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Samstag, 22. November 2008

Black Water Rafting

Waitomo ist in Neusseeland der Inbegriff für Kalksteinhöhlen und Glühwürmer. Weit über 300 Höhlen gibt es in der Gegend. Um diese herum hat sich eines der touristischen Zentren des Landes gebildet. So kommen auch wir nicht darum herum, einen Blick in die eine oder andere Höhle zu werfen.

Dank etwas Überzeugungskraft kann ich Döri von der geplanten AHV-Tour durch eine der grossen Caves abbringen und ihr eine Zusage zu einem Black Water Rafting abgewinnen.

Da nur noch bei der ersten Tour des Tages zwei Plätze frei sind, springen wir wieder mehr oder weniger früh aus den Federn und stehen um 8 Uhr beim Veranstalter auf der Matte. Eigentlich sollte die Tour um Viertel nach Acht starten, aber auch zehn Minuten nach diesem Zeitpunkt tut sich noch nichts. Als dann eine Truppe Saudis mit grossem Trari-Trara bei der Basis eintrifft, ist uns der Grund für die Verzögerung urplötzlich klar. Bereits beim Zuschauen ihrer Registrierung können wir uns ein Lächeln nicht verkneifen, denn diese Jungs gehen alles ziemlich kompliziert und wirr an, so dass auch die Dame hinter der Theke bald mal die Augen verdreht.


Zu neunt, neben den fünf Saudis nehmen noch zwei Amis teil, werden wir mit Wetsuits (brrr, ist dieses Teil kalt), Stiefel und Helmen eingekleidet und können ein weiteres Mal grölen, als es die Saudis tatsächlich schaffen, so ziemlich alles verkehrt herum anzuziehen. Für Unterhaltung ist jedenfalls gesorgt.

Nach einer kurzen Fahrt fassen wir jeweils einen aufgeblasenen Autopneu und schon geht’s zur ersten Nichtganzsotrocken-Übung. Damit wir später in der Höhle die zwei kleinen Wasserfälle auch problemlos mit einem Rückwärtssprung in den Pneu überwinden können, müssen wir dies bei einem kleinen Fluss üben. Mit oder ohne Mithilfe durch unsere beiden Guides landen alle sitzend auf den Schläuchen im Wasser. Damit haben wir auch die Kontaktaufnahme mit dem kalten Feucht hinter uns.


Nun kann's also in den Untergrund gehen. Durch einen engen Eingang steigen wir in die Höhle hinab und waten, springen und treiben fortan durch den dunklen Schlund und dessen Bach. Zwischendurch schalten wir unsere Stirnlampen aus und können so die Glühwürmchen an der Decke in aller Ruhe, mal abgesehen vom Geschnatter der Saudis, geniessen. Man hat echt das Gefühl, als sehe man die Milchstrasse in aller Klarheit direkt über sich.


Nach rund einer Stunde sehen wir dann bereits wieder Tageslicht und steigen aus der Höhle aus. Döris lachendes Gesicht zeigt mir, dass sie mir den Mitmachzwang überhaupt nicht übel nimmt. Nein, sie äussert sich echt begeistert von der Tour und auch ich hatte natürlich riesigen Spass dabei.

Zurück in der Basis entledigen wir uns schnellst möglichst der Ausrüstung und springen unter die warme Dusche. Bei einer heissen Tomatensuppe und einem Bagel können wir dann auch von innen noch etwas Wärme tanken und schon bald sind die kalten Füsse und Hände vergessen. Uns bleiben nur noch die super positiven Erinnerungen an dieses Abenteuer.

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