Zurecht, denn die Prognosen stimmen für einmal und es regnet den ganzen Tag nicht zu knapp. So machen wir uns einen extrem faulen Tag in unserem Hostel und gehen nur für die Verpflegungsaufnahme vor die Tür. Auch dies schadet zwischendurch nicht und wir können uns zudem um unsere Weiterreise nach Australien kümmern und sonst aufgeschobene Dinge erledigen. Zudem können wir uns tatsächlich zu einem Entscheid bezüglich dem Delfinausflug durchringen und buchen die günstigste der verfügbaren Touren. Kurz darauf bereuen wir diese Buchung bereits wieder, als wir merken, dass dies die frühste Tour des Tages ist. Sooo schlimm wird’s aber nicht werden mit dem Aufstehen.
Um halb Sieben gehen wir aus den Federn, um dann kurz vor Acht vor dem falschen Boot zu warten. Irgendwie habe ich einen der grossen Katamaranen im Kopf und steure automatisch auf diesen zu. Glücklicherweise zeigt uns jemand kurz vor der Abfahrt den Weg ins richtige Schiff und wir komplettieren die zehnköpfige Passagiergruppe. Das Wetter zeigt sich übrigens von der besten Seite und bei blauem Himmel heizt uns die Sonne schon ziemlich ein.
In einem kleineren Katamaran geht’s nun ab zwischen die Inseln der Bay of Island und schon nach wenigen Minuten erhält unser Skipper Infos zu Delfin-Sichtungen. Kurz darauf sind wir schon vor Ort und können uns die längste Zeit eine Schule von etwa 50 Tieren aus der Nähe betrachten. Liegend mit dem Kopf über dem Rand des Bootes beobachten wir, wie die Delfine mit dem Boot spielen und diesem folgen. Ein herrlicher Anblick.
Die Restriktionen für den Umgang mit Meeressäugern sind in Neuseeland ziemlich strikt und so ist vorgegeben, wie lange man sich den Tieren nähern und wann man mit ihnen schwimmen darf. Ein Kriterium sind die Jungtiere. Sobald solche zugegen sind, darf nicht ans Schwimmen gedacht werden und dies ist auch bei der aktuellen Schule der Fall. So geniessen wir die Sprünge und Spritzer vom Boot aus, erhalten von der Spezialistin Floppy viele interessante Infos vermittelt und machen uns schlussendlich auf zu einer weiteren gesichteten Gruppe.
Diese befindet sich weit in der Bay und wir können, trotz eingeschränkter Sicht im Wasser, Taucherbrille, Schnorchel, Flossen und wer will, einen Neoprenanzug fassen. Die Wassertemperatur wird mit 18.8°C angegeben, also nicht zu kalt. Auf Kommando unseres Skippers springen wir zu sechst ins Wasser und paddeln den Tieren nach. Einzeln kommen sie auf uns zu und tauchen unter uns durch. Unglaublich. Wir erhalten etwas später noch eine zweite Chance und können nochmals ein paar Delfine aus der Nähe betrachten. Erschöpft klettern wir wieder auf's Boot und werden zur Erholung in eine schöne Bucht auf einer der Inseln gebracht.
Wir haben heute ungemein viel Glück gehabt. Angefangen mit dem perfekten Wetter, dem kleineren Boot, der kleinen Gruppe, dem witzigen Skipper, der allwissenden Floppy und, was am wichtigsten ist, mit der Sichtung der vielen Delfinen. So bleibt dieser Ausflug wohl ewig in Erinnerung.
Die Interessierten können nun endlich auch das Fotoalbum von Taranaki und Taupo anschauen. Viel Spass!