristinfo, wo wir knappe Unterlagen zu Campingplätzen erhalten.

Da nach Information der Dame im Infocenter die Campingplätze bis Sonntag noch recht stark besucht sein sollen, treffen wir bereits um 2 Uhr auf einem Platz am Strand ein. Naja, tönt sehr gut, aus nächster Nähe sieht es leider etwas anders aus: kein Schatten, sehr spezielle Leute, Aussicht auf eine nicht sehr schöne Eisenbahnbrücke. Das Beste kommt noch: Das folgende Bild steht zirka drei Meter neben unserem Camper (entschuldigt die dürftige Bildqualität)...


Trotz sehr grosser Hitze machen wir uns auf und gehen an den Strand. Es ist eine eher kleine Bucht mit einem Pier, auf dem viele Fischer ihr Glück versuchen. Bei Einheimischen können wir zweimal zusehen, wie sie eine Stachelroche aus dem Meer fischen und das weitere Vorgehen will ich mir nicht genauer ansehen. Ich betrachte lieber eine Art Pelikan und einen Seal (Seehund oder Seelöwe oder so etwas), welcher sich ungestört auf einem Steg ausruht und die Sonne geniesst.

Malibu

Um halb fünf weckt uns der Wecker. Da wir bereits um 7.03 Uhr (der Flug wurde zum Glück um eine Stunde verschoben) von Seattle nach LA fliegen, müssen wir früh aus den Federn. Am Flughafen klappt alles bestens und die Zeit bis zum Abflug geht relativ schnell vorüber. Nach dem Start wird es mir ganz komisch im Magen, da es das Flugzeug sehr stark schüttelt. Zum Glück kann ich mich, nachdem wir oberhalb von den Wolken sind, entspannen und den Flug schlafend oder lesend geniessen.

Anschliessend fahren wir mit einem Shuttlebus in ein Flughafenhotel (Chantal und Karin: jetzt schmarotzen auch wir :-)), wo wir vom Campervermieter abgeholt werden. Dank dem Chauffeur, der ein Schweizer ist, erhalten wir viele Tipps, die sogar ich verstehe und bei welchen ich zudem auch nachfragen kann.

Da unsere Luxuscamperzeit vorbei ist, geht die Übergabe von unseren Fahrzeug für die nächsten 26 Tage ziemlich schnell. Es wird sicher eine Umstellung sein, da wir deutlich viel weniger Platz haben und der Esstisch gleichzeitig auch unser Bett ist (die Länge vom Bett ist etwa 2 cm länger als Tom :-)). Ich hoffe, dass das Wetter auch weiterhin mitspielt, damit wir draussen essen können.


Nach dem grossen Einkauf suchen wir den naheliegensten Campingplatz, der laut dem Schweizer etwa 40 Minuten entfernt ist. Auch wir finden ihn ungefähr nach 1½ h Fahrzeit. Dafür werden wir mit einer Aussicht auf das Meer belohnt, an dem sich Baywatch abspielt. Wir gehen natürlich noch dem Strand entlang, betrachten die Rettungsschwimmerhäuschen und erinnern uns an die Zeit der Baywatchserie. Aber uns läuft weder Pamela Andersson noch David Hässlechdoof über den Weg...

Mittwoch, 20. August 2008

Auftrag erfüllt, wir können weiter

Das Tagesziel besteht darin, an den Flughafen zu gelangen, einzuchecken, das Gepäck abzugeben und das Zimmer im Flughafenhotel zu beziehen. Da wir morgen bereits um 7 in der Früh nach Los Angeles fliegen, möchten wir möglichst alles erledigt haben, damit wir etwas länger schlafen können ;-)

Zuvor gilt es aber noch einen Auftrag zu erledigen: Sonja hat uns aufgetragen, den Turm aus dem Film „Sleepless in Seattle“ zu besteigen. Da wir beide nicht wirkliche Filmkenner sind und der einzige Turm in der Nähe die Space Needle ist, geht’s doch noch bei diesem mit dem Lift ab nach oben (159 m). Das Wetter ist einigermassen gut und wir können die Sicht auf die Stadt trotz unserer Höhenphobie wirklich geniessen.


Anschliessend fahren wir mit der Monorail und dem öffentlichen Bus sehr preiswert zum Flughafen. Der Zwischenhalt in einem Food Court ist ebenfalls preiswert und zudem noch gut (indisch und chinesisch).

Leider müssen wir beim Check-In am Flughafen eine kleine Enttäuschung hinnehmen. Aus Preisgründen führt hier jeder Fluggast sein Check-In selbst an einem Terminal durch, was auch bestens klappt. Der zweite Schritt wäre dann aber die ebenfalls selbständige Aufgabe des Gepäcks und hier klemmt das System: Gepäckaufgaben sind maximal sieben Stunden vor dem Abflug möglich. Tja, dann schleppen wir diese Dinger halt ins Flughafenhotel und versuchen's morgen früh nochmals.


Mittlerweile, ein paar werden's schon gemerkt haben, sind auch wir beide in Facebook vertreten. Wie wir festgestellt haben, verwendet die Gemeinde der Reisenden diese Plattform sehr gerne und da auch wir den einen oder anderen Kontakt behalten möchten, beugen wir uns dem Gruppendruck.

Noch ein zweiter Hinweis: Da wir die nächsten Wochen wieder mit einem Camper unterwegs sein und daher primär auf Campingplätzen übernachten werden, werden wir nicht täglich online sein. Dementsprechen werden auch unsere Beiträge wieder eher mit Verzögerung und gruppiert den Blog erreichen.

