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Donnerstag, 27. November 2008

Endloser Strand

Für den letzten Zipfel von Neuseeland haben wir eine Bustour gebucht. Die aufgrund der doch noch beträchtlichen Distanzen, aber vor allem auch wegen der Ninety-Mile-Beach, welche wir mit unserem gemieteten Auto nicht befahren dürfen. Aber dazu später.

Wir werden um etwa Viertel vor Neun direkt vor dem traumhaft am Strand gelegenen Backpackers abgeholt und fahren zusammen mit einer gemischten Truppe von 16 Leuten in Richtung Norden. Unser Chauffeur, ein älterer Maori, entpuppt sich bald als unterhaltsamer Faktenlieferant, Geschichtenerzähler und Sänger, welcher uns die Fahrt abwechslungsreich gestaltet.

Bei einem Gum-Digger-Field, einem Ort, wo vor rund hundert Jahren nach Kauri-Harz gegraben wurde, erfahren wir in einer Führung viel Wissenswertes über diesen Berufsstamm. Etwa weshalb die Gummistiefel Gummistiefel heissen. Jup, genau wegen diesen Gum-Diggern, welche zu ihrer Arbeit die Gum-Boots getragen haben. Was man nicht alles lernt...


Kurz vor dem Cape Reinga, dem nördlichsten Punkt Neuseelands, machen wir in einer schönen, aber nebligen Bucht Mittagspause. Nach wenigen Minuten reisst die Nebeldecke jedoch auf und wir können den weissen Strand doch noch bei Sonnenschein geniessen. Glück muss man haben.

Leider verlässt uns das Glück jedoch etwas beim Besuch des Cape Reinga. Nur knapp können wir in der Ferne etwas Wasser erkennen, ansonsten ist der Nebel allzu dicht. Tja, so müssen wir uns das Zusammentreffen der beiden Meere (Pazifischer Ozean und tasmanisches Meer) in unserer Fantasie betrachten.

Weiter geht die Fahrt zur Ninety-Mile-Beach, einem bei Ebbe rund 100m breiten und rund 90km langen Strand. Um dahin zu kommen, müssen wir, resp. unser Fahrer, jedoch die Strasse verlassen und ein breites Flussbett als Fahrbahn verwenden. Zudem können wir am Fusse von hohen Sanddünen einen Plastikschlitten fassen, die Sanddünen erklimmen und diese wieder hinunter düsen. Dabei zeigt Döri ihr verborgenes Gleittalent und muss beinahe noch absichtlich bremsen, um nicht im Fluss zu landen.


Die Fahrt auf der Ninety-Mile-Beach gleicht jener auf einer Autobahn. Die Fahrbahn ist hart und topfeben. Einen Unterschied gibt es jedoch: Hier hat es absolut keinen Gegenverkehr. Einzig ein paar stehende Autos sehen wir, welche die Ausfahrt vom Strand nicht rechtzeitig vor der Flut gefunden haben. So legen wir die rund 70km bis zum Verlassen des Strandes in hohem Tempo und kurzer Zeit zurück und kommen bald müde aber zufrieden wieder in unserem Hostel an.

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