Da wir gestern mit fremder Hilfe noch entdeckt haben, dass unser hinterer rechte Pneu wohl bald einmal das Zeitliche segnet, sind wir gezwungen, irgendwie zu handeln. Da wir Räder gemäss Vertrag nicht eigenhändig wechseln dürfen und wir eine geräuschvolle Verteilung des Pneus (wie wir's ja gleich neben uns bereits mal erlebt haben) mitten im Nichts vermeiden möchten, wollen wir diesen nach einer kurzen Rücksprache mit dem Vermieter ersetzen lassen. Nun müssen wir nur noch einen geeigneten Mechaniker finden. Der erste öffnet seine Tür erst in einer halben Stunde. Ok, weiter zum nächsten. Hier sind Leute zugegen, jedoch latschen alle während rund einer viertel Stunde an uns vorbei ohne zu grüssen. Das war's, wir gehen nochmals zurück zum ersten und warten nochmals eine viertel Stunde. Sorry, eine halbe Stunde und da noch immer niemand aufgekreuzt ist, gehen wir erneut auf die Suche. Der dritte Mechaniker ist freundlich und schaut unseren Pneu sogar gleich an. Fazit: Das Teil taugt nicht mal mehr als Ersatzrad. Wieder telefoniere ich mit dem Vermieter, um den Preis für die Reparatur absegnen zu lassen. Nach einer guten Stunde steht unser Camper schon wieder mit neuem Pneu für die Weiterfahrt bereit. Zuvor muss aber natürlich noch die Rechnung beglichen werden. Der Mechaniker akzeptiert ausschliesslich Bargeld und da wir momentan keine 300 Dollar auf uns tragen, frage ich nach dem nächsten ATM (Bankomat). Als Antwort zeigt er auf das Innere seiner Tankstelle/Werkstatt. Nun denn, dann gehe ich also dort Geld abheben und drücke ihm dies in die Finger. Als nächste Aktion geht er dies wohl gleich wieder auf der Bank deponieren. Und dies im plastikverrückten Amerika...
Wir können nun endlich unsere Reise wieder aufnehmen und fahren folglich knapp drei Stunden durch die Wüste. Mit Ausnahme einer Kreuzung mit einer Tankstelle und einem kleinen Cafe entdecken wir dabei nicht viel aufregendes.
Unser Ziel ist der Joshua Tree Nationalpark. Dies ist unser siebte Nationalpark in der USA und trotzdem völlig anders als alle bisherigen. Mitten in der Wüste gelegen ist die Landschaft sehr karg mit Ausnahme eben dieser
Joshua Trees. Diese sehen aus wie eine Mischung aus Kakteen und Bäumen, sind aber nichts davon, sondern eine Lilienart.

Wir wandern auf einem kurzen Pfad zu einem Staudamm früher Farmer, welcher einen kleinen See mit fruchtbarem Ufer bilden soll. Anscheinend scheint dies aber nur im Frühjahr der Fall zu sein, denn mittlerweile findet sich kein Tropfen mehr im Becken. Wir geniessen die Wanderung trotzdem und erfreuen uns einmal mehr an den speziellen Stein-, Pflanzen- und Kleintierformen.
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