Aller guten Dinge sind drei: Die Fotogalerie von Seattle ist ebenfalls online.

Seattle von unten

Petrus geht für einmal fremd und so ziehen wir seit langem mal wieder die Regenjacken über. Um nicht zu viel von der Nässe abzubekommen, machen wir uns auf, die Stadt aus einem etwas anderen, trockeneren Winkel zu betrachten. Auf einen Tipp von Marcel hin (Merci!) gehen wir zu Fuss zum Pioneer District, in dem die ersten Gebäude der ursprünglichen Siedlung errichtet worden sind. Dort schliessen wir uns einer Gruppe von rund 45 Teilnehmern und einem witzigen Guide an und steigen in den Underground hinab.

Unter Underground bezeichnen die Einheimischen die eigentlichen Parterre-Ebenen der Häuser in diesem Viertel, welche jedoch mittlerweile unter den Boden gewandert sind. Und dies ging so:

Die ersten Siedler hatten ihre Häuser im flachen Bereich der Gegend errichtet. Schnell hat man aber herausgefunden, dass dieser Bereich sehr schlammig war und zwei Mal pro Tag von der Flut unter Wasser gesetzt wurde. Gemäss dem Seattler Motto „If you have a stupid idea, stick with it!“ wurde nichts dagegen unternommen und je mehr Siedler die Stadt erweiterten, umso mehr Probleme gab es mit Abwasser und verschlammten Strassen.


Um die Jahrhundertwende (1900) kam somit ein Feuer, welches beinahe die gesamte Stadt zerstörte, da so nochmals von vorne begonnen werden konnte. Entgegen den Plänen der Stadtverantwortlichen, die Umgebung um den Pioneer District zuerst mit massenhaft Erde aufzufüllen, begannen die Grundstückbesitzer gleich wieder zu bauen. Immerhin wurden diesmal sämtliche Häuser statt mit Holz mit Steinen oder Backsteinen gebaut. Um dem Problem der Überflutung der Strassen doch noch Herr zu werden, verlangte die Stadt von den Bauherren, dass sie um ihre Gebäude (Blocks) herum im Abstand einer Trottoir-Breite jeweils eine Mauer von der Höhe eines Stockwerkes errichteten. Die Freiräume zwischen diesen Strassen wurden anschliessend mit herangekarrter Erde aufgefüllt und so angehoben. Folglich musste man mit Leitern von den Strassen in die Häuser hinabsteigen und die Gräben um die jeweiligen Häuser waren auch nicht miteinander verbunden. Auch nicht wirklich das Gelbe vom Ei.


Nach wenigen Jahren wurden die Gräben mit einem Zwischenboden überdeckt und so wurde das vorherige Parterre zum Keller (Underground) und der vorherige erste Stock zum Parterre. Bald wurde der Underground gar nicht mehr verwendet und für über 50 Jahre dem Schicksal überlassen. Erst danach wurden diese Räumlichkeiten von einem Historiker wieder erkundet und schliesslich den Interessierten zugänglich gemacht. Jedenfalls ein Teil davon.

Für uns war es jedenfalls ein unterhaltsamer und interessanter Blick in die Vergangenheit.

Montag, 18. August 2008

Seattle

Nach dem gemeinsamen Frühstück im Hotel (Frühstück ist etwas übertrieben, man kann eher nur den Magen anregen...) mit Karin und Chantal machen wir uns auf den Weg, um die Stadt zu erkunden. Wir fahren mit der Monorail, einer Strassenbahn in ungefähr 12-15 Meter Höhe, in die Downtown.

Als erstes gehen wir in Richtung Pike Place Market, laut Reiseführer einer der besten Dauermärkte der USA. Das Angebot der verschiedenen Stände ist riesig. Am längsten verweilen wir vor einem Seafoodstand. Wenn jemand etwas kauft, ruft der Verkäufer seinem Kollegen den Namen der ausgewählten Ware und wirft ihm den Seafood zum Einpacken aus recht grosser Entfernung zu. Es ist amüsant, ziemlich grosse Fische durch die Luft fliegen zu sehen.

Als nächsten wollen wir an die Waterfront, welche leider direkt am Highway liegt. Diese Gegend ist ebenfalls sehr touristisch, aber aus unserer Sicht kein schöner Ort zum Verweilen. Deshalb marschieren wir die Strassen mit recht hoher Steigung wieder hinauf in das Seattle Center, welches wir bereits gestern Abend etwas erkundet haben.


Das Wetter ist einmal mehr sehr schön und heiss. Deshalb suchen wir uns einen Platz im Schatten und setzen uns in den Rasen. Von dort aus haben wir eine gute Sicht auf die Bühne, auf der ein Brasil Festival stattfindet. Die Musik von verschiedenen Gruppen unterstützt unser relaxen perfekt. Eine Gruppe von typischen Brasiltänzerinnen erscheint auf der Bühne und dadurch kommt richtig gute Stimmung auf. Unglaublich, wie beweglich diese Frauen sind. Davon können wir nur träumen...

Sonntag, 17. August 2008

Die USA hat uns

Um's gleich vorne weg zu nehmen, der amerikanische Zoll hat uns tatsächlich beinahe problemlos passieren lassen. Einzig mit den Einreiseformularen haben wir's nicht wirklich und müssen je zwei dieser Dinger ausfüllen, da uns zuerst das falsche Formular ausgehändigt wird. Aber damit kann man leben.

Bevor wir jedoch die Reise mit der Fähre von Victoria nach Seattle antreten, geniessen wir zum letzten Mal den Hafen von Victoria, in dem zu dieser Zeit Drachenbootrennen stattfinden. Zwanzig Ruderer, ein Steuermann und eine Antreiberin versuchen in langen dünnen Booten eine Strecke von rund 800 Meter schneller als vier andere Teams zurückzulegen. Gibt es einen besseren Platz, um das Frühstück einzunehmen?


Während der 2¾ Stunden dauernden Überfahrt quatschen wir mit einem Schweizer Doktorand, der vorübergehend in Victoria arbeitet und mit drei Amerikaner(innen). Von ihnen müssen wir uns vorwerfen lassen, dass wir mit dem Verzicht des Besuches der Butchard Gardens einen Hochverrat begangen hätten. Ohne diesen lohne sich ein Besuch Victorias ja gar nicht. Aber so sind die Geschmäcker halt unterschiedlich. Jedenfalls haben wir eine interessante und lustige Unterhaltung und so vergeht die Zeit wie im Fluge.

In Seattle warten wir am Taxistand auf eines der raren gelben Dinger, als wir von zwei weiteren Schweizerinnen (Chantal und Karin) angequatscht werden, ob wir ein günstiges Hostel wüssten. Da wir ebenfalls versucht haben in einem Hostel unterzukommen, jedoch aus Platzgründen abgewiesen worden sind, müssen wir dies leider verneinen und auf unser gebuchtes Hotel verweisen. Da sich die beiden so das Abklappern der Hostels sparen können, springen sie ebenfalls in „unser“ Taxi und versuchen ihr Glück erfolgreich bei dem Hotel, in welchem auch wir absteigen. Aufgrund einer Verwechslung des Hotels seitens des Taxifahrers, lernen wir die Innenstadt übrigens bereits in den ersten Minuten kennen. Ein solcher Verfahrer ist also auch durchaus nicht nur negativ zu betrachten.

Die ersten Schritte auf USA Boden machen wir zu viert am Abend und erkunden das nahe gelegene Seattle Center. In einem Food Court wählen alle ihr persönliches Nachtessen aus und wir geniessen dieses im Park unter warmen Himmel. Unsere Wege trennen sich erst, als die beiden Frauen die Stadt aus dem Space Needle (siehe Bild unten, hier geklaut) betrachten wollen. Dies ist weniger unser Ding und wir schauen lieber noch ein wenig den gratis Konzerten und Darbietungen zu.


Der erste Eindruck von Seattle ist durchaus positiv. Nun sind wir auf die nächsten Tage in dieser Stadt gespannt.

By the way: Aufgrund der Drachenbootrennen ist die Fotogalerie von Vancouver Island
nochmals etwas gewachsen.

Samstag, 16. August 2008

Bye Canada

Unseren letzten vollen Tag in Kanada starten wir mit einer gemütlichen Jogging-Runde entlang des Hafens. Dieser Tag gibt uns Schub um ein paar Skype-Telefonate in die Schweiz zu starten und um uns um unsere (Reise-)Zukunft zu kümmern. Für unseren Aufenthalt in Neuseeland haben wir bis jetzt nur den Hin- und den Weiterflug gebucht, alles andere ist noch offen. Nun geht’s ans Buchen des Autos, damit wir auch das Land erkunden können und der ersten paar Nächte in Auckland. Dank dem Internet ist beides schnell erledigt und wir fragen uns, wie das in Zeiten ohne Internet vor sich gegangen ist.

Den restlichen Tag verbringen wir damit, ein paar Caches im Umkreis des Hafens von Victoria zu suchen und das nötigste für die Überfahrt nach Seattle einzukaufen. Trotz einiger Ängste bezüglich des zu erwartenden Seegangs gehören Kotztüten nicht zu unserem Einkauf. Wir hoffen, dass wir dies nicht bereuen werden.

Am Abend im Hostel bringt mich mein eeePC (unsere Surfstation) in Kontakt mit einem Neuseeländer, der uns spontan in sein Haus in Whangarei einlädt, sollten wir auch wirklich mal dort vorbei kommen. Und schon wieder ist die Neuseelandplanung ein Schritt weiter.

Nun geniessen wir nochmals ein paar Stunden Schlaf auf kanadischem Boden, sind aber echt gespannt, was uns bei den Amerikanern erwartet.


Als Abschluss des Kanadaaufenthaltes haben wir die Fotos von Vancouver Island aufgeschaltet.

Freitag, 15. August 2008

Wale, Grizzly und Spaghettis

Zum B&B von Qualicum Beach gibt es noch nachzutragen, dass wir gemäss dem Gastgeber etwas zu spät (10 Minuten) zum Frühstück erschienen sind, dass wir aber anschliessend das sehr umfangreiche und für uns nicht mehr gewohnte Frühstück umso mehr geniessen konnten. Dadurch, dass wir nach diesem Frühstück das Mittagessen haben sparen können, wurde diese doch etwas teurere Unterkunft gleich wieder preiswert.

Zurück in Victoria geben wir mit gemischten Gefühlen den Mietwagen wieder ab. Wir haben feststellen müssen, dass der Wagen überall Kratzer aufweist, welche wohl vom Waschen herrühren, welche jedoch bei der Übernahme nicht ersichtlich waren, da der Wagen noch völlig nass war. Auch darauf werden wir bei der nächsten Übernahme achten. Schon wieder was gelernt. Schlussendlich wird dieser Umstand vom Vermieter mit keinem Wort erwähnt und wir machen uns schnellstens davon.

Nun geht’s langsam aber sicher an den Abschluss unseres Kanadaaufenthalts. Dazu gehört auch, dass wir unsere Weiterreise organisieren und dazu die Fähre von Victoria nach Seattle buchen. Glücklicherweise hat's dort für die gewünschte Fähre am Samstag auch noch ein Plätzchen für uns frei.

Um zum Abschluss doch noch was über die Geschichte von British Columbia und dessen Tierwelt zu lernen, besuchen wir das Royal B.C. Museum. Hier können wir auch all jene Tiere (ausgestopft) betrachten, welche wir in der Wildnis vermisst haben (z.B. einen Grizzly). Laut aktuellen Nachrichten und Berichten einer Gastgeberin sind wir durchaus froh, dass wir Bären nur aus dem Auto gesehen haben. Scheinbar gab es in den letzten Tagen mehrere unangenehme Begegnungen mit Bären im Grossraum Vancouver. Zum Glück kann bei uns in der Schweiz nicht plötzlich ein Bär im Haus stehen...
Das Museum ist sehr interessant und die verschiedenen Ausstellungen stellen das Leben und die Wildnis detailgetreu dar. Also durchaus empfehlenswert.

Da wir uns bisher nicht zu einem der an jeder Ecke angebotenen Whale Watchings haben durchringen können, schauen wir uns im IMAX Kino einen Film über Wale an. So sehen wir doch auch noch verschiedene dieser Tiere aus nächster Nähe und erst noch zu einem erschwinglichen Preis.

Bevor wir uns im Hafen auf eine Bank setzen und den lauen Abend geniessen, bringen wir in der Old Spaghetti Factory unseren Pasta-Haushalt wieder einigermassen in Ordnung. Diese Speise kommt bei uns in letzter Zeit etwas zu kurz und dies widerspricht unseren normalen Essgewohnheiten ziemlich grob. Diese Restaurant-Kette ist übrigens durchaus zu empfehlen: Sehr gut und erst noch günstig. Nur falls jemand auch bald mal wieder in Kanada unterwegs sein sollte.

Mittwoch, 13. August 2008

Schwarzer Schwarzbär

Da uns das Wetter für einmal etwas unfreundlicher begrüsst, schauen wir nur noch kurz an der Küste vorbei und machen uns dann auf die Rückfahrt zur Ostküste der Insel. Nach ein paar Kilometern muss die Fahrt unterbrochen werde, um den Fotoapparat aus dem Kofferraum zu holen. Es könnte ja sein... Und siehe da, wieder ein paar Kilometer weiter präsentiert sich uns in einer Seitenstrasse ein tatsächlich schwarzer Schwarzbär in seinen besten Posen. Döri hat es wohl im Urin gespührt. Leider sind wir etwas zu nervös, um wirklich scharfe Bilder zu schiessen. Dafür ist er wiederum so nah, dass wir ihn ohne Zoom sehr gross auf der Speicherkarte festhalten können. Es ist erneut ein echt eindrückliches Erlebnis.


An der Ostküste besuchen wir per Zufall ein Sandburgenfestival, bei dem verschiedene Einzelkämpfer und Teams innerhalb von 23 Stunden umfangreiche und detaillierte Skulpturen errichtet haben. Chapeau!


Bereits am frühen Nachmittag treffen wir beim gebuchten Bed&Breakfast in Qualicum Beach ein. Hier können wir seit langem mal wieder in einem Bett mit Duvet schlafen. Was für ein Luxus. Vielen Dank an Regula und Stefan für den Tipp. Ihr seid hier tatsächlich in Erinnerung geblieben. Bevor wir uns jedoch dem Luxus hingeben, lassen wir mal wieder die Schweissdrüsen wirken und gehen entlang der Beach joggen.

Dienstag, 12. August 2008

Pacific Rim Nationalpark

Nach dem Frühstück versuchen wir mit Toms Vater finanzielle Angelegenheiten zu regeln. Nein, wir haben noch Geld auf unseren Konten (obwohl der Stapel hier sehr schnell verkleinert wird), aber mit den e-Rechnungen klappt es nicht. Nach einem Mail an die Hotline machen wir uns auf den Weg in Richtung Tofino.


Schon bald kommen wir in den Pacific Rim NP, welcher laut Reiseführer und persönlichen Tipps wunderschön sein muss, was sich später auch bestätigen wird.
Als erstes machen wir den Rain Forest Trail, welcher, wie es der Name schon sagt, durch den Regenwald geht. Es ist unglaublich, die hohen Bäume und die verschiedenen Pflanzenarten zu betrachten. Als nächste Etappe wandern wir wieder durch einen Wald und kommen schlussendlich an den Longbeach. Das ist ja unglaublich! Ich habe noch nie einen solchen Strand gesehen: Kilometerweise breiter Sandstrand und nur vereinzelt sind Menschen zu sehen. Das Wasser war aber sehr kalt. Evelin und Remo, ihr dürft gerne unsere Fotos herunter laden, damit ihr auch wisst, wie der Longbeach aussieht :-). Wir hatten ja wirklich riesiges Glück mit dem Wetter. Häufig liegt in dieser Gegend dichter Nebel. Wir hatten blauen Himmel und angenehm warme Temperaturen.


Am Ende dieser Strasse liegt Tofino. Naja, für uns nicht unbedingt sehenswert, da gefällt uns unser Übernachtungsort Ucluelet deutlich besser. Diese Ortschaft ist kleiner als Tofino, was wir beim Suchen von Einkaufsmöglichkeiten feststellen. Aber nach längerer Zeit können auch wir unser Nachtessen zubereiten. Anschliessend geniessen wir das hübsche Hostel und relaxen in der Hängematte.

Montag, 11. August 2008

Tour de Wasserfall und dazu noch Biber

Entgegen den Prognosen werden wir erneut mit morgendlichem Sonnenschein begrüsst und, um es vorweg zu nehmen, so hält das Wetter auch den ganzen Tag durch.

Für heute haben wir uns die „enorme“ Tagesdistanz von 84 km von Nanaimo nach Port Alberni vorgenommen und daher Zeit, den einen oder anderen Abstecher zu machen. Beim ersten dieser Abstecher sehen wir uns die English Man Falls an. Ein paar wirklich schöne Wasserfälle, welche in ein Becken münden, welches sehr zum Baden einladen würde, wäre es doch nur ein paar Grade wärmer.


Nach einem zweiten, ebenfalls Wasserfall-bezogenen Trail, sehen wir uns im Cathedral Cove uralte (bis zu 800 Jahre) und doch recht stattliche Bäume (Red Cedars und Hemlocks) an und geniessen den mit Farn und Moos bewachsenen Wald.


Zwischen diesen abwechslungsreichen Trails fahren wir jeweils wieder ein paar Kilometer und kommen dabei auch per Zufall einem Dorffest vorbei. Jedenfalls strömen die Leute in Scharen auf ein bestimmtes Gelände. Na, da wollen wir doch auch einen Blick rein werfen, wenn schon mal was los ist. Das Ganze stellt sich aber als sog. Fair, also eine BEA im Ultrakleinformat heraus und da wir weder Kühe noch Schafe kaufen wollen, verzichten wir trotz intensiven Überredungsbemühungen durch eine Frau am Eingang darauf, den Eintritt zu bezahlen.

Am Abend geniessen wir einen kurzen Spaziergang zu einem nahe gelegenen Seelein. Leider entpuppt sich der angepeilte Cache als zu hartnäckig und er will sich uns einfach nicht offenbaren. Dafür können wir insgesamt vier stattliche Biber beim Essen und Spielen beobachten. Da vergisst man den nicht gefundenen Cache doch schnell wieder.

Im Eiltempo geht’s dann ab in den nächsten Safeway, um noch ein Abendessen zu ergattern. Schliesslich sind wir nicht sicher, bis wann die Geschäfte am Sonntag Abend geöffnet sind. Und siehe da: 10pm. Die Öffnungszeiten sind irgendwie schon unglaublich. Für uns ist's halt schon praktisch, aber ob dies wirklich nötig ist und rentiert?

Sonntag, 10. August 2008

On the road again

Die heutige Nacht war aufgrund von Möven und Party-feiernden Leuten vor unserem Hostel-Fenster etwas weniger gemütlich. Dafür können wir unser Frühstück im Starbucks (mit superfeinen Dattelschnitten) umso mehr geniessen und machen uns danach mit Sack und Pack auf, unser gebuchtes Auto abzuholen. Leider sind wir noch etwas zu früh und müssen eine knappe Stunde warten. Per Zufall entdecke ich gleich neben dem Autovermieter einen lange gesuchten Coiffeur und kann die Zeit so mit einem Besuch bei diesem überbrücken. Die Dame an der Theke ist leider nur Dekoration und so werden mir die Haare zum ersten Mal von einem Mann gewaschen und geschnitten. Naja, dafür ist der Preis von $25 ok. Döri darf während dieser Zeit übrigens auf dem Stuhl gleich neben mir Platz nehmen und mit beim Haare-verlieren zuschauen.


Mit weniger Haaren und einem erneut viel zu grossen Auto (Dodge Avenger) machen wir uns auf den Weg in Richtung Norden. Auf dem Weg nach Nanaimo machen wir den einen oder anderen Halt bei Totempfählen oder bemahlenen Häusern. Den letzten der Stopps machen wir beim Visitor Center vor Ort, um eine geeignete Unterkunft zu suchen. Bereits beim zweiten Anruf haben wir Glück und können ein Zimmer im einen der beiden Hostels in dieser Stadt buchen. Dieses Hostel ist ziemlich speziell, hat aber recht viel Charme. Einzig unser Zimmer, welches sich im Keller befindet, lässt diesen Charme etwas missen. Dafür sind wir für einmal wieder in trauter Zweisamkeit und ruhig und günstig ist es auch.


Momentan nimmt die Suche nach Zimmern ziemlich viel Zeit in Anspruch, da wir uns auf den Weg in ein Gebiet (Tofino) machen, in welchem es ziemlich viele Touristen, aber nur eine begrenzte Zahl an Übernachtungsmöglichkeiten hat. Da wir aber diesen Teil der Reise nur grob geplant haben und nun jeweils recht kurzfristig mit unseren Anfragen eintreffen, müssen wir auch die eine oder andere Absage hinnehmen. Das Leben im Camper ist halt doch nicht zu verachten. Schliesslich hat man da sein Bett immer dabei. Dafür ist die Internet-Verfügbarkeit hier in den Hostels deutlich besser. Es hat halt alles seine positiven und negativen Seiten.

Victoria

Nach einer Nacht mit sehr wenig Schlaf (obwohl ich ja weiss, dass mich Kaffee nicht schlafen lässt, muss ich zwischendurch einen trinken) wollen wir eine kleine Sightseeingtour durch Victoria machen.

Zuerst muss natürlich gefrühstückt werden. Nach Anweisungen der netten Dame im Hostel finden wir am anderen Ende der Stadt eine grosszügige Einkaufsmöglichkeit. Übrigens, hier in Canada packt immer die Verkäuferin, manchmal hat es für diesen Job noch eine zusätzliche Angestellte, die eingekauften Sachen nach bestimmten, für uns aber völlig undurchsichtigen Gruppierungskriterien in Plastiksäcke ein.

Da wir auf dem Stadtplan in der Nähe einen Park eingezeichnet sehen, wollen wir dort frühstücken. Schlussendlich landen wir am Meer. Die Aussicht und die Ruhe ist genial, leider aber ist es sehr windig. Naja, unser Frühstück überrascht uns heute etwas: Toms Müesli ist scheinbar sauer (er spuckt es jedenfalls mit nicht sehr appetitlichen Geräuschen wieder heraus) und mein exotischer Fruchtsaft kann man weder riechen noch ansehen, geschweige denn trinken. Also teilen wir uns mein Müesli und den Milchtrink von Tom. Glücklicherweise haben wir noch ein Muffin und einen Pfirsichstrudel gekauft, welche sehr sehr köstlich sind.


Gesättigt machen wir uns auf den Weg und kommen schon bald an einen Ort, von dem man laut Reiseführer unbedingt ein Foto machen muss. Hier beginnt der TransCanadaHighway, was natürlich sichtbar gemacht werden muss. Bei der Statue, welche auch dort steht, ist ein Cache versteckt. Da ein Car voll beladen mit Asiaten anhält, müssen wir mit der Suche kurz warten. Sie steigen nur kurz aus, alle machen fleissig Fotos, und dann kann die Fahrt bereits wieder fortgesetzt werden. Den Cache finden wir leider für einmal nicht...

Unser Marsch geht weiter. Wir stellen fest, dass wir sehr weit von Downtown entfernt sind. Da wir aber an sehr vielen Orten durchkommen, welche nicht auf den Haupttouristenachsen liegen, geniessen wir es sehr.


Nach längerer Zeit kommen wir am Hafen an und klären ab, wie und wann wir mit der Fähre nach Seattle kommen und ob der Preis von unserer Automiete wirklich richtig ist. Nach einem kleinen Nachtessen schlendern wir durch den touristischen Teil und schauen uns das grosszügige Hotel Empire, Totempfähle, das Helmcken House an und amüsieren uns ab einer Show eines Strassenkünstlers. Ich komme mir vor wie im Tessin....

Freitag, 8. August 2008

Mit der Fähre nach Victoria

Unsere Zeit in Vancouver ist bereits wieder vorbei und wir dürfen auf einen sehr schönen und angenehmen Aufenthalt in dieser Stadt zurückblicken (die Fotos aus Vancouver findet ihr hier). Nichtsdestotrotz packen wir unsere Sachen wieder zusammen und machen uns via Skytrain, welcher in der Innenstadt logischerweise im Untergrund fährt, auf zum Busdepot. Nun können wir den am Vortag gebuchten Trip mittels Bus und Fähre nach Victoria auf Vancouver Island geniessen. Besonders diese Überfahrt mit der Fähre ist ziemlich speziell, da sie einen Grossteil der Fahrt durch die kleinen Inselchen vor Victoria führt. Man wähnt sich beinahe vor Schweden...


Nach dem Bezug unseres Doppelbettes in einem 6-er-Zimmer im Hostel von Victoria gehen wir zu Fuss auf eine erste Erkundungstour und sehen uns den Kern der Stadt (Hafen, Parlamentsgebäude und China Town) an. Mit Ausblick auf die weiteren Tage auf Vancouver Island buchen wir ein Auto bei einem Vermieter, welcher uns aufgrund unserer Hostel-Übernachtung beinahe 50% Rabatt gibt *staun*.

Mittwoch, 6. August 2008

Cruiser

Wir sind gespannt, wie das Frühstück, welches zu der Hostelbuchung dazugehört, aussieht. Auch hier werden wir positiv überrascht: ein einfaches, aber reichhaltiges Frühstücksbuffet. Für Tom hat es sogar noch Muffins, welche ich um diese Stunden lieber noch nicht zu mir nehme.

Wir machen uns auf den Weg, um Velos zu mieten. Nach Erkundungen der vielen Geschäfte, welche Fahrräder vermieten und wirklich Tür an Tür stehen, haben wir zwei Cruiser (Harleyvelos) in den Händen und fahren in Richtung Stanley Park. Die Lenker sind sehr cool, wir stellen aber leider sehr schnell fest, dass uns der Sattel schon bald schmerzt und die Fahrräder nur für flache Strassen gemacht sind. Aber es macht Spass, die Stadt mit dem Radl zu erkunden.


Auch heute gehört das Strandleben dazu, welches Tom leider ein bisschen büssen muss. Sehr viel Sonne und ein Bier auf den leeren Magen ist nicht empfehlenswert! Dies wird aber morgen hoffentlich schon wieder besser sein.

Da ich nicht weiss, wann wir das nächste Mal Internetanschluss haben, muss ich zwei Sachen noch kurz erwähnen.
Als erstes steht ja die Chräbschilbi vor der Tür. Naja, diese wird in diesem Jahr wohl ohne uns stattfinden müssen. Aber wir wünschen allen, die sich auf diesen Anlass freuen, schöne Stunden an unserer Chilbi und nehmt bitte für uns auch das eine oder andere Bier.
Wenn die Chilbi vorbei ist, beginnt ja schon wieder die Schule, an manchen Orten sogar erst am Dienstag. Ich wünsche allen Kindern, Lehrpersonen und den jungen Müttern, welche den Mutterschaftsurlaub antreten, einen guten Start. Lasst mich ab und zu bitte einmal etwas hören, wie es so läuft.

Hostel

Nach einer gründlichen Dusche verabschieden wir uns von Evelin und Remo. Dank ihnen konnten wir zwei Nächte in einer für uns luxuriösen Unterkunft geniessen. Mit unseren Rucksäcken, die irgendwie immer wie schwerer werden, machen wir uns auf den Weg Richtung Hostel. Obwohl unsere nächste Unterkunft gar nicht weit vom Hotel entfernt ist, ist das Quartier bereits etwas „ungepflegter“.

Zu einer Stadt gehören Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns, scheinbar einfach dazu. Es beschäftigt mich aber immer wieder, wenn ich so beelendende Bilder sehe, z.B. wie Obdachlose auf dem Trottoir schlafen oder den Abfall durchühlen. Man muss einfach schauen, dass man nicht auf sie tritt, sonst lassen sie uns aber in Ruhe.
Wir treffen im Hostel ein. Beim Warten entdecke ich ein in deutsch geschriebenes Buch, so eine richtige „Ferienschnulze“. Jupi, endlich habe ich wieder ein Buch, welches ich wirklich lesen will und problemlos verstehe.


Die eher unfreundliche und halb schlafende Bedienung an der Reception gibt uns den Schlüssel und wir stellen fest, dass wir ein 2er-Zimmer haben. Diese Erkenntnis erfreut uns natürlich. Wir räumen unsere Sachen aus und packen den Rucksack für an den Strand. Heute wollen wir das schöne Wetter (siehe Bild oben), welches wir hier seit Ankunft hier in Vancouver haben, in vollen Zügen geniessen. Unglaublich aber wahr, nach einer gewissen Zeit, suchen auch Evelin und Remo einen Platz am Strand und haben den gleichen ausgesucht wie wir. So sieht man sich wieder.


Nach genügendem Sonne tanken kaufen wir unser Nachtessen ein und gehen zurück ins Hostel. Da unsere Unterwäsche bereits wieder sehr knapp ist, müssen wir wieder waschen. Da einige Kleider seit längerer Zeit in Plastiksäcken ruhten und nun sehr unangenehm stinken, wird unser Wäscheberg noch vergrössert.

Neue Fotos und Features

Vielleicht ist es den einen oder anderen bereits aufgefallen: In der Fotogalerieliste am rechten Rand ist ein neuer Link aufgetaucht. Die neuste Galerie zeigt die Fotos unserer Reise durch British Columbia. Da das Wetter für einmal nicht immer 100%-ig top war, sind's auch nicht ganz soviele Fotos.

Mittlerweile konnte ich auch zwei neue Funktionen online schalten. Das erste Feature wurde von Jog vorgeschlagen und betrifft die Verlinkung der Informationsblasen in der Karte mit den Blogeinträgen. Klickt man in der Karte auf eine Übernachtungsstation, so wird eine solche Informationsblase mit Kürzestinformationen eingeblendet. Neu enthält diese zusätzlich die Links zu den Blogeinträgen, welche sich auf diesen Ort beziehen.


Als zweites Feature sind in den Galerien neu nun auch die originalen Bilder (etwas höhere Auflösung) als Zip-Datei verfügbar. Einfach auf den Link klicken und die Datei speichern.


Auch künftig nehmen wir natürlich gerne Inputs und Verbesserungsvorschläge entgegen und danken bereits jetzt für sämtliche Tipps.

Dienstag, 5. August 2008

Pride Parade

Eigentlich haben wir uns vorgenommen, heute die Stadt mit Bikes zu erkunden. Beim Morgenessen in einem Strassenkaffee schauen wir jedoch den Aufbauarbeiten für eine Parade zu. Nach ein paar Erkundungen wissen wir, dass es sich dabei um die Pride Parade handelt und so krempeln wir unsere Pläne um und schauen uns etwas später auch die Parade an.


Der zweite Grossanlass innerhalb von 24 Stunden ist ursprünglich eine Demonstration von Schwulen und Lesben für deren Akzetanz. Mittlerweile wurde der Anlass jedoch auch auf verschiedene andere liberalen Gruppierungen ausgeweitet und jeder darf sich mal so zeigen, wie er eigentlich immer möchte. Opis dürfen sich im Captain Future Kostüm zeigen, Lesbenpärchen dürfen auf ihren Harleys durch die Gasse „flitzen“, Raver dürfen auf ihren Love-Mobil ähnlichen Gefährten abtanzen und alle andern dürfen auch sonst irgendwie an dem friedlichen Umzug teilnehmen. Natürlich darf auch die Freikörperkultur nicht fehlen, wobei leider nicht gerade die hübschesten des Gefühl haben, dass sie was zu zeigen hätten. Das Zuschauen macht jedenfalls enorm Spass und wir sind nicht wenig erstaunt, dass auch offzielle Organisationen wie die Polizei, die Retungssanitäter, die Feuerwehr und auch die Armee als Teilnehmer am Umzug dabei sind und auch mit Wasserpistolen auf die Zuschauer losgehen. Wie dies wohl in der Schweiz ankommen würde? Etwas seltsamer finden wir hingegen jene Teilnehmer, die einzig für ein Produkt (z.B. Ladyshave) oder irgenwelche politische Parteien oder Abgeordnete demonstrieren. Schade, dass es diese ebenfalls braucht.


Den Abend geniessen wir dann wieder zu viert in einem italienischen Restaurant bei gutem Essen und gutem Wein. Beim anschliessenden Guet-Nacht-Drink zerrstört die Servierdüse leider Döris komplettes Englisch-Reden-Selbstvertrauen, indem sie nach Döris Bestellung eines „Sugar Daddys“ in ein Kichern ausbricht und diese als „qute“ bezeichnet. Jetzt muss ich dann wohl wieder vermehrt die Konversationen übernehmen :-(

Verspätetes 1. August Feuerwerk

Die Abgabe des Campers erfolgt ziemlich problemlos und schnell. Nicht zuletzt, da wir als zweite beim Vermieter eintreffen. Einzig Evelin und Remo aus Schwyz sind schon vor uns vor Ort und warten auf die Abgabe. So kommen wir dann auch rasch mit ihnen ins Gespräch und tauschen Reiseerfahrungen aus. Das einzige Ärgernis bei der ganzen Zeremonie ist die Angestellte (Schweizerin), welche uns im Büro des Vermieters bedient. Trotz grosser Diskussionen knöpft sie uns Geld für die, aufgrund des Steinschlages, eingefahrenen Zusatzkilometer Geld ab und spart, wie sich später herausstellt, auch sonst nicht gerade mit Unwahrheiten.

Glücklicherweise können wir mit Evelin und Remo zusammen die Kosten für den Transfer in die Innenstadt teilen und da sich das ursprünglich gebuchte Hotel als ziemliche Absteige im Rotlichtquartier herausstellt, geben uns die beiden Asyl in ihrer Hotelsuite mit zwei Kingsize-Betten. Herzlichen Dank euch beiden für die spontane, völlig unkomplizierte und grosszügige Gastfreundschaft!

Zu viert geht’s anschliessend auf eine erste Erkundungstour durch die Stadt und wir landen schliesslich im Aquarium, wo wir die lokale Unterwasserwelt etwas besser kennen lernen.


Den Abend verbringen wir an der English Bay und so können wir, neben 1.3 Mio weiteren Leuten, das Feuerwerk der Celebration of Light anschauen. So kommen, etwas verspätet, auch wir zu unserem 1. August Feuerwerk. Dieser Anlass zieht sich insgesamt über vier Abende hin, an welchen drei verschiedene Länder mit Feuerwerken gegeneinander antreten. Am letzten Abend wird der Gewinner bekannt gegeben und sämtliche Feuerwerke nochmals gezeigt. Ein Spektakel von ca. 45 Minuten Länge. Und wir haben das Glück, genau an diesem Tag in Vancouver anzukommen.

Samstag, 2. August 2008

Unerwartete Kilometer

Damit wir die hohen Kosten des Campgrounds auskosten können, gönnen wir uns längeren Schlaf. Ich stehe um 8 Uhr auf, um wieder einmal eine Dusche zu geniessen. Dabei stelle ich fest, dass Tom bereits mit Jog am skypen ist.

Nach dem Frühstück, welches wir heute leider im Camper einnehmen, da die Temperaturen seit gestern gesunken sind, machen wir uns auf die Weiterreise. Da wir heute nur eine kurze Distanz fahren (was sich leider am frühen Nachmittag ändert), wollen wir mal wieder ein paar Caches suchen.

Den ersten Cache lassen wir aber sein, da der letzte Cacher notiert hat, dass er einige Zeit warten musste, da er einen Bär in der Nähe des Verstecks gesehen hat. Der Cacher hatte Nerven, denn er hat anschliessend, nach dem der Bär weiter gegangen war, den Cache gesucht. Naja, diesen Adrenalinstoss brauchen wir nicht und versuchen bei einem Wasserfall den nächsten Cache zu finden, leider ohne Erfolg. Auf dem weiteren Weg können wir aber zwei Caches finden und uns im Logbuch eintragen.

Bereits um 14.00 Uhr treffen wir auf dem Campground ein. Zum Glück erkundigt sich Tom, ab wann der Highway zwischen Squamish und Vancouver, welcher seit zwei Tagen wegen einem Felssturz gesperrt ist, wieder offen ist. Da er vor Montag sicher nicht geöffnet sein wird und wir den Camper am Samstag abgeben müssen, müssen wir einen Umweg von ungefähr 400 km machen (grösstenteils Strecken, die wir bereits gefahren sind), obwohl wir momentan nur noch 1,5 Autostunden von Vancouver entfernt sind. Naja, nach ein paar tiefen Atemzügen nehmen wir den einen Teil dieser Fahrt in Angriff. Da es heute wirklich einmal regnet und ich den Englischwortschatz aufbessern kann, sind die fünf zusätzlichen Stunden schnell vorüber.

Fast bekommen wir noch ein zweites Problem. Da vor uns eine Strecke von rund 100km liegt, an welcher es keine Tankmöglichkeit gibt, wollen wir bereits in Pemberton den Tank genügend füllen. An der ersten Tankstellen hat es mehrere Leute, die ziemlich nervös diskutieren. Wir bekommen schnell mit, dass die Tankstelle bereits knapp an Benzin ist, da der Andrang aufgrund des geschlossenes Highways weit über dem Durchschnitt liegt. Wir versuchen unser Glück etwas weiter auf der Strecke. Trotz Grossandrang können wir schlussendlich unseren Tank genügend füllen, damit wir unsere Reise fortsetzen können